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Passgenau und kompetent - Coaching-Ansätze für Menschen mit Lust auf freiwilliges Engagement Drucken E-Mail
Geschrieben von Maren Schüpphaus   
Montag, 21. Februar 2011

p1000129 (kopie).jpgEinsatzmöglichkeiten des Lebens- und Berufsplanungsinstrumentes ProfilPASS war Thema des Regionaltreffens von Netzwerk Gemeinsinn am 28.02.2011. Monika Bischlager (Münchner Bildungswerk e.V.) und Petra Bauer-Wolfram (Stiftung Gute-Ta.de) stellten das Instrument und ein Projekt vor, das Ehrenamtlichen Entscheidungshilfen bei der Wahl eines neuen bzw. Ausweitung oder Änderung eines vorhandenen Ehrenamtes bietet. Die Anwesenden testeten und diskutierten die Projektidee.

WAS

Viele Menschen möchten sich freiwillig engagieren - manchen fällt es jedoch schwer, sich zu orientieren. Sie wissen nicht auf Anhieb, wo sie sich einsetzen und welche Tätigkeiten sie übernehmen könnten. Zwar geben in München die jährliche Freiwilligenmesse und die monatlichen Info-Points für bürgerschaftliches Engagement Interessierten einen Überblick über das vielfältige Angebot. Doch fehlt es an Methoden, um die Menschen zu begleiten und ihre persönlichen Interessen, Motive, Ziele und Entwicklungsperspektiven ausführlicher zu klären. Dadurch könnte es besser gelingen, überhaupt erst den Zugang zu einem passenden freiwilligen Engagement zu finden bzw. - aus Sicht der Koordinatoren und Vermittlungsagenturen - einen passenden Einsatzort zu vermitteln.

Das Instrument PROFILPASS unterstützt Menschen in ihrer Lebens- und Berufsplanung. Seit mehreren Jahren bietet das Münchner Bildungswerk Profilpass-Seminare an für Menschen, die an biographischen Wendepunkten stehen und sich neu orientieren wollen. Mit Hilfe des Profilpasses erforschen Menschen ihre persönlichen Fähigkeiten und decken ihnen bisher nicht bewusste Kompetenzen auf. Denn systematisch werden alle bisherigen Fähigkeiten einer Person dokumentiert und ausgewertet.

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Ob Kompetenzen aus Hobby, Familie, Beruf oder Ehrenamt - der Profilpass verspricht: "Sie können mehr, als Sie glauben". Der Profilpass hilft bei der Formulierung von Wünschen und persönlichen Zielen sowie der Planung der nächsten Schritte. Häufig reift der Entschluss, sich ehrenamtlich zu engagieren. Der Profilpass (www.profilpass.de) wurde als Projekt zur Förderung des lebenslangen Lernens von mehreren wissenschaftlichen Instituten entwickelt und seit 2006 insbesondere zur Berufsorientierung eingesetzt: neben dem Profilpass für Erwachsene gibt es auch eine Version für Jugendliche.

Aus einem Kontakt der Stiftung Gute Tat und dem Münchner Bildungswerk entstand vor einigen Wochen die Idee, mit Hilfe des Profilpasses ein Coaching-Angebot mit ehrenamtlich tätigen Coaches zu entwickeln. Zielsetzung und Ausgestaltung dieses Angebotes werden derzeit konkretisiert; z.B. könnten Coaches über einen begrenzten Zeitraum einmal im Monat eine Kleingruppe begleiten. Im Regionaltreffen am letzten Montag im Monat (LeMoMo) wurde nun gemeinsam überlegt:

  •  Wie könnte ein Coaching-Ansatz aussehen (Module, Setting)
  •  Inwieweit wäre auch eine Vernetzung von Ehrenamtlichen sinnvoll/machbar (Bildung von Teams ähnlicher Interessenlagen)
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WER

Die 16 Teilnehmenden waren interessiert daran:

  • den Profilpass als Instrument der Lebens- und Berufsplanung sowie seine Einsatzmöglichkeiten im bürgerschaftlichen Engagement kennen zu lernen und auszuprobieren,
  • über Coaching-Ansätze nachzudenken und die Projektentwicklung kollegial zu beraten
  • als ehrenamtlicher Coach tätig zu werden (Kontakt: Stiftung Gute-Tat.de
Das Instrument Profilpass stellten vor und testeten mit den Anwesenden:
Monika Bischlager, Bildungsreferentin am Münchner Bildungswerk e.V. (www.muenchner-bildungswerk.de) und Petra Bauer-Wolfram (Standortkoordinatorin der Stiftung Gute-Tat.de München).

Netzwerk_Gemeinsinn_Logo.jpgGastgebende war Maren Schüpphaus vom Netzwerk Gemeinsinn e.V., die in den Räumen des Ökologischen Bildungszentrums (Kooperationspartner seit 2003) einlud.

