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LeMoMo am 27. Juni 05 in München stellte den Laufbahnberater Thomas Diener in den Mittelpunkt des regionalen Netzwerktreffens. Sein innovativer Ansatz für Existenzgründer ist mehr als nur Arbeit (Work), es ist die Kunst der Zusammenarbeit (Teamwork) und deshalb interessant für alle, die gemeinschaftliches Gestalten optimieren wollen.
WAS?
„In jedem Kurs zum Thema „Lebensziel, Berufung und Beruf“ steht spätestens am dritten Tag die Frage im Raum: Was wäre, wenn diese Gruppe ein Unternehmen gründen würde und aus ihren Ressourcen und Fähigkeiten heraus, Produkte oder Dienstleistungen entwickelte? Wer würde welche Funktion übernehmen? Die Menschen habe sich in diesen Tage tiefer kennen gelernt als Arbeitskollegen nach fünf Jahren. Alle Sehnsüchte und Qualitäten sind auf dem Tisch. Die damit einhergehende Begeisterung ist unbeschreiblich.“ (Thomas Diener, Laufbahnberater und Coach, Zürich) Wer will nicht selbständig arbeiten und seine Projekte mitbestimmen können? Viele Menschen sind heute erfahren in Teamarbeit und haben gelernt immer besser mit Konflikten umzugehen. Jetzt sehnen sie sich nach Arbeitsfeldern, in denen sie ihre Talente weiter entwickeln können um dabei ein sinnvolles Produkt oder eine pfiffige Dienstleistung anzubieten. Wir wollen nicht einfach als Ich-AG von zuhause arbeiten und in unserem Kampf um Aufträge langsam vereinsamen, sondern uns intensiv mit anderen austauschen und gemeinsam an wertvollen Zielen arbeiten. Wir wollen uns jedoch auch nicht mehr von starren Hierarchien fremdbestimmen lassen. Wie könnte die Organisation aussehen, die so etwas ermöglicht? "Team-AG ist ein Workshop der ca. 3 Tage in Anspruch nimmt und vor allem für Existenzgründer und Umsteiger Unterstützung bietet. Statt einfach davon zu träumen, begeben wir uns in diesem Kurs in eine Werkstatt und BAUEN gemeinsam dieses Unternehmen auf! Dabei lernen wir viel über unsere eigenen Träume, über unsere Potentiale und unsere Grenzen und – wer weiss – vielleicht entsteht daraus tatsächlich ein Projekt, das über die Kurstage hinaus Kraft hat und uns gemeinsam einige Schritte weiter trägt. Arbeitsweisen: Es kommen Methoden und Sichtweisen aus der systemischen und prozessorientierten Organisationsentwicklung, dem Improvisationstheater und der humanistische Psychologie zum Einsatz." 
Thomas Diener bei LeMoMo im Juni 05 Die Beschreibung des Workshops lässt ahnen, dass sich dieser Prozess nicht auf einen Abend verkürzen ließ, sondern lediglich eine Vorschau auf einen weiterführenden Workshop im Herbst sein kann. WER? Eingeladen waren Interessierte, die sich mit Arbeitsprozessen, Existenzgründung und Teamarbeit beschäftigen und am 27.6. kamen 16 Kolleginnen und Kollegen aus den Bereichen Beratung, Moderation, Bildung, Verbänden, Initiativen, Kommunalpolitik, Verwaltung, Sozialbereich und Wissenschaft. Gastgeber: LeMoMo, das Regionaltreffen von Netzwerk Gemeinsinn e.V wurde in Zusammenarbeit mit der Akademie Führung & Kompetenz am CAP (LMU) und der Münchner VHS am letzten Montag im Monat organisiert. Wolfgang Fänderl war Gastgeber und verantwortlich für die Rahmengestaltung. Schwerpunkt-Referent: Thomas Diener begleitet seit über 10 Jahren Menschen auf dem Weg in sinnvolle Arbeitswelten. Er hat sich nach einer Lehre als Werbekaufmann in Psychologie und Theater weitergebildet und selbst diverse Firmen und Projekte gegründet und begleitet. Heute ist er als Berater und Supervisor im ganzen deutschsprachigen Raum tätig.
WIE?AblaufDas Münchner Regionaltreffen des Gemeinsinn-Begleitnetzwerks fand am 27.06.2005 im Ökologischen Bildungszentrum München (Engelschalkinger Str. 166/ U4 Arabellapark) statt. Bei schönem Wetter konnten sich die KollegInnen und InteressentInnen in der Grünanlage hinter dem ÖBZ treffen. Um 18.30 Uhr wurde das Mitbringbuffet eröffnet, und um 19.00 Uhr gab es eine Kennenlernrunde. Nach einigen kleineren Informationen und Anfragen aus dem Begleitnetzwerk wurde eine Kennenlernrunde eingeläutet. Das Schwerpunktthema wurde bis 21.30 Uhr behandelt. aus dem Protokoll von Wolfgang Fänderl:Thomas Diener stellte zu Beginn die Behauptung auf: "Arbeit ist der Spielplatz für Erwachsene. Sind wir nicht Teil der Arbeitswelt, fühlen wir uns ausgeschlossen. Wir sind aber auch selbst dafür verantwortlich, dass wir die für uns passende Arbeit finden bzw. erfinden. Es ist möglich selbstständig und gemeinsam Arbeit zu kreieren, die Spaß macht." Es geht darum bei dem Workshop zu Beginn einen "Was-wäre-wenn-Austausch" zu entwickeln, um neue Energien zu schaffen und aus der Frustration herauszukommen. Erst dann ist es sinnvoll die konstruktive Arbeit für die Realisierung der Selbstständigkeit zu beginnen. Der Prozess braucht Lebendigkeit, die Energie aus sich selbst schöpft, mehr Energie gibt als braucht, Interaktion zwischen unterschiedlichen Menschen fördert, eigene Werte erkennen lässt und in Ressonanz ist mit den anderen. Je konfliktfähiger eine Gruppe ist, je klarer die gemeinsamen Ziele benannt wurden, desto weniger starr muss die Hierarchie sein. Konfliktfähigkeit braucht dabei die Unterstützung durch andere und Spontaneität. "Wir müssen unsere Konfliktfähigkeit trainieren wie einen Muskel." Workshops sind Räume zur kollektiven Improvisation. Als Parallele dient die Improvisationsmusik: Einer gibt den ersten Ton vor, der noch völlig offen ist. Alles andere steht in Bezug dazu und gibt Schritt für Schritt die weitere Struktur vor. Mit zwei Abfragen die in einer Aufstellung organisiert waren konnten sich die TeilnehmerInnen verschiedenen Arbeitsformen zuordnen (selbstständig, angestellt, selbstorganisiert (z.B. Hausfrau), erwerbslos, im Umbruch) bzw. auf einer Skala zwischen vielen und keinen Geschäftsideen aufstellen. 
Räumliche Zuordnung zu Gruppen Aussagen zur Team-AG von Thomas DienerMeine Definition von Arbeit: Arbeit ist eine Wirkung von Einzelnen oder Gruppen auf einen oder mehrere andere. Diese Wirkung wird von mindestens einer Person so positiv einschätzt, dass sie bereit ist, Geld dafür auszugeben. Bei gesellschaftlich relevanten Projekten muss die Zielgruppe und die zahlende Instanz nicht identisch sein (z.B. Fundraising) . Bedenkenswert: Wirkung entsteht nicht nur aus Machen, sondern oft auch aus dem, was wir NICHT tun. Sie kann sich auch auf etwas beziehen, das wir sind. Meine Definition von Unternehmertum: Ein Unternehmer / eine Unternehmerin ist ein Mensch, der die Zukunft als gestaltbar erlebt und der bereit ist zu wirken. Er erlebt Rahmenbedingungen weniger als Beschränkung sondern mehr als eine Spielvorgabe, auf die er kreativ und eigenständig reagiert. Meine Definition von Team-AG: Eine Team-AG ist eine wirtschaftliche Organisationsform von der Grösse eines Teams (3 – 12 TeilnehmerInnen). Die Arbeit die dieses Team leistet, wird nicht von einem einzelnen Unternehmer definiert, sondern in einem partizipativen Prozess aus den intrinsischen Motivationen der Einzelnen entwickelt. Voraussetzung einer Team AG: Eine Team AG kann aus jeder beliebigen Gruppe von Menschen gebildet werden, wenn die einzelnen TeilnehmerInnen fähig und willens sind, gemeinsam wirtschaftlich aktiv zu werden. Je diverser eine Gruppe, desto unvorhersehbarer und dadurch kreativer werden die Produkte oder die Dienstleistungen die sie entwickeln. Das Mitwirken an einer Team-AG braucht ein gewisses Mass an Kompetenz. 
Das Kompetenz-Netzwerk einer Team-AG Daraus leitet sich ein Auftrag an Schulen ab: Die Fähigkeit zu wissen, wo „der Brennpunkt der eigenen Leidenschaft“ liegt und gemeinsam sinnstiftende Wirkung zu entfalten und dadurch später auch Arbeit zu kreieren, kann nicht früh genug entwickelt werden. Es ist eine wichtige Vorbereitung auf das zukünftige Arbeitsleben. Auf dem konventionellen Arbeitsmarkt erhalten wir unsere Arbeit zwar normalerweise dank unserer Fachkompetenz. Entlassen werden wir jedoch meist aus einem Mangel in den 4 umliegenden Bereichen. Entstehungsprozess einer Team AG: Eine Gruppe von Menschen (ca. 8 – 25 Personen) geht durch einen 5-tägigen Prozess in dem jede / jeder Einzelne ernsthaft versucht herauszufinden, wer sie ist, was sie kann und was sie wirklich will. Diese individuellen aber mit allen geteilten Erkenntnisse sind die Zutaten für die zweite Stufe des Prozesses. Diese Zutaten werden jetzt so zusammengestellt und zubereitet, dass daraus ein „Menu“ entsteht das eine Wirkung auf ein weiteres Umfeld hat. Diese zweite Stufe dauert nochmals 5 Tage. In dieser Phase kann sich die Gruppe auch in mehrere Teams aufspalten oder einzelne erkennen, dass sie keine Lust haben, in einem der sich entwickelnden Projekt tatsächlich aktiv zu werden. Diese beiden Phasen finden vorzugsweise in einem Seminarhaus statt, so dass die TeilnehmerInnen auch die Zeit ausserhalb des Seminarraumes gemeinsam verbringen. In der dritten Phase geht es darum in den entstandenen Teams die Projekte konkret weiter zu entwickeln, dabei ist es wichtig möglichst früh Kunden, Kooperationspartner, Investoren und Lieferanten in den Prozess einzubeziehen. Diese Phase bedarf nicht mehr der Form des gemeinsamen Wohnens. Es reicht ein Raum, in dem man sich regelmässig trifft. Sie kann zwischen einem und sechs Monate dauern, je nach Komplexität der zu entwickelnden Idee. Sie schliesst mit der konkreten Firmengründung ab. Die Rechtsform hängt von der Art der wirtschaftlichen Aktivität ab. Anwendungsbereiche der Team-AG: Die Team-AG eignet sich für die lokale Wirtschaftsentwicklung und kann von Arbeitsämtern und Kommunen gefördert werden. Sie eignet sich auch sehr gut für Gemeinschaftsprojekte (Co-Hausing-Siedlungen, Ökodörfer usw.) 
Regionaltreffen des Begleitnetzwerks im Ökologischen Bildungszentrum Autoren und weitere InformationenThomas Diener FairWork GmbH Postfach 9510 CH 8036 Zürich +41 79 376 63 36 Web.: www.fairwork.com E-Mail:
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Wolfgang Fänderl Akademie Führung & Kompetenz Centrum für angewandte Politikforschung Maria-Theresia-Str. 21 81675 München +49 89 2180-1333 Web.: www.gemeinsinn-werkstatt.de E-Mail:
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