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Wie können Sozialbereich und Unternehmen sich so vernetzen, dass beide Seiten gewinnen? Am 25.04.2005 hat die Münchner Initiative CSR entsprechende Konzepte und Projektideen bei LeMoMo (Regionales Begleitnetzwerktreffen) vorgestellt und mit interessierten Beteiligten weiterentwickelt.
WAS?Massenarbeitslosigkeit, die Herausforderungen der Globalisierung und der Rückzug des Staates aus vielen gesellschaftlichen Bereichen führen zu veränderten Rahmenbedingungen. Ist unser Wohlstand auch in der Zukunft noch garantiert? Welche Gesellschaft hinterlassen wir nachfolgenden Generationen? Neue Konzepte und Ideen für Innovationen und zur Sicherung des sozialen Zusammenhalts sind deshalb notwendiger denn je. 
Der Marienplatz im Herzen Münchens (Aufnahme 2004, WF) Corporate Social Responsibility ist ein Ansatz in der Geschäftswelt, der in den USA und anderen Ländern Europas schon weit verbreitet, in Deutschland jedoch noch relativ unbekannt ist. Er zielt darauf ab, dass Unternehmen über ihre gesetzliche Pflicht hinaus – aus wohlverstandenem Eigeninteresse - ökologisch bewusst und sozial gerecht handeln und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Das Thema von LeMoMo (Abendveranstaltung von Netzwerk Gemeinsinn e.V.) stand diesmal unter dem Motto: „Verantwortliches Unternehmentum in der Weltstadt mit Herz“. Ziel war es, in der Isarmetropole als Innovationsstandort den Diskussionsprozeß für ein verantwortungsvolles Unternehmertum in Gang zu setzen, um vor allem kleinere und mittlere Unternehmen für dieses Zukunftsthema zu sensibilisieren sowie bei konkreten Projekten zu unterstützen. Die Veranstaltung hat dazu beigetragen in das Thema einzuführen, konkrete Projekte kennen zu lernen, gemeinsam den Ansatz zu reflektieren und weitere Schritte anzudenken. 
Begleitnetzwerk bei LeMoMo am 25.04.05 WER?LeMoMo, das Regionaltreffen von Netzwerk Gemeinsinn e.V wird in Zusammenarbeit mit der Akademie Führung & Kompetenz am CAP (LMU) und der Münchner VHS am letzten Montag im Monat organisiert. Wolfgang Fänderl war Gastgeber und führte durch die anschließende Diskussion und Reflexionsrunde. Eingeladen hatte die Münchener Initiative CSR (
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), die Anfang diesen Jahres aus einem Arbeitskreis und vielseitigen Kooperationsgesprächen hervorgegangen ist. Zu den InitiatorInnen gehören Jobst Münderlein, Michael Welzel und Ingrid Honzak (vgl. Bild von links nach rechts), die auch weitgehend durch den Abend führten. 
InitiatorInnen der Münchner Initiative CSR Gekommen waren 19 Partnerinnen und Partner aus den Bereichen Beratung, Erwachsenenbildung, Sozialbereich, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien, sowie Vertreter von Unternehmen. WIE?Ablauf Das Münchner Regionaltreffen des Gemeinsinn-Begleitnetzwerks fand am 25.04.2005 im Ökologischen Bildungszentrum München statt. Um 18.30 Uhr wurde das Mitbringbuffet und damit auch der informelle Teil eröffnet. Um 19.00 Uhr wurde mit einer Kennenlernrunde begonnen, bei der die Anwesenden ihren Bezug zum Thema CSR formulierten. Anschließend gaben die Initiatoren der Münchner Initiative CSR eine sehr anschauliche Einführung in die Thematik und eigene praktische A nsätze. Sowohl Diskussionsbeiträge als auch eine Vielzahl von Hinweisen unterstützen die Präsentation. Zum Ausblick wurde auf die Möglichkeit hingewiesen, die Diskussion bei weiteren geplanten Veranstaltungen fortzuführen. Frithjov Finkbeiner vom Weltstiftungsrat stellte im Anschluss daran den Global Marshall Plan vor, was auf viel mehr Interesse stieß als zeitlich vertieft hätte werden können. Fortsetzung folgt. Inhalte
Definition: Corporate Social Responsibility wird laut EU ein Konzept genannt, welches Unternehmen als Grundlage dient auf a) freiwilliger Basis b) soziale Belange und Umweltbelange c) in ihre Unternehmenstätigkeit d) und in die Beziehungen mit ihren Partnern zu integrieren. Dabei wird insbesindere auch die Beziehung zum sozialen Umfeld der Unternehmen analysiert und im Unternehmenshandeln berücksichtigt. Zu den wichtigsten Stakeholdern (dt. Anspruchsgruppen) gehören Investoren, Kunden, Mitarbeiter und kritische NGOs, die oft besonders großen Einfluss auf Unternehmen ausüben können. Daneben sind aber auch Kleinaktionäre, Zulieferer, High Potentials, die öffentliche Hand, Politik, Wissenschaft, Nachbarschaft und Mitbewerber in einer ausgewogenen und langfristig ausgerichteten Unternehmensstrategie zu berücksichtigen. 