 

WIE

Kurzbericht Philippe Fortuné

Zwischen 18:00 und 18:30 Uhr kamen bis zu 16 Interessenten, die u.a. auch das Mitbring-Buffet bereicherten. Nach einer Vorstellungsrunde wurde auch das Instrument ProfilPASS anhand eines persönlichen Beispiels aus dem Bereich Hobby/Freizeit vorgestellt und nachgefragt, welche Fähigkeiten und Kompetenzen dadurch erworben wurden.  

Die Projektidee eines Coachings für freiwillig Engagierte

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Es soll ein Konzept entwickelt werden, dass Ehrenamtliche darin unterstützt, im Austausch mit anderen sich ihrer Stärken (und Schwächen) bewusst zu sein und dadurch eine Entscheidungshilfe für die Wahl eines Ehrenamts, bzw. für eine Ausweitung oder Änderung des vorhandenen Ehrenamts zu erhalten.

Durch die Arbeit am ProfilPASS sollen Ehrenamtliche Sicherheit gewinnen in den eigenen Entscheidungen, mit größerem Selbstbewusstsein im Ehrenamt tätig sein und Hilfe in schwierigen Situationen bekommen durch Austausch und kollegiale Beratung. Erreicht werden soll dies durch Treffen in Kleingruppen mit ehrenamtlichem Coach. Ein Coach braucht dazu Kenntnisse in der Arbeit mit dem ProfilPASS.

Diskussion zur Machbarkeit

Zur Frage, ob die Vernetzung Ehrenamtlicher sinnvoll ist, kam ein unbedingtes Ja aus der Gruppe. Hierzu kam der Vorschlag, ein Forum einzurichten und so das Wissen zu teilen. Vernetzung zur Selbstorganisation und zum Erfahrungsaustausch unter Freiwilligen war bei allen sehr erwünscht (Stammtische erscheinen jedoch zu unflexibel).

Die Diskussion kam auch zum Ergebnis, dass es unbedingt wichtig ist, sich über die Zielgruppe klar zu sein. Erst dann ist ein genaueres Vorgehen planbar und kann abgestimmt werden auf interessierte Ehrenamtliche. Es erschien vielen auch sinnvoll, Ehrenamtliche die neu anfangen und Ehrenamtliche die bereits da sind zu trennen und unterschiedliche Angebote zu machen.

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Hilfreiche Einsätze durch den ProfilPASS werden eher nur für bestimmte Gruppen von Ehrenamtlichen gesehen. Für diejenigen, die ihre Kompetenzen nicht kennen, die oft nicht wissen, was sie tun sollen oder was sie wollen. Für jüngere Menschen scheint der Ordner zu aufwändig, zu wenig lust- und spaßorientiert. Wer schneller zum Ziel kommen will, nimmt sich nicht die Zeit für eine umfassende Selbstbefragung. Wichtig ist zu klären, wohin ich gehen kann, wenn ich den ProfilPASS gemacht habe.

Welches Vorgehen erscheint nun denkbar?

Es könnte ein stufenweises Angebot sein, von einer halben Stunde Kurzeinführung bis zum Coaching in mehreren Treffen. Dies kommt darauf an, wer mit welchem Anliegen kommt, welche Zielgruppe erreicht wird. Auf jeden Fall dürfen nicht zu viele Treffen organisiert werden, drei bis vier Treffen müssen reichen. Mehrere Eckpfeiler traten für viele in den Mittelpunkt:

  • Anerkennung, Lob (ich arbeite ehrenamtlich und bekomme dafür ...)
  • Arbeiten mit Spaß
  • Bauchebene berücksichtigen
  • Sichtbarmachen von Stärken durch Visualisieren (Malen, Bilder, gestalten)
  • Spiegeln in der Gruppe und Feedback

img_0600.jpgJe nach Bedarf sollen auch andere Instrumente eingesetzt werden. Ein ProfilPASS-Praktikum bei „Gute Tat" könnte z.B. hilfreich sein. In einem ersten Schritt müssen die Coaches begeistert werden. Es heißt Hemmschwellen zu überwinden (z.B. bei der Arbeit mit Migranten), mit dem Thema Nähe und Distanz umzugehen und ein Qualifizieren im Ehrenamt zu ermöglichen. Die Empfehlung letztlich war, es einfach auszuprobieren, in verschiedenen Modulen unter obigen Gesichtspunkten.

Abschließendes Resümee

Das Projekt muss sich nicht allein auf den ProfilPASS gründen sondern könnte auch andere Instrumente mit einbeziehen. Entscheidend ist jedoch, es erst einmal auszuprobieren. Mehrere unter den Teilnehmenden an diesem Abend können sich eine Mithilfe als Coach vorstellen oder möchten sich bei Gute Tat engagieren. Unter der Devise begeistern und starten und dem Hinweis, dass auch weitere Schritte im LeMoMo gemeinsam angedacht werden können, ging dieser spannende Abend zu Ende. Von allen kam die Rückmeldung, dass es anregende Gespräche und viel Neues gab.

Kontakt

Maren Schüpphaus
schuepphaus@netzwerk-gemeinsinn.net
Tel.: 089/82085880

Oder direkt bei Stiftung Gute-Tat.de Region München:
muenchen@gute-tat.de
Tel. 089/454 75 004

 
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