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Wie lässt sich „Community Organizing“ – einer der bekanntesten und erfolgreichsten Beteiligungsansätze der USA - bei der Bürgerbeteiligung in München einsetzen? Hierzu fand ein Praxisworkshop vom 10. bis 11. Juni 2005 im Ökologischen Bildungszentrum München statt, über den hier kurz (Artikel von Wolfgang Fänderl) bzw. ausführlich (PDF von Wolfgang Goede) berichtet wird.

Die Bronzeplastik vor der Frauenkirche ein Symbol für erstarrte Bürgerprozesse? WAS?
In den letzten Jahren ist ein vermehrter Rückgang von Mitgliedern und aktiver Beteiligung in politischen Parteien, Kirchen und anderen Organisationen zu verzeichnen. Zivilgesellschaftliche Beteiligungsansätze werden von offiziellen Stellen oft skeptisch betrachtet und kaum ernsthaft betrieben. Ungeachtet dieser Tendenzen zeigen Untersuchungen das nach wie vor große Potenzial und die Bereitschaft zu bürgerschaftlichem Engagement. In den Vereinigten Staaten hat sich dagegen neben (oder trotz) der wenig demokratischen Nationalpolitik in den vergangenen 70 Jahren die Graswurzelbewegung weiterentwickelt. Die Methode des Community Organizing ist mittlerweile in hunderten amerikanischer Städte gerade im Sinne ärmerer Menschen auf dem Vormarsch. Community Organizing als Beteiligungsansatz zeichnet sich durch aktives Zuhören und durch das Knüpfen öffentlicher Beziehungen aus. Dadurch entstehen Bürgerorganisationen, die sich in kommunale und politische Prozesse einmischen und nachhaltig Einfluss nehmen. Dem konstruktiven Umgang und der adäquaten realistischen Einschätzung von Machtinteressen galt dabei das Hauptaugenmerk. 
Beteiligte beim Praxisworkshop 10.-11.06.05 im ÖBZ Die Veranstaltung beleuchtete folgende Aspekte: - Einführung in die traditionsreiche Methode des Community Organizing (Hintergrund, Ansätze, Beispiele)
- Reflexion der Herausforderungen bei der Umsetzung in Deutschland und Konkretisierung anhand eigener Beispiele, unter besonderer Berücksichtigung der hiesigen Bürgerbeteiligungs-Kultur
- Kollegiale Beratung unterschiedlicher Anliegen aus dem Münchner Raum und Erarbeitung erster Projektideen
- Einübung von Kontaktgesprächen zu Beginn eines Community-Organizing-Prozesses
- Erörterung von Fragen der Fortbildung zum/zur Community-Organizer/-in und Etablierung der Methode in Deutschland
Im Zentrum standen konkrete Anregungen und praktische Tipps für alltägliche Anliegen, die im Workshoprahmen gemeinsam und auf die jeweiligen Belange der Beteiligten angepasst werden konnten. WER? Reverend Paul Allan Cromwell, einer der führenden Geistlichen der United Church of Christ, blickt auf eine 25-jährige Erfahrung als Community Organizer in den Vereinigten Staaten zurück. Auf Einladung der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) bereist er seit neun Monaten unser Land, um in Gesprächen mit Angehörigen der Sozialberufe, Kirchenvertretern und Repräsentant/-innen des öffentlichen Lebens die Beteiligung von Bürgern und Bürgerinnen durch Community Organizing vorzustellen.
Die Veranstaltung am 10. und 11.06. wurde von Fo-CO (http://www.fo-co.info/), Netzwerk Gemeinsinn e.V. (www.gemeinsinn-werkstatt.de) und der Akademie Führung & Kompetenz (www.cap-akademie.de) unterstützt. Als weiterer Kooperationspartner konnte das Ökologische Bildungszentrum (www.oebz.de; Träger: Münchner Volkshochschule und Münchner Umwelt-Zentrum e.V.) gewonnen werden, das die Räume kostenfrei zur Verfügung stellte. Sämtliche Einrichtungen fühlen sich der Förderung von Beteiligung in unserer Gesellschaft verpflichtet und unterstützen die Veranstaltung durch Know-how, Logistik und Räume. 