Die Diskussion zu CSR beim LeMoMo im April 05 Eine am Ansatz der „Triple-Bottom-Line“ ausgerichtete Unternehmensführung ermöglicht so eine zukunftsfähige Balancierung von wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Interessen ("Nachhaltigkeitsdreieck"). Jobst Münderlein betont, dass dies nur sinnvoll gelingen kann, wo das Geschäftshandeln nicht nur an kurzfristigem Gewinnstreben orientiert ist: „CSR ist ein Ansatz, der nicht zufällig agiert sondern strategische Ziele verfolgt.“ Nutzen bringt CSR den Unternehmen dadurch, dass… CSR ist ein Lernprozess: Unternehmerisches Engagement beginnt, insbesondere bei kleinen und mittelständischen Firmen, auf der oft rein "karitativen" Ebene und geht meist erst durch externen Druck über in "Reputationsmanagement" unter dem Motto „Gutes tun und darüber reden“. Wirtschaftlich interessant wird die Umsetzung der „Corporate Responsibility“, wenn eine langfristige Strategie verfolgt wird, in der sich das gesellschaftliche Engagement des Unternehmens mit dem Kerngeschäft strategisch verbindet. Zur Veranschaulichung benutzt Jobst Münderlein das Analyseraster von John Elkington, dem Gründer der englischen Beratungsforma SustainAbility (www.sustainability.com). Er ging der Frage nach, wie Unternehmen aufgestellt sein müssen, um die Zukunft zu gestalten. Er entwickelte dazu eine Meta-Matrix, das dem von Franz Müntefering in seiner jüngst angestoßenen Kapitalismusdebatte gebrauchte Bild von verantwortungslosen Investorengruppen als Heuschrecken, das positive Bild fleißiger, gemeinschaftsorientierter Bienen entgegensetzt: 
bildhaftes Analyseraster für Unternehmensstrategien (John Elkington) Die ReferentInnen stellten dann eine Reihe von Ansätzen und Fallbeispielen vor. Sie bestätigen damit vor allem den wachsenden Einfluss von Kunden und Mitarbeitern auf das verantwortliche Handeln von Unternehmen. Gesamtgesellschaftlich wird neuerdings unter dem Schlagwort „Responsible Competitiveness“ über geeignete Rahmenbedingungen für unternehmerisches CSR-Engagement diskutiert. Wie etwas später von Frithjov Finkbeiner noch weiter ausgeführt wurde, endet die Verantwortlichkeit aber auch dort noch nicht. Erst durch europäische und weltweite Regelung von Rahmenbedingungen für verantworliches Unternehmertum kann den Verwerfungen der Globalisierung begegnet werden und echter Gewinn und Nachhaltigkeit für die gesamte Weltbevölkerung entstehen. 98% der Unternehmen sind kleine und mittelständige Betriebe, die nicht so zentral im Blick der Öffentlichkeit stehen, wie große international agierende Konzerne. Doch der Mehrwert liegt ja nicht nur in der öffentlichen Anerkennung sozialer Haltung sondern auch in den zwischenmenschlichen Entwicklungen bei Firmen die ihre Mitarbeiter verantwortlich beteiligen und sich in ihrem Umfeld sozial einsetzen. Gesellschaftliches Engagement wird nicht nur auf finanzieller (Sponsering), sondern vor allem auf Beteiligungsebene (Kooperation) für die Firmen selbst effektiv. Die Mitarbeiter und die Nachbarschaft am Standort in Kontakt zu bringen ist weit effektiver für die Reputation der Firmen, als unpersönliche Wohlfahrt. Die Münchner Initiative CSR strebt deshalb ein breites Bündnis aus Unternehmen und gesellschaftlichen Gruppierungen an und versteht sich dabei als unabhängiger Partner der Wirtschaft, offen für Anregungen und neue Impulse. Die Organisation der Initiative obliegt derzeit einem dreiköpfigen Koordinationsteam.
Die Frage der Münchner Initiatoren ging deshalb auch in positive Richtung: „Wo sind in München die guten Beispiele bzw. kleinen gesellschaftlichen „Oasen“, die helfen können Veränderungsprozesse mitzugestalten?“ Andererseits wurde dann auch die Frage gestellt, „wo in München der Handlungsdruck am größten ist?“ Die Münchner Initiative CSR stellte nach diesem inhaltlich konzeptionellen Teil ihre bisherigen und geplanten Aktivitäten vor. Besonders hingewiesen wurde auf den ersten Münchner CSR-Stammtisch am 10. Mai 2005 im Haidhauser Unionsbräu, zum dem Anwesnde herzlich eingeladen wurden. Angekündigt wurde des weiteren eine Podiumsdiskussion mit Filmpräsentation zum Auftakt einer CSR-Filmreihe am 1. Juni 2005 im Kulturzentrum Gasteig sowie eine Informations- und Sensibilisierungsveranstaltung für kleine und mittelständische Unternehmen im Münchener Rathaus am 13.Juni 2005, den die Münchener Initiative im Auftrag des Referats für Arbeit und Wirtschaft der Landeshauptstadt München und in Kooperation mit der Handwerkskammer und der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern durchführten. Ausführliche und aktualisierte Informationen dazu finden sich auch auf der Homepage der Münchener Initiative CSR: http://www.muenchenerinitiative.de AnsprechpartnerInnen:Jobst Münderlein, Diplom-Soziologe, Tätigkeit als CSR-Consultant. Michael Welzel, Diplom-Politologe, Tätigkeit als freiberuflicher PR-Berater. Ingrid Honzak, Diplom-Betriebswirtin, Tätigkeit als Operational Manager in der Biotechnologie und Pharmaindustrie. Abschlussbericht: Jobst Münderlein und Wolfgang Fänderl Fotos: Klaus-Dieter Wolf Nur angemeldete Besucher können Kommentare verfassen. Bitte melden Sie sich an oder erstellen Sie sich ein neues Benutzerkonto. Powered by AkoComment 2.0! |