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Die Herausforderungen unserer Gegenwart rufen nach neuen Wegen der politischen Teilnahme, Partizipation, Inklusion. Sie setzen auf der niedrigsten politischen Ebene an, der Nachbarschaft und Kommune. Dort können Bürger effektiv Einfluss nehmen und mitgestalten. Eine erfolgreiche Empowerment-Methode aus den USA zeigt, wie.
WAS
Nur wenn Bürger auf politische Entscheidungen effektiv Einfluss nehmen können und erkennen, dass sie ihr nachbarschaftliches Umfeld mitgestalten können, Brücken zu ihren Nachbarn schlagen können, werden sie die Courage aufbringen und das Knowhow gewinnen, auch dicke Bretter zu bohren: sich in Themen wie die globale Erwärmung, Verbesserung der schulischen Bildung, Menschenrechte für alle und Frieden aktiv einzuklinken. Wer den zweiten und dritten Schritt machen will, muss erst mal den ersten sicher ausführen.
"Beteiligung übers Reden hinaus" ist das Thema von Netzwerk Gemeinsinn und so ist Community Development als Weiterentwicklung des Community Organizing als spannender Ansatz erkannt worden. Jim Caparo aus Chicago wird diesen Methodenansatz von 07. bis 09.09.2011 in München vorstellen. Wolfgang C. Goede, einige jahre lang Wegbegleiter von Caparo in Chicago, fasst in diesem Artikel die Entwicklung und Kerngedanken von Community Development zusammen.
WER
Jim Capraro blickt auf eine nunmehr 40-jährige Karriere als Community Organizer und Community Developer zurück. Er organisierte Studenten gegen den Vietnamkrieg. Später war er beteiligt an einer landesweiten Kampagne, die Banken gesetzlich dazu zwang, einen Teil ihrer Gewinne in ärmere Stadtteile zu investieren.
Die vorläufige Krönung seiner Laufbahn war die Gründung der Greater Southwest Development Corporation. Sie macht den Südwestteil Chicagos zum Vorzeigestadtteil für eine gesunde ökonomische Entwicklung, Partizipation seiner Bürger sowie Integration von Migranten. Mittlerweile ist er zwischen Atlantik und Pazifik als gefragter Development-Berater unterwegs.
WIE
Die Weiterentwicklung des klassischen Community Organizing
Wer seinen Kiez, seine Stadt und sein Land auf Trab bringen will, muss erst mal gut zuhören können und herausfinden, was die Menschen bewegt. Dann muss er sie zusammenbringen, organisatorisch vernetzen und mit ihnen die Probleme Stück für Stück abarbeiten, notfalls gegenüber Behörden Druck aufbauen.
Das ist aber nur eine Seite der Medaille. Beim Community Development geht es nicht allein um Konfrontation (wie beim klassischen Community Organizing), sondern vor allem auch um Kooperation: Zusammenarbeit mit öffentlichen Einrichtungen und der Wirtschaft, Erschließung von Entwicklungsgeldern, Schaffung neuer Arbeitsplätze. Die beiden Komponenten sind sozusagen das Yin und Yang einer Gesellschaft. Wie sich beide ins Gleichgewicht bringen lassen, das verrät der anschließende Beitrag.
Capraro schweißt als Community Organizer eine stadtweite Koalition zusammen
"I have a dream." Dieser Satz hat das Leben von Jim Capraro geprägt. Der heute 60-Jährige war Teenager, als Martin Luther King einen Marsch durch seine Nachbarschaft veranstaltete. Das war Marquettepark im Südwesten Chicagos, ein traditionell weißer Sprengel. Jim erlebte zum ersten Mal in seinem Leben Hass, sah ohnmächtig mit an, wie seine Nachbarn den prominenen Bürgerrechtler und seine afroamerikanische Gefolgschaft mit Bierflaschen bewarfen. „Nein!", empörte sich der junge Mann, „leben wir denn nicht in einer Demokratie, wo bleibt das Recht auf Meinungsfreiheit, ist nicht jeder in diesem Land gleich geboren?"
Das war der Zündfunke im Leben des Jim Capraro, auch „Cappy" genannt. Er wurde in der Antikriegsbewegung aktiv, organisierte 1968 Studenten gegen den Vietnamkrieg, brachte Anfang der 1970-er Schwarze und Weiße in Südwest-Chicago zu Koalitionen zusammen, um gemeinsam für mehr Sicherheit auf den Straßen, bessere Schulen und gegen den Verfall der Häuser in der Nachbarschaft einzutreten. Seine alte Wohngegend war auf dem Weg zum Slum. Schnell erkannte der Aktivist, dass bei allen Anstrengungen das Gebiet zu klein war und die Ressourcen nicht reichten, um die Entwicklung zu stoppen.
Bald schweißte Capraro eine Chicago-weite Koalition zusammen, in der 30 Nachbarschaftsorganisationen gemeinsam gegen die Verslumung ihrer Stadtteile vorgingen. Sie machten Druck auf die Besitzer von Wohnhäusern, Slumlords, die dort nur die Mieten kassierten, aber die Gewinne nicht für dringend benötigte Reparaturen einsetzten. Das Bürgerbündnis erreichte, dass es für alle Problemhäuser in seinen Stadtteilen einen gemeinsamen Gerichtstermin bekam. Dabei wurden die Mieter gehört, die über die Zustände in ihren Gebäuden berichteten, notfalls Zwangsinstandsetzungen erzwingen konnten. Das war einmalig in der Historie Chicagos, eine große Erfolgsgeschichte - doch diese Maßnahme konnte die Zerstörung ganzer Wohnviertel nur verlangsamen, nicht stoppen.
Banken müssen einen Teil ihrer Gewinne in Stadtteilen reinvestieren
Ab Mitte der 1970er Jahre war Jim Capraro an einer neuen Front tätig. Die Arbeit der letzten Jahre und die vielen Recherchen hatten gezeigt: Es waren nicht allein der allgegenwärtige Rassenhass gegenüber Minderheiten, korrupte Politiker, gewinnsüchtige Hausbesitzer, pflichtvergessene Gerichte und diskriminierende Stadtverwaltungen, die dazu beitrugen, dass immer mehr Wohnviertel in den großen US-Städten wie nach einem Bombenangriff aussahen. Es waren hauptsächlich die Sparkassen und Banken, die den Geldfluss stoppten, um bestimmte Wohnviertel einen roten Kreis zogen und sie finanziell erdrosselten. Gesetze waren nötig, um diese Praxis zu stoppen.
Capraro weitete seinen Aktionskreis noch einmal aus, half beim Bau einer USA-weiten Städtekoalition, die in der New Yorker Wall Street sowie im Senat der Hauptstadt Washington mit spektakulären Aktionen auf diesen Missstand aufmerksam machten. Ein gieriger Geldhai, der wie ein Zeppelin vor den ins Visier genommenen Banken sowie Schaltstellen der Politik hin und herflog, sorgte für landesweite Publizität. Das Ergebnis: eine gesetzliche Regulierung von New York bis Los Angeles, die die Geldinstitute dazu verpflichtete, einen Teil ihrer Einlagen und Gewinne in ärmeren Nachbarschaften zu reinvestieren - für ein Land mit einer weitgehend unkontrollierten Marktwirtschaft fast eine Revolution!
Die Weiterentwicklung zum Community Development
Doch inzwischen hatte Capraro seinen Einsatzbereich noch einmal verändert. Er war in seine Heimat am Marquettepark zurückgekehrt und erfand dort ein neues Modell des nachbarschaftlichen Engagements, das jeden Bewohner und jedes Geschäft erreichen und einbinden sollte. Aus dem Community Organizing entwickelte er das Community Development.
Ersteres ist die Basis für ein funktionierendes Gemeinwesen. Menschen vernetzen sich und lösen Probleme, die ihnen gemein sind und die sie alleine nicht bewältigen können. Dafür finden sie Ziele oft außerhalb ihres Wohnbereichs, auf die sie gemeinsam Druck ausüben. Das hat in den USA seit den 1930-er Jahren Tradition, als der Soziologe Saul Alinsky in Chicago das Community Organizing erfand. In einer großen Koalition mit Bürgervereinigungen und Kirchen sanierte er Chicagos Schlachthofviertel, das der Schriftsteller Upton Sinclair als größten Slum des Landes beschrieben hatte.
Community Development nutzt Ressourcen und Potenziale eines Stadtteils
Auf der Grundlage einer gut organisierten Nachbarschaft baut das Community Development auf. Es nimmt die Menschen selber in die Pflicht und bringt sie dazu, die eigenen Ressourcen und Potenziale noch viel aktiver als zuvor in die kommunale Arbeit einzubringen und gemeinsam nach neuen Mitteln zu suchen. Das Ergebnis davon in Südwest-Chicago: Der Stadtteil wurde stabilisiert, sein Verfall gestoppt, vor allem durch wirtschaftliche Anreize. Es entstanden neue Industrien, die Tausende Arbeitsplätze schufen. Insgesamt flossen in den letzten 30 Jahren eine halbe Milliarde Dollar in den Stadtteil. Noch bevor US-Präsident Obama die gesetzlichen Grundlagen für die Gesundheitsvorsorge für alle Bürger schuf, gab es in Südwest-Chicago einen kostenlosen Dienst für alle. Das Viertel wurde zum Vorzeigeviertel im ganzen Lande.
In einem Aufsatz im „Journal of Urban Affairs" hat Capraro ausführlich über seine Arbeit und die Methode berichtet. Der Titel: „Community Organizing + Community Development = Community Transformation". Der Stadtteil zählt 100 000 Einwohner, ein großer Teil davon Afroamerikaner, immer mehr Neubürger aus dem Mittleren Osten sowie einem „explodierenden Anteil an Lateinamerikanern". Priorität war die Instandsetzung von heruntergekommenen Häusern und Geschäften. Ganz wichtig: Nabisco, die größte Bäckerei der Welt, nicht zu verlieren.
Insgesamt bestand die Herausforderung darin, durch Verbesserung der wirtschaftlichen Grundlagen und der Bildungsmöglichkeiten das Gebiet für Investoren so attraktiv wie möglich zu machen und mit diesen Partnerschaften, Joint Ventures und alle möglichen Formen der Kooperation einzugehen. Die Rolle der „Greater Southwest Development Corporation" GSDC dabei ist „Anschieber und Katalysator" zu sein, schreibt Capraro, sowie Geldquellen aufzuspüren, sei es bei Regierungsstellen oder philantropischen Gesellschaften. Dabei arbeitete GSDC als Community Development Einrichtung oft Hand in Hand mit dem Southwest Organizing Project SWOP.
Bürger helfen beim Ansiedeln neuer Industrien und Schaffen neuer Arbeitsplätzen
Ein Beispiel: Den „Community Entwicklern" war es gelungen, eine Industrielle dafür zu gewinnen, eine Verpackungsfabrik in Südwest-Chicago zu bauen, was 400 neue Arbeitsplätze schaffen würde. Nur der zuständige Stadtrat, ein zwielichtiger Politiker, der bereits wegen Korruption angeklagt war, wiegelte ab und sprach sich dagegen aus. Ihm passte nicht, dass die Unternehmerin eine Afroamerikanerin war, die Schwarze bevorzugt einstellen würde.
„Jetzt waren wir im Krieg miteinander", schreibt Capraro, „ und wir hoben eine Armee aus, die gegen den Mann vorging." Hier kamen jetzt die „Community Organisatoren" ins Spiel. Sie starteten eine Kampagne. Deren Ergebnis war, dass 20 Busse mit Bewohnern aus Südwest zum Rathaus fuhren, als Chicagos Baukommission den Bau der Fabrik beriet. „75 Minuten lang sprach sich die SWOP-Führung für das Projekt aus", berichtet Capraro, „um am Ende eine öffentliche Veranstaltung zu dem Thema in der Nachbarschaft selber zu fordern." 600 Bewohner erschienen und setzten die Genehmigung durch, „erstmals in der Historie Chicagos gegen den Widerstand des lokalen Stadtratsabgeordneten", fährt der Community Entwickler fort.
Der Fall zeigt, wie sich beide Community-Foren ergänzen - keines für sich alleine ein großes Thema beackern kann. Das unterstützt auch Randy Stoecker, Professor für Community und Umwelt-Soziologie an der Universität von Wisconsin-Madison. In einem kürzlichen Beitrag in „Shelterforce", dem Fachjournal für Community Building, verweist er auf auf ein Wohnviertel in Minneapolis. Cedar-Riverside erlebte eine Wiedergeburt, stieg wie der Phoenix aus der Asche empor. Die Reste der Nachbarschaft war kurz davor, vom Bulldozer niedergewalzt zu werden, da kam ihre Rettung in Form einer Doppelstrategie: Während die Community Organisationen sehr konfrontativ vorgingen, setzten die Community Entwickler auf Zusammenarbeit. Auf der einen Seite „Proteste, Blockaden und Besetzungen", auf der anderen „sorgfältig ausgeführte Konstruktionsskizzen und detaillierte Finanzierungspläne".
Diese Nachbarschaftsgruppen verstanden, dass „weder militantes noch moderates Auftreten allein würden die Probleme lösen", schreibt Stoecker in seinem Aufsatz „Has the Fight Gone Out of Organizing?". Der richtige Mix aus Konfrontation und Kooperation brachte den Sieg.
Wie sich die Zivil- und Bürgergesellschaft eine Stimme verschafft
Beide Aktivitäten, Community Organizing und Community Development, sind eng miteinander verzahnt und sind die Grundlage einer gesunden kommunalen Infrastruktur. Das hat Capraro an einem selbst entwickelten Schaubild dargestellt.
Die Basis bilden die Familien und Menschen selber. Für deren Bildung sorgen die Ausbildungsstätten wie Kindergärten, Schulen und Universitäten. Die Kirchen und die soziale Versorgung sowie die Gesundheitsfürsorge sorgen für das physische, soziale und seelisch-geistig-spirituelle Wohl der Menschen. Sie bilden die Zivil- oder Bürgergesellschaft. Sie verschafft sich mit Hilfe der Community Organisationen eine Stimme und arbeitet im politischen Apparat darauf hin, dass die kommunalen Gelder und Leistungen sinnvoll und gerecht investiert werden.
Über dieses Fundament und Mauerwerk wölbt sich das Dach, der ökonomische Überbau. Das sind Geschäfte und Industrien, die die Menschen mit lebensnotwendigen Gütern versorgen und die ihnen Arbeitsplätze verschaffen. Das wiederum generiert Einkommen und Steuergelder, die für wirtschaftliche Prosperität des gesamten Gemeinwesens sorgt. Die Einrichtungen des Community Developments, der kommunalen Entwicklung und des Aufbaus, sind zum großen Teil für die Verzahnung der Kommune mit der Wirtschaft zuständig.
„Ein gut funktionierendes Gemeinwesen ist wie ein Konzert"
„Ein gut funktionierendes Gemeinwesen wächst nur auf einem fruchtbaren Humus heran", erklärt Capraro das Modell. Er ist das humane Kapital, aus dem die Arbeitsethik und das Verantwortungsgefühl für die Gemeinschaft hervorgehen. Eine solche Nährschicht entsteht nicht von alleine, sondern muss kultiviert werden. Daraus wächst eine krisenfeste Wirtschaft. Bürger und der Arbeitsmarkt gehen einen „sozialen Vertrag" ein, der für sozial-ökonomische Nachhaltigkeit sorgt, fährt Capraro fort. „Das Ganze muss wie in einem Konzert zusammenarbeiten", die eigenen Anliegen der Akteure verschmelzen in diesem Prozess zu einem allgemeinen und übergeordneten Interesse.
Das gelingt durch die Methode des „aktiven Zuhörens". Sie wird in einer Art Schneeballsystem durchgeführt und bezieht Hunderte Menschen ein. Dabei werden auch bisher unentdeckte Ressourcen und Menschen mit Führungsqualitäten aufgespürt. Damit dieses System richtig blühen kann und für alle hohe Erträge abwirft, braucht es eine gemeinsame Vision. Sie muss „einen realistischen und lebendigen Fokus erzeugen", verlangt Capraro, zwingend und inspirierend sein und Antworten auf die Frage liefern: „Was könnte sein." Daraus leiten sich allgemein verbindliche Vorstellungen darüber ab, was „sein sollte" und vor allem auch, was „nicht sein sollte".
Um das in Gang zu setzen, braucht es einen Motor, in Capraros Sprache „einen Power-Generator": kurzum Macht. Das ist die Kraft, die Veränderung erzeugt. Das sind zum einen Menschen, die sich organisieren und gemeinsam ein Ziel anstreben, etwa wie in seinem Beispiel die Genehmigung für die Ansiedelung einer Industrie beim Stadtrat durchzusetzen.
Neben der „Menschenmacht", die von Community Organisationen organisiert wird, gibt es die „Geldmacht". Dazu zählt Capraro Banken, die Wirtschaft, Investoren. „Das Geld wird von den Community Entwicklern organisiert", erläutert er. In seinem Beispiel war das die Anbahnung des Baus der Verpackungsfabrik. In dieser Dualität verschmelzen die Gestalter von Menschenmacht und Geldmacht zu einem wirksamen Werkzeug kommunaler Entwicklung und des Wandels, in Capraros Worten „Transformation".
Durch Selbststeuerung und Mitbestimmung zur Transformation
Mittlerweile lässt der Mann nicht nur seine eigenen Träume der kommunalen Selbststeuerung und Mitbestimmung wahr werden. Das erfolgreiche Praxismodell aus Chicago trägt er in Kommunen überall in den Vereinigten Staaten. Er reist von Küste zu Küste und ist Berater von 56 Organisationen zwischen New York und Los Angeles. Im Herbst 2011 wird er auf Einladung des Netzwerks Gemeinsinn in München einen Trainingsworkshop veranstalten für Angehörige sozialer Berufe sowie Gemeinwesenarbeiter - eine europäische Premiere. In einer öffentlichen Veranstaltung wird er seine Methode und dessen Übertragbarkeit auf Deutschland diskutieren.
Auf dem Podium dabei sein wird auch Dr. Franz Kohout, Politologe und Professor an der Bundeswehrhochschule München. Er kennt das Thema „kommunale Partizipation*" nicht allein aus akademischen Belangen, sondern war selber als Community Organizer bei der "Rhode Island Workers Association" an der US-Ostküste praktisch tätig. Drei Entwicklungen in Deutschland machen für ihn die Methode des Community Development auch hierzulande immer reizvoller.
„Mit Community Development Migranten in Deutschland integrieren!"
„Zum einen leben in unseren Städten wie in den USA immer mehr Migranten, die wir integrieren müssen", sagt er. Das gelinge nur durch aktives Einbeziehen dieser Menschen in ihre Lebensumfelder. Bisher waren Staat und Parteien dafür verantwortlich, die allerdings völlig versagt haben, wie die Integrationsdebatte seit Thilo Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab" gezeigt hat. „Jetzt müssen wir neue innovative Wege entdecken", erklärt Kohout, „und dabei kann die Methode aus Chicago helfen."
Letztlich sei der Boden dafür schon bereitet. Im letzten Jahrzehnt ist auch in Deutschland die Zivilgesellschaft immer stärker geworden, bereits ein Drittel der Deutschen engagieren sich freiwillig in bürgerschaftlichen Ehrenämtern, und immer mehr Stiftungen sprießen aus dem Boden, die beides finanziell unterstützen. Bisher fehlte jedoch die Klammer, die diese Bereiche miteinander verband und sie mit einer gemeinsamen Vision untermauerte. „Community Development könnte dieses Vakuum füllen und unserem Gemeinwesen einen wichtigen Entwicklungsschub geben", hofft Kohout.
Links und Referenzen
Capraro Consulting: www.capraroconsulting.com
Wikipedia (english): Jim Capraro: http://en.wikipedia.org/wiki/Jim_Capraro
Greater Southwest Development Corporation: www.greatersouthwest.org
Institute for Comprehensive Community Development: www.instituteccd.org
Comm-Org - The Online-Conference on Community Organizing: http://comm-org.wisc.edu
Community Organizer Genealogy: www.organizergenealogy.org
Community Organizing - ein Weg für Deutschland? auf: www.stadtteilarbeit.de
Forum Community Organizing foco e.V.: www.fo-co.info
Deutsches Institut für Community Organizing DICO: www.dico-berlin.org
Netzwerk Gemeinsinn: dort gibt es zahlreiche Artikel zum Community Organizing und einen Überblick dazu in "Einführung ins Community Organizing - die Methode, die Amerika veränderte" auf www.netzwerk-gemeinsinn.net
Yes We Did! http://blogs.pm-magazin.de
Obamas graue Eminenz: Saul Alinsky: www.pm-magazin.de
*) Franz Kohout: Vom Wert der Partizipation. Eine Analyse partizipativ angelegter Entscheidungsfindung in der Umweltpolitik. Lit Verlag, Münster 2002, http://books.google.de
Bilder: Capraro
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