Workshop-Forum im Ökologischen Bildungszentrum 10.06.2005 WIE?Der Praxisworkshop fand mit 16 Beteiligten in den Räumen des Ökologischen Bildungszentrums in der Engelschalkinger Str. 166 statt. Workshopsprache war English/Deutsch. 
Arbeitsgruppe zu direktem Beteiligungsvorhaben Ablauf des Workshops
10.06. Freitag Abend 17.00 bis 21.30 Uhr: Kennenlernen der Workshop-Beteiligten, Vorstellung der Grundregeln und Erfahrungen von Beteiligungsprozessen im Sinne von Community-Organizing, Einstieg in die Kontakt-Interviews zu Beginn von CO-Prozessen 11.06. Samstag Vormittag 9.00 bis 12.30 Uhr: Anwendung der Methode auf Empowermentprozesse vor Ort, Identifikation problematischer Situationen und Entwicklung lösungsorientierter CO-Ansätze, die Kunst der Verhandlung mit Machthabenden (Rollenspiele) 11.06. Samstag Nachmittag 13.30 bis 16.30 Uhr Organisatorische Fragen in Hinblick auf die Effizienz von eigenen Beteiligungsprozessen und weiterer Zusammenarbeit beim Aufbau eines Community Organizing Netzwerks. 
Überreichung der Teilnahme-Bestätigungen durch Paul 11.06.05 Der Ablauf und die Inhalte des Workshops werden auf einem 7-seitigen PDF durch Wolfgang C. Goede beschrieben. Die schriftlichen Feedbacks, ausgewertet durch Antje Höhler haben ergeben, das vor allem das Veranstaltungskonzept zur Eigeninitiative & Umsetzung des Gelernten inspiriert hat, sowie die theoretischen & praktischen Anregungen zur Umsetzung von CO sehr hilfreich waren und der Rahmen des CO-Workshops (Einladung, Verpflegung, Materialien, Räumlichkeiten) als sehr angenehm empfunden wurde.
Besonders erwähnenswert fanden die meisten Teilnehmenden, - dass kleine aktive Gruppen zu großen Gruppen von Aktivisten ausgebaut werden können
- dass nicht nur eigene Ziele verfolgt werden sondern der echte Austausch wichtig ist
- dass ein Unterschied zwischen Vernetzung und Community-Organizing besteht
- wie die face-to-face-Gespräche funktionieren
- wie man sich in großen Gemeinschaften verbünden kann um mächtiger zu werden
- wie wichtig klare Zielformulierungen sind um weitere Schritte anzugehen
- "it is highly political, it is about money and people"
Als besonders hilfreich wurde erwähnt, dass für das Training mit Rollenspielen gearbeitet wurde, die wichtigsten Schritte der Beteiligung analysiert wurden und Paul´s Präsentation klar strukturiert war. Die Beteiligten wünschten sich für ein ähnliches Training in Zukunft mehr Zeit für praktische Übungen, vorbereitete Handouts und eine klarere Trennung zwischen Inputs von Paul und gemeinsamen Diskussionen. Wünsche für die Zukunft lauteten: weiteren Austausch zu CO, Vernetzung mit anderen Gruppen in Deutschland und den USA, Einzelprojektberatung, finanzielle Unterstützung InformationenWolfgang Fänderl Akademie Führung & Kompetenz Maria-Theresia-Str. 21 81675 München Tel.: 089/ 2180-1333 Fax.: 089/ 2180-5850 E-Mail: faenderl@cap-akademie Web: www.gemeinsinn-werkstatt.de Weitere Informationen zu Community-Organizing erhalten Sie über Wolfgang C. Goede (
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) und Paul Cromwell (
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) vom Forum Community Organizing www.fo-co.info. Nur angemeldete Besucher können Kommentare verfassen. Bitte melden Sie sich an oder erstellen Sie sich ein neues Benutzerkonto. Powered by AkoComment 2.0! |