Einführung ins Community Organizing - die Methode, die Amerika veränderte
Geschrieben von Wolfgang Fänderl, Wolfgang Goede, Paul Cromwell
Sonntag, 31. Mai 2009
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Netzwerker, Strategen und Aktivisten stellen sich die Frage, mit welchem Ansatz erfolgreiche Bürgerrechtler bis hin zum neuen amerikanischen Präsidenten schlagkräftige Kooperationsstrukturen etablieren konnten? Die Basismethode Community Organizing konnte man am 21. und 22.09.2009 im Ökologischen Bildungszentrum München in Form eines öffentlichen Vortrags sowie eines Trainings kennenlernen; u.a. mit Reverend Paul Allan Cromwell aus den USA. Bericht und Bilder anbei.
WAS
Kurzbeschreibung
„Gemeinsinn", „Empowerment" und „Selbstorganisation" spielen auch in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen Deutschlands eine immer größer werdende Rolle. Community Organizing (CO) als Vernetzungsansatz hat seine Wurzeln in der Arbeiter- und Bürgerrechtsbewegung der USA. In seiner 80jährigen Erfolgsgeschichte kamen Aspekte partizipativer „Gemeindeentwicklung" hinzu. In Deutschland war CO noch weitgehend unbekannt - bis Barack Obama bei der amerikanischen Präsidentschaftswahl 2008 damit in Kombination mit neuen Medien der Sieg gelang.
Saul D. Alinsky (1909-1972) war Soziologe in Chicago, untersuchte das organisierte Verbrechen und entdeckte als Organizer beim Gewerkschaftsbund CIO Grundlagen für seinen Empowerment-Ansatz "Community Organizing" mit einem Methodenset für Bürgerinitiativen. Inzwischen wird Community Organizing in drei Varianten eingesetzt:
Aktivisten auf der ganzen Welt nutzen seinen Ansatz, um sich gegen ungerechte Machtstrukturen und Diskriminierung zur Wehr zu setzen bzw. den Zusammenhalt bei brennenden Anliegen zu stärken und entsprechende Organisationsstrukturen aufzubauen.
Inzwischen wird CO aber weit häufiger für die Gemeinwesenarbeit als Bürgeraktivierungsinstrument eingesetzt - vor allem von Kirchen und sozialen Einrichtungen - um den Gemeinsinn in Stadtteilen zu verbessern.
Präsidentschaftskandidat Obama - der sich selbst als Community-Organizer bezeichnet - entwickelte eine moderne überregionale Variante des CO mit Hilfe neuer Medien, mit der er letztlich den Wahlkampf souverän gewann.
Wie wird Bürgern geholfen, ihre Interessen zu vertreten? Wie gelingen Aktivierungs-, Beteiligungs- und Selbstorganisationsprozesse? Wie entstehen Zusammenhalt, Identifikation und Nachhaltigkeit bei der Interessenvertretung und Zielerreichung? Wie sehen erfolgreiche Schritte von der Planung über die Aktion bis hin zur dauerhaften Organisation von Netzwerken aus?
CO ist ein amerikanischer Ansatz, der auch in Deutschland Fuß fassen konnte. Der amerikanische Pfarrer Paul Allan Cromwell hat viele Erfahrungen sowohl in den USA, als auch in Deutschland und Ost-Europa sammeln können und gibt seine Kenntnisse seit 5 Jahren auch in Deutschland weiter.
Wissenschaftsjournalist Wolfgang C. Goede (Forum Community Organizing und selbst im Wahlkampf von Obama aktiv gewesen) und Vernetzungsberater Wolfgang Fänderl (Experte für Beteiligungsansätze und deren Adaption und Chefredakteur Netzwerk Gemeinsinn) ermöglichen Hintergrundanalysen aus methodischer, interkultureller und historischer Sicht, verweisen auf aktuelle politische Zusammenhänge und den Einsatz neuer Medien.
Die Veranstaltung bestand aus einem spannenden Informationsabend und einem hochkarätigen Training für alle, die Community Organizing verstehen, erleben und selbst einsetzen wollen.
Inhalte:
Der Infoabend am 21.09.09 beleuchtete folgende Aspekte:
Einführung in die traditionsreiche Methode des Community Organizing (Hintergrund Alinsky, methodische Aspekte, Einsatzfelder in den USA, Deutschland und Ost-Europa) Rev. Paul Allan Cromwell
Die Weiterentwicklung des CO-Ansatzes unter Obama - zwischen Begeisterung und Vorsicht (überregionaler strategischer Einsatz, Erfahrungen im Wahlkampf, demokratie-kritische Aspekte) Wolfgang C. Goede
Einsatz der Empowerment-Methode in Deutschland - Transfer des amerikanischen Methoden-Settings (Vergleich mit anderen Methoden, mediale und interkulturelle Aspekte, Adaptionshinweise) Wolfgang Fänderl
Das Training von 21. bis 22.09.09 beinhaltete den Infoabend und bot zusätzlich:
vertieftes Grundlagenwissen und hilfreiche Handouts zur Weitervermittlung (Historie, Eigeninteresse handelnder Akteure, Empowerment-Ansatz, Aufbau öffentlicher Beziehungen, Auf- und Ausbau von Bürgerorganisationen, Strategieentwicklung, Taktik und Aktionen, Machtanalysen, Rolle von Organizern und Schlüsselpersonen)
Konkretisierung von Community-Einsatzfeldern anhand von Beispielen aus Kirche, Politik, Gewerkschaft, Bürgerinitiativen, kommunalen Vernetzungsprozessen
Übung von Community Organizing-Grundlagen (z.B. der Organizer-Rolle, Kontaktgespräche, Veranstaltungs-Settings, Klärung und Finanzierung etc.)
mögliche Anwendung auf eigene Beteiligungs- und Vernetzungsvorhaben mit fachlicher und kollegialer Beratung
Erörterung von Fragen der Fortbildung zum Community-Organizer und weitere Etablierung der Methode in Deutschland
Ziele
Die Veranstaltungen wollte Einblicke in den Methodenansatz und seine moderne Anwendbarkeit in Deutschland vermitteln. Das Training übte die innere Haltung und die methodischen Grundlagen von Community Organizing ein und gab Materialien an die Hand.
Die 15 Beteiligten des Trainings und 23 Teilnehmenden des Infoabends waren in der Erwachsenenbildung, in der Sozialen Arbeit oder in der Verbandsarbeit für Parteien, Kirchen, Gewerkschaften oder Bürgerorganisationen tätig, und können nun dieses Basiswissen gut nutzen und einsetzen.
Referenten und Moderation
Reverend Paul Allan Cromwell, Geistlicher der United Church of Christ, blickt auf eine 30-jährige Erfahrung als Community Organizer in den Vereinigten Staaten und Europa zurück. Auf Einladung der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) bereist er seit 5 Jahren unser Land, um den Ansatz sowohl in Vereins- und Verbandsarbeit, Kirche und Politik, Kommunal- und Sozialbereich vorzustellen und zu beraten. Derzeit ist er für die Bundesakademie für Kirche und Diakonie (BAKD) und das Burckhardthaus tätig. Weiterführende Links: www.bundesakademie-kd.de, www.burckhardthaus.de
Wissenschaftsjournalist Wolfgang C. Goede arbeitete als Community Organizer in den USA (u.a. im Team von Barack Obama) und hat viel darüber publiziert. Weiterführende Links: www.fo-co.info, http://blogs.pm-magazin.de/openscience/
Vernetzungsberater Wolfgang Fänderl Päd.M.A. war als Sozialwissenschaftler von 2000 bis 2007 an der Ludwig-Maximilians-Universität München tätig. Er lernte CO als Leiter des Forschungs- und Entwicklungsprojekts „Gemeinsinn" am Centrum für angewandte Politikforschung kennen und ist Vorstand und Chefredakteur beim gemeinnützigen Netzwerk Gemeinsinn e.V.. Heute berät er freiberuflich komplexe Kooperationsprozesse in Verbänden, Organisationen, Kommunen und Ministerien. Weiterführende Links: www.netzwerk-gemeinsinn.net, www.vernetzungsberatung.de .
Gastgeber
Netzwerk Gemeinsinn e.V.: Der gemeinnützige Verein fördert seit 2003 „Beteiligung, Vernetzung und freiwilliges Engagement mit effizienten Methoden" und übernimmt die Koordination, Organisation und Öffentlichkeitsarbeit mit Hilfe von Mitgliedern des deutschlandweiten Begleitnetzwerks.
Kooperationspartner
Ökologisches Bildungszentrum München: Als langjähriger Partner stellt der Träger Münchner Umweltzentrum Räume zur Verfügung und unterstützt die Verbreitung?
(Ausschnitte aus dem Bericht von Wolfgang Fänderl, Martin Schmidt-Bredow, Wolfgang C. Goede und Hester Butterfield 23.11.09)
Sonntag 20.09.09
Ankunft
Bewährt
hat sich, am Tag vor dem Training die Gäste von außerhalb in das Tagungshaus
einzuladen und zu bewirten. Eine schöne Gelegenheit um anzukommen und die
anderen Teilnehmenden näher kennenzulernen.
Montag 21.09.09
Einstieg ins Training
Das
Ökologische Bildungszentrum diente nun schon zum zweiten Mal als Tagungshaus
für die Einführung ins Community Organizing. 2005 wurde bereits vom 10. bis 11.
Juni ein Praxisworkshop mit dem Titel „Empowerment für ein bürgeraktives München" von Netzwerk Gemeinsinn e.V. angeboten.
Kurz nach 9 Uhr waren alle
Teilnehmenden vor Ort und sowohl die Veranstalter Hubert Schiefer
und Wolfgang Fänderl (Netzwerk-Gemeinsinn e.V.) als auch der Kooperationspartner Wolfgang C. Goede
(Forum Community Organizing) sprachen kurz vom Hintergrund und Sinn der
Veranstaltung in den Räumen des 2. Kooperationspartners ÖBZ (Ökologisches
Bildungszentrum): „Wir können viel voneinander lernen und von
den unterschiedlichen Hintergründen profitieren!"
Die Beteiligten kamen aus
ganz Deutschland von Freiburg über Heidelberg, München und Leibzig bis Berlin.
Auch die beruflichen Hintergründe und die Altersstruktur waren bunt gemischt.
Die Vorerfahrungen mit Community Organizing waren bei den meisten am
Anfang und entsprechend waren die Anliegen für das Training unterschiedlich:
Ich
möchte die Methode und ihren Hintergrund kennenlernen
Ich
möchte Community Organizing für meine Coaching-Arbeit einsetzen können
Ich
brauche es für die Entwicklungszusammenarbeit und die Förderung von
Gemeindeorganisationen in Guatemala
Ich
möchte mein Wissen erweitern und sehen, ob es sich für Bürgerstiftungen
einsetzen lässt
Mein
Einsatzfeld ist eine freie Schule in der Nähe von Leibzig, evtl. aber auch
etwas Gemeindeentwicklung
Ich
möchte mein Wissen in der philosophischen Praxis besser ins Gemeinwesen
einbringen
Ich
möchte meine Methoden- und Strategiekompetenz steigern
Ich
mache meine Promotion über CO und möchte es im Studentenkreis einsetzen, evtl.
auch eine eigene Fortbildung anbieten
Ich
will die die Auswirkungen von CO auf Obama kennenlernen die neueren
Entwicklungen diskutieren
Impuls 1: Grundlagen anhand historischer und aktueller Beispiele
Nun meldete sich Trainer Paul Cromwell mit
Unterstützung durch seine amerikanische Kollegin Hester Butterfield zu Wort.
Paul ist Geistlicher und arbeitete 25 Jahre in den USA als Community Organizer
bevor er 2004 in Deutschland und Osteuropa auf Einladung der Evangelischen
Kirche den Ansatz verbreitete. Auch Hester ist 10 Jahre in
den USA aktive Community-Organizerin gewesen, bevor sie vor 18 Jahren nach
Deutschland kam und als Sozialarbeiterin für die Caritas in der
Flüchtlingsarbeit aktiv wurde.
Was ist Community-Organizing? „Viele
viele Ressourcen zusammenbringen, um mit Macht Probleme in der Stadt zu lösen.“
Dabei geht es immer darum eine Kerngruppe zu finden, Geld aufzubringen und
einen hauptberuflichen Community Organizer um Unterstützung zu bitten, um ein
längerfristiges Netzwerk oder eine Institution zu etablieren. Es geht um den
Aufbau von organisierter Macht, die im verantwortlichen positiven Sinne genutzt
wird.
Er brachte das Beispiel des Münchner
Bürgermeisters. Was würde er tun, wenn der Chef von BMW um einen Termin bittet
und was, wenn ein Migrant an seine Tür klopft? Wäre der Migrant aber
organisiert und würde mit 200 bis 300 weiteren eine Einladung aussprechen fände
er Gehör. Er hat Macht entwickelt. Die Frage ist jedoch, wann sich andere
beteiligen? Eigeninteresse und Beziehungsinteresse sind die Schlüssel.
Paul erzählt dann ein praktisches Beispiel
eines Community-Organizing-Prozesses aus Jacksonville Florida, bei dem 35
verschiedene Kirchengemeinden dafür gesorgt haben, dass ein Community Organizer
bezahlt wurde, zu hören, was die Leute bewegt und Betroffene zu organisieren.
Als festgestellt wurde, dass es für sie um eine effizientere Organisation des öffentlichen
Transports und kürzere Fahrzeiten ging, wurden durch eine Kombination von
direkten Gesprächen und öffentlichen Veranstaltungen, Presseaktionen und andere
Aktivitäten die Stadtspitze und die Verantwortlichen der Busunternehmen ins
Boot geholt. Selbst ein verwaistes Einkaufszentrum wurde dadurch wiederbelebt.
Ein anderes Beispiel kommt aus Saarbrücken,
wo eine Fußgängerbrücke über einen Bahndamm ersatzlos abgerissen werden sollte
und ca. 1000 Menschen täglich gezwungen hätte, längere Umwege zu laufen. Eine
Kombination aus Einzelgesprