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Im
Zentrum des Regionaltreffens am 26. Oktober 2009 stand die Gestalt-Balance oder auch
Bilanz für Zukunftschancen. Schon am Nachmittag hatten sich einige Teilnehmer
des Regionaltreffens und weitere Interessierte getroffen, die Methode im
praktischen Einsatz zu erleben und zugleich herauszufinden, wie die
Landeshauptstadt München aufgestellt ist und welche Optionen die Zukunft für
sie bereit hält. Diese
Erfahrungen waren gemeinsam mit den Ergebnissen der Bewertung die Grundlage für das
Regionaltreffen am Abend, bei dem Hintergrund, Verfahrensweise und Perspektiven
der Gestalt-Balance dargestellt und diskutiert wurden.
WAS
Kurzbeschreibung
Die Bilanz für Zukunftschancen ist eine Bestandsaufnahme für
Städte, Regionen, Organisationen und Unternehmen. Sie hilft Handlungsdruck und
Handlungsoptionen transparent zu machen.
Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern werden sowohl
harte als auch weiche Faktoren bewertet und anschließend in eine Bilanz
überführt, die die ganze Breite gesellschaftlich relevanter Fragestellungen in
acht Komplexen mit einer ganzen Reihe von Unterkonten abbildet.
Nachdem Dr. Helmut Volkmann, der Entwickler des
Bilanzierungsansatzes, bereits vielfältige Erfahrungen bei der Analyse von
Regionen sammeln konnte, ist ein ganzheitliches und äußerst pragmatisches
Verfahren entstanden, das interaktiv und computergestützt hilft Zukunftschancen
zu bewerten und Problemlagen sichtbar zu machen. Was lag da näher, als das Verfahren auch einmal auf München, den Vereinssitz des Netzwerk Gemeinsinn e.V., anzuwenden?
Bei der Auswahl der Münchner Teilnehmenden für die Veranstaltung haben wir uns bemüht, wichtige
Gesellschaftsbereiche mit Expertinnen und Experten abzudecken
(Politik, Wirtschaft, Umwelt,
Sozialbereich, Wissenschaft und Bildung), um die Ergebnisse und
die Methode
am Abend aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln diskutiert und sie später in unterschiedlichste Kanäle kommunizieren zu können.
Ziele
Im Vorfeld des Regionaltreffens am Nachmittag des 26. Okober 09:
- Kennenlernen und Erproben der Gestalt-Balance
- Eine erste Bilanz für München erarbeiten
- Material für die Diskussion am Abend schaffen
Das Regionaltreffen am Abend des 26. Oktober 09:
- Die Positionen der für München ermittelten Zukunftschancen vorzustellen
- Die ersten Analysen und Konsequenzen anhand von Einzelbewertungen zu erläutern
- Die Einsatzmöglichkeiten der Gestaltbalance zu erörtern
- Das Verfahren und die Ergebnisse zu reflektieren
Kontext
Weitere Informationen zum Hintergrund des "Denk-Werkzeugs" gibt es auf
dieser Internetseite: „Bilanz für harte und weiche Faktoren im Gemeinwesen und in
Unternehmen"
WER
Beteiligte
Am Nachmittag wurde die Bilanz für Zukunftschancen von 17 Kolleginnen und Kollegen sowie Interessierten aus verschiedenen Gesellschaftsbereichen der Stadt (Verwaltung, Politik, Wissenschaft, Sozialbereich, Bildung etc.) erarbeitet. Am Abend waren 19 Fachkolleginnen und -kollegen anwesend, die in erster Linie methodisches Interessen an dem Verfahren hatten.
Begleitung
Dr.
Helmut Volkmann, Dipl.-Ing. arbeitet als Organisations- und
Kommunalentwickler - nach über 45 Jahren Erfahrung beim Management von
Projekten der Organisationsplanung und der Software-Entwicklung in der
Industrie (Siemens AG). Er ist Pionier im Bereich der interaktiven Moderation
und der Gestaltung von Großgruppen-Arrangements (Informationsmärkten) für
Führungskräfte und Vordenker bei der Förderung von Partizipation in Unternehmen
und Organisationen, auch im kommunalen Bereich. Kontakt:
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Begleitet wurde er von dem Politikwissenschaftler Dr. Bernhard Albert, der Unternehmen
und Organisationen vor dem Hintergrund der wissenschaftlich orientierten
Zukunftsforschung beim Zukunfts- und Innovationsmanagement berät und bei taktischen und strategischen Entscheidungsprozessen unterstützt. Kontakt:
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Gastgeber des Regionaltreffens und langjähriger Partner
von Dr. Volkmann war Wolfgang Fänderl
Päd.M.A. Er arbeitet im Vorstand und der Webredaktion von Netzwerk Gemeinsinn,
ist Vernetzungsberater, Sozialwissenschaftler und Methodenexperte. Kontakt:
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Darüber hinaus haben Kollegen/innen des Netzwerk
Gemeinsinn e.V. organisatorisch unterstützt.
Kooperationspartner
Netzwerk
Gemeinsinn e.V. veranstaltet seit 2003 Regionaltreffen am letzten
Montag im Monat (LeMoMo), die als kollegiale Beratung mit unterschiedlichen
inhaltlichen Schwerpunkten angelegt sind. Die Besonderheit ist eine frühzeitige
Ankündigung über das Webportal und ausführliche Ergebnisdokumentation im Anschluss an die
Veranstaltung. Seit Anfang an ist das Ökologische
Bildungszentrum zuverlässiger Kooperationspartner und seit 2007
Vereinsadresse des gemeinnützigen Vereins.
WIE
Ablauf (Bericht von Dr. Bernhard Albert)
Der Abend begann gegen 18:30 Uhr mit einem
Mitbringbuffet. Das Basiscatering wurde von den Kollegen/innen ergänzt, die eine
Kleinigkeit zum Essen mitbrachten.
Bei
der Vorstellungsrunde um 19:00 Uhr wurden die Erwartungen der Beteiligten
offengelegt. Den Einstieg in das Thema bildete eine kurze Einführung zur
Methode und zum Prozess der Gestalt-Balance von Dr. Helmut Volkmann, dem ein
Bericht zur Arbeit an der ersten Münchner Bilanz für Zukunftschancen folgte.
Nach einer kurzen Pause begann der interaktive Teil des Abends mit Fragen,
Antworten und weiterführenden Überlegungen.
Gegen 21:30 Uhr endete das Treffen mit einer
Abschluss-Feedback-Runde.
Die Veranstaltung
In
seiner Einführung stellte Dr. Helmut Volkmann die Gestalt-Balance oder auch
Bilanz für Zukunftschancen als Verfahren zur Analyse und Bewertung von
Regionen, Städten, Gemeinden, Organisationen und Unternehmen kurz vor. Dem
folgte ein Bericht zum Ablauf und den Ergebnissen der am Nachmittag
durchgeführten ersten Gestalt-Balance für München.
Das
Verfahren basiert nach Dr. Volkmann auf drei ganz wesentlichen Elementen, die
man am Nachmittag auch in der Praxis erleben konnte:
- Auf ausgefeilten Themenkomplexen mit Unterkonten, die
mit einem Auswertungsbogen bearbeitet werden. So wird sichergestellt, dass
alle wesentlichen Themenfelder tatsächlich wahrgenommen und berücksichtigt
werden.
- Auf der Beantwortung der Fragen nach einem Dialog von
Beteiligten, der für reflektierte Bewertungen sorgt und zugleich die Sammlung
von Informationen und Anregungen zu den einzelnen Handlungsfeldern zulässt.
- Auf der Auswertung der Ergebnisse mit Hilfe des
Computers, die es ermöglicht, die Ergebnisse in sehr komprimierter und
übersichtlicher Form darzustellen.
Ein
vierter wesentlicher Punkt ist der sogenannte WHALEX, ein Index für
Wohlergehen, Harmonie, Aktionsfähigkeit, Lebensqualität und
Entwicklungspotenzial. Ist die Kennzahl des WHALEX größer als 1, so weist dies
darauf hin, dass das Gemeinwesen über Handlungs- und Gestaltungsoptionen
verfügt, die es nutzen kann und nutzen sollte, liegt er unter 1, so ist dies
ein Indikator für Handlungsdruck, der angemessene Reaktionen erfordert.
Ausführlicher
vorgestellt wird das Verfahren hier: "Bilanz für harte und weiche Faktoren im Gemeinwesen und im Unternehmen"
Aus den Berichten der Teilnehmer zur ersten Münchner
Gestalt-Balance:
Wie auch am Abend stand eine kurze Einführung in
die Gestalt-Balance um 13:00 Uhr am Anfang der Nachmittagsveranstaltung.
Danach
durften die Teilnehmer Karten mit dem Namen verschiedener Städte ziehen, um
sich entsprechend den an einer Tafel angeschlagenen Städtenamen zu Gruppen
zusammenzufinden.
Die
erste Aufgabe der Gruppen war es herauszufinden, was die Städte ihrer Gruppe
gemeinsam haben. Unter den Städten waren beispielsweise Hauptstädte,
Hafenstädte und Technologiezentren.
Die zweite Aufgabe der Gruppen war es, die
Städte spontan im Sinne einer Bilanz jeweils mit ihren positiven und negativen
Seiten zu bewerten. Die Ergebnisse dieser Bewertung wurden anschließend im
Plenum am Flipchart dokumentiert und zu einem Städte-Ranking verdichtet.
Ziel dieses praktischen Beispiels war es im
Anschluss an die Gruppenbildung die grundlegenden Prinzipien der Gestalt-Balance
kennen zu lernen.
Derart
vorbereitet ging es zurück in die Arbeitsgruppen zur differenzierteren
Bewertung. Bewertet wurde in vier Arbeitsgruppen eine sehr breite Palette von
Themen, gegliedert in acht Themenkomplexe. Neben der Stadt selbst wurden auch
die Wirkungen bewertet, die das nähere und fernere Umfeld auf die Stadt hat und
die Wirkungen, der Stadt auf und in diese Umfelder hinein. Bewertet wurde
aufgrund des zeitlichen Rahmens nur auf der obersten Ebene der Gestalt-Balance,
die mit weiteren Tiefenschichten sehr differenzierte Analysen der jeweils
bewerteten Gestalt ermöglicht und Handlungsdrucks und der Handlungsoptionen offen
legt.
Jede
der vier Gruppen bekam Bewertungsbögen mit Aussagen zu zwei der insgesamt acht
Themenkomplexe und zusätzlich eine Übersicht, der zu den Themenkomplexen
gehörenden Konten, um die Diskussionen und den Prozess anzureichern. Bewertet
wurde nicht durch Einzelpersonen sondern durch die Gruppe, die gehalten war
sich auf ein gemeinsames Ergebnis zu einigen. Differenzen, weiterer Diskussionsbedarf
und Vorschläge, wie die Situation Münchens zu verbessern sei, wurden an Flipcharts
dokumentiert. Damit wurde sichergestellt, dass alle wertvollen Gedanken und
Anregungen auch bei der abschließenden Präsentation und Diskussion der
Ergebnisse, im Plenum zur Verfügung standen.
Während
des ganzen Prozesses gingen die beiden Begleiter Dr. Helmut Volkmann und Dr.
Bernhard Albert von Tisch zu Tisch, um Fragen zu den Themenkomplexen und zum
Verfahren zu beantworten – ohne jedoch in den Bewertungsprozess selbst
einzugreifen oder sich an den Gruppendiskussionen zu beteiligen.
Wie
sich zeigte, waren die Aufgaben in der gegebenen Zeit nur knapp zu bewältigen,
für gewöhnlich benötigt man für eine Gestalt-Balance ein bis zwei Tage - je
nach Tiefe der Bewertung auch mehr. Deshalb verwundert es auch nicht, dass alle
Gruppen gerne mehr Zeit gehabt hätten, um einzelne Themen differenzierter zu
betrachten und um die Diskussionen in der Gruppe ausführlicher dokumentieren zu
können.
Nach
der Bewertung in den Gruppen wurden die Ergebnisse am Computer mit Hilfe einer
speziell zu diesem Zweck entwickelten Software ausgewertet. Kaum eine halbe
Stunde nach der Abgabe des letzten Bewertungsbogens, standen visualisierte
Ergebnisse zur Verfügung und konnten für die Ergebnispräsentation und die
nachfolgende Diskussion genutzt werden.
Parallel
zur elektronischen Auswertung erarbeiteten die Gruppen an Pinnwänden eine Präsentation
mit den wichtigsten Themen und Diskussionsbeiträgen aus der Bewertungsphase, um
diese im anschließenden Plenum ebenfalls präsentieren zu können.
Der
Auswertungsphase folgte eine kurze Pause. Anschließend wurde präsentiert.
Ihren
Abschluss fand die erste Münchner Gestalt-Balance gegen 18 Uhr mit einem kurzen
Resümee der Teilnehmer. Im Resümee standen zwei Themen im Vordergrund. Das eine
war die Zeit, die den Gruppen gefehlt hatte, um schwierige oder besonders
wichtige Punkte zu vertiefen. Das andere die gemeinsame Einschätzung, dass es
gut wäre eine Gestalt-Balance für München mit breiterer Beteiligung, weiteren
Bewertungsebenen und begleitender Öffentlichkeitsarbeit auf den Weg zu bringen.
Als Option wurde vorgeschlagen, solche Bewertungen auf Stadtteile bezogen
durchzuführen, weil Handlungsbedarfe und Handlungsoptionen im Vergleich der
Stadtteile viel klarer herausgearbeitet werden könnten.
Am
Ende des Nachmittags erklärten sich drei Teilnehmer bereit die Ergebnisse der
ersten Münchner Gestalt-Balance vorzustellen und von den eigenen Erfahrungen
mit der Methode zu berichten. Man sieht sie auf den folgenden Bildern bei der
abendlichen Präsentation.
Die Münchner Bilanz - Einige Ergebnisse
München
erhielt einen WHALEX von "1,24", ein vergleichweise guter Wert. München
wird als Stadt mit vielen Qualitäten wahrgenommen, aber auch als Stadt mit
Widersprüchen und Defiziten. Auch wenn es sicher Sinn macht auch die vielen
guten Seiten Münchens darzustellen, ging es in der Präsentation vor allem um
die Felder, in denen Handlungsbedarf besteht.
Wahrgenommen
wurden u.a.
- Schwierigkeiten der Bewohner
Münchens im Miteinander
- Defizite im Umgang mit
Macht und Verantwortung in Unternehmen
- Defizite im Bereich Arbeit
und Soziales aufgrund hoher Arbeitslosigkeit
- Einschränkungen in der
kommunalen Selbstverwaltung aufgrund leerer Kassen
- Eine sich ausweitende Kluft
zwischen „Arm und Reich", die das Gemeinwesen gefährdet
- Wünsche in Bezug auf Mobilität
- Defizite bei der Bildung und
bei Chancengestaltung und Chancenausgleich
- Fehlendes Zukunftsvertrauen
in die Politik obgleich die vorhandenen Anstrengungen der Politik positiv
eingeschätzt werden
- Defizite in der
Auseinandersetzung um nachhaltige Entwicklung.
Auf die Berichte folgte eine kurze Pause.
Zu Beginn des interaktiven Teils des Regionaltreffens des
Netzwerk Gemeinsinn e.V. beantwortete Dr. Volkmann Fragen zur Struktur und zum
Aufbau der Gestalt-Balance. Dabei hob er besonders hervor, dass die Konten als
Schalenmodell aufgebaut sind: Vom Individuum im Zentrum bis zur Welt ganz
außen. Um die Konsistenz des Modells zu steigern gibt es auf den inneren Schalen
Fraktale - gleich aufgebaute Bewertungseinheiten. Diese Fraktale
tauchen, in den umliegenden Schalen wieder auf. Im Rahmen der Auswertung kann
so geprüft und verhindert werden, dass Inkonsistenzen in den Antworten zu einer
Verfälschung von Ergebnissen führen.
Erste Kommentare der Teilnehmer zur Gestalt-Balance
- Hervorragende Methode, die man auf Unternehmen
übertragen kann. Aber man hat in einigen Bereichen nicht genug Wissen, um die Bewertungen
guten Gewissens vornehmen zu können. Vielleicht könnte man einiges einfacher
sagen, fragen oder Erläuterungen beifügen?
- Ein Einkäufer, ein Betriebsleiter, ein
Logistiker oder ein Marketingfachmann, alle haben ein unterschiedliches Bild
vom Unternehmen. Sie nehmen es aus unterschiedlichen Perspektiven war.
Entwickelt man aber eine Gestalt, wie mit der Gestalt-Balance, dann gewinnt man
einen Eindruck vom Ganzen und damit eine gemeinsame Grundlage, um voran zu
kommen. Ähnlich gilt das für Gemeinwesen.
- Die Gestalt-Balance hindert am Vernebeln in der
Politik! Wie soll man dafür jemanden aus der Politik gewinnen können?
- Chancen für den Einsatz der Gestalt-Balance
durch die Politik liegen nicht im laufenden Geschäft sondern ganz am Anfang
der Legislaturperiode. Umgekehrt ist das für den Gemeinderat und für die
Verwaltung am Ende der Legislaturperiode.
- Eine isolierte Gestalt-Balance kann man
vergessen - viel zu komplex und viel zu unübersichtlich. Ein Benchmarking hingegen
schafft Klarheit und hilft.
- Ein Benchmarking täuscht etwas Lineares vor.
Organisationen und Entwicklungen aber sind ungeheuer komplex. Steuern kann man
das nur intuitiv mit dem erforderlichen Wissen. Dieses Wissen kann aus der
Gestalt-Balance kommen.
- Frage: Heißt ein Wert unter 1 beim WHALEX nicht,
dass man die Zukunft schon verspielt hat?
- Wenn man die Gestalt-Balance über die Zeit
mehrmals durchführt, dann müsste sichtbar werden, dass der Nebel lichter wird
und die Dinge sich verändern.
- Man sollte bei der der Methode mehrere Aspekte
genauer reflektieren:
- Kann
man trennschärfere Begriffe finden?
- Sollten
auf lokaler Ebene nicht manche Bereiche stärker berücksichtigt werden als
beispielsweise bei der Bewertung von Regionen?
- Sollte
man bei der Bewertung nicht mitdenken, welche Personen dabei sind / wie
sich die Gruppe jeweils zusammensetzt?
- Spannend ist es, die Bewertungen in Gruppen
gemeinsam vorzunehmen, dann entsteht automatisch ein Dialog zwischen den
Teilnehmern.
- Die Methode ist generativ - im Prozess selbst
wird ganz nebenbei ungeheuer viel produziert und entwickelt.
- Die Gestalt-Balance bietet Bewertungen an. Sie
ist aber kein Simulationsmodell, sie ist nicht geeignet, um zu prüfen, was sich
insgesamt verändern würde, wenn man an einem Punkt etwas ändert. Aber Sie macht
Dinge sichtbar: Widersprüche, Zusammenhänge, Verleugnetes ... und macht handlungsfähig.
- Auch für die Politik ist die Gestalt-Balance
hoch interessant. Es gibt ein ganz starkes Interesse der Politiker etwas über ihre Wirkungen heraus zu finden. Auch bei der UNO werden Indikatoren zur Bewertung
ganz unterschiedlicher Dinge in Masse entwickelt und erstellt. Potentielle
Kunden sind deshalb möglicherweise eher Verwaltungen, die mit solchen
Indikatoren arbeiten müssen und große internationale Organisationen oder NGOs,
die etwas anschieben und verbessern wollen.
- Die Gestalt-Balance muss immer in Prozesse
eingebettet sein - isoliert funktioniert sie nicht.
Wie ist es zu erreichen, dass die Gestalt-Balance als
Denkwerkzeug für ganzheitliche Betrachtungen und zielorientierte
Veränderungsprozesse inhaltlich breit akzeptiert wird?
- Es muss nachvollziehbar erläutert werden, wie
man Inhalte der Bewertung, wie man auf die Themenkomplexe und die Konten
gekommen ist? Die Leute werden nachfragen, warum sie sich mit Themen
beschäftigen sollen, die ein Dr. Volkmann ausgewählt hat.
- Wie kann man die Gestalt-Balance so verbessern,
dass sie auf jede Gestalt angewendet werden kann - auch auf den Einzelnen, auf Unternehmen,
in interkulturellen Kontexten?
- Ein modulares System könnte Sinn machen, damit
die Gestalt-Balance leicht an unterschiedlichste Anforderungen und Zielgruppen
angepasst werden kann.
- Sie muss gar nicht angepasst werden: Jeder der
sie verwenden möchte, kann sie schon heute wunderbar verwenden.
- Dinge, die so gut sind, sollte man einsetzen,
falls etwas anzupassen ist, dann ergibt sich das in der Praxis.
- Sinn könnte ein Bilderbaukasten machen.
Reizbilder, die zu Diskussionen führen. Ergänzende Bilder könnten schwierige
Fragen verständlicher machen. Bilder könnten visualisieren, was hinter den
Fragen steckt. Ein Beispiel: Was ist Entfaltung? Wie sieht Entfaltung aus?
- Ein "not available button" wäre gut.
Wenn man zu einem Punkt nichts sagen kann, wäre es gut auch angeben zu können,
dass man das nicht kann, statt ihn doch irgendwie bewerten zu müssen.
- Sehr spannend wäre es, wenn die Kommentare der
Bewerter nicht nur auf Flipcharts sondern in den Bewertungsbögen selbst und im
Computer mit erfasst werden könnten und damit stärker in den Prozess einfließen.
- Es gibt da offensichtlich auch eine semantische
Problematik - man sollte sich stärker moderner Techniken bedienen, wie des
Dialog Mappings, um diese Problematik zu entschärfen.
- Bestimmte Begriffe sind problematisch, z.B. der
Begriff Nationalstolz. Der passt nicht auf den kommunalen Kontext. Man kann ja
auch Stolz sein ein Münchner zu sein, ohne das die Teilnehmer das negativ
werten würden. Aber Nationalstolz wertet man bei uns eher negativ - er hat
einen unschönen Beigeschmack.
Würden Sie die Methode einsetzen? Wo würden Sie die
Methode einsetzen? Wo sehen Sie Stärken? Wo sehen Sie Schwächen?
- Ich bin immer noch überzeugt: Am wenigsten
interessant ist die Gestalt-Balance für die Politik! Aber spannend ist sie für
die Medien. Es gibt bei den Medien ein Interesse an Bürgerbeteiligung und auch
an der Meinung von Bürgern.
- Die besondere Qualität der Gestalt-Balance liegt
darin, dass Sie Verständigungsprozesse auslöst, zwischen verschiedenen
Menschen, mit sehr verschiedenen Erfahrungen. So kann sie dazu beitragen, dass
Menschen miteinander in die Diskussion und zu einem gemeinsamen Weltbild
finden.
- In Bezug auf die Bewertung selbst sehe ich Parallelen zum Baldridge Award, zum EFQM
und zu ISO-Normen. Noch besser als mit diesen lässt sich mit der
Gestalt-Balance der Zustand einer untersuchten Gestalt erfassen und sichtbar
machen.
- Die Gestalt-Balance fordert Menschen dazu auf, in
komplexen Sachverhalten zu denken. Eine Stärke und Chance der Gestalt-Balance liegt in der Möglichkeit, sie nicht
nur einzusetzen, wie sie ist, sondern sie an die Bedürfnisse und die Fragen einzelner
Organisationen anzupassen.
- Die Gestalt-Balance ist ein weiterer
interessanter Methodenbaustein, mit dem komplexes Denken verbreitet werden kann. Besonders interessant ist sie aus meiner Sicht für
die Verwaltung von Städten und anderen Körperschaften.
- Als Gestalttherapeut habe ich Probleme mit dem
Begriff der Gestalt-Balance. Ansonsten sehe ich die Gestalt-Balance im weiten Feld
zwischen EFQM und Nachhaltigkeitsranking. Sie ist interessant für die
Führung von Organisationen.
- Es ist eine wichtige Frage für die Zukunft
Münchens, ob es Leute gibt, die unter Einsatz der Gestalt-Balance dort einen
Prozess anschieben oder nicht. Man sollte die Gestalt-Balance so lassen, wie sie ist. Einsetzen könnte man die Gestalt-Balance auch bei Change Prozessen in
Unternehmen, bei denen es um die Entwicklung gemeinsamer Welt- und Leitbilder
geht. Denn erst wenn man sich auf diese verständigt hat, rollt der Change
Prozess
- Genial ist die Darstellung der Ergebnisse einer
so komplexen Befragung auf nur einer Folie. Wichtig ist es daraus einen Open Source Prozess zu machen, damit die Gestalt-Balance
von vielen weiter entwickelt und eingesetzt werden kann. In Bezug auf die Begriffe die in der Befragung genutzt werden, sollte man
auf DIN-Formulierungen gehen, damit alle Teilnehmer die Begriffe verstehen. Eine Einsatzmöglichkeit, die auch auf die Politik und die Verwaltungen wirkt,
wäre der Einsatz über die Medien. Nach dem Motto: Bewerte Deine Stadt!
- Es würde mich ungemein reizen herauszuarbeiten,
worin die Einzigartigkeit des Werkzeugs liegt. Genial ist es - mit Zoom und
ohne Autofokus - mit Sicherheit für Kommunen. Die Bewerter und Nutzer
bestimmen, wo der Fokus liegt.
- Mit der Gestalt-Balance sollte man sich deutlich
abgrenzen von Balanced Scorecard, SWOT, DIN, ISO, ... ein zentraler Unterschied
liegt in ihrer Ganzheitlichkeit.
- Die Gestalt-Balance ist ein Totalmodell: Das ist
überaus praktisch. Die in die Bewertungskategorien investierten Arbeitsstunden
machen sie unschätzbar und sorgen dafür, dass sie keiner auf die Schnelle
einholt. Dinge, wie die Balanced Scorecard sind um Klassen schlechter.
- Die Begriffe und die Sprache dürften immer ein
Problem sein bei den Bewertungen. Auf gesellschaftlicher Eben inklusiv zu
arbeiten - keinen auszugrenzen und alle mitzunehmen - ist wahnsinnig
anspruchsvoll. Benötigt wird dafür eine qualifizierte Begleitung.
- Spannend als Methode, spannend im fraktalen
Aufbau und den Schalen. Schon mit der vorhandenen Systematik können Fragen zur
Legitimation der Themenauswahl und des Aufbaus gut beantwortet werden. Sinnvoll
ist es aber, vor allem im Sinne einer inhaltlichen Präzisierung, die Themen und
Formulierungen von Zeit und Zeit mit Experten zu prüfen und kontinuierlich
weiter zu entwickeln.
- Es sollte geprüft werden, ob die Gestalt-Balance
nicht als Basis für Nachhaltigkeitsberichte geeignet wäre. Man sollte das
einmal pilotieren und herausfinden, ob man damit nicht sehr viel weiter kommt,
als mit klassischen Nachhaltigkeitsberichten.
- Begrüßen würde ich es, wenn man die Gestalt-Balance internetfähig machen
könnte. Auch damit die Daten direkt eingeben werden können und Menschen sich
beteiligen können, die nicht vor Ort sind.
- Im Raum stehen vor allem drei Fragen:
- Kann
man die Gestalt-Balance mit verschiedenen Partnern pilothaft an den Start
bringen?
- Kann
man sie internetfähig machen / geht Open Source?
- Kann
sie von anderen verwendet und verwertet werden oder nur vom Team, das sie hier
vorgestellt hat?
- Mehr Transparenz ist wichtig für die
Gesellschaft. Auch in der Politik geht es nicht nur darum, nette Augen und kluge
Sprüche zu machen, sondern darum, genau hin zu schauen. Selbst Politiker sehnen
sich nach Kriterien, die ihnen helfen zu verstehen und einzuschätzen, was
geschieht und wo sie etwas verändern können oder sollten. Allzu oft rutschen
Politiker in die Rollen hinein, für die sie dann kritisiert werden, ohne das
sie diese Rollen einnehmen wollten und ohne dass sie wissen, wie sie in diese
Rollen hineingeraten sind.
Abschlussstatement von Dr. Helmut Volkmann
Die Anregungen aus der Runde aufzugreifen wäre einen
Lehrstuhl wert und ein mit ausreichenden Fördermitteln ausgestattetes
Forschungsprojekt.
In Bezug auf Zweifel am Veränderungspotenzial der Gestalt-Balance
ist anzumerken, dass auch die Gestalt-Balance nichts gegen narzisstisches
Management oder eine Hidden Agenda ausrichten kann. Aber sie ist in der Lage
Augen zu öffnen und zentrale Punkte sichtbar zu machen.
KONTAKT
für alle, die sich
für den praktischen Einsatz der Gestalt-Balance interessieren oder sich an
ihrer Weiterentwicklung beteiligen wollen
Bernhard Albert
Tel.: 069/79302753
Mobil: 0160/5859911
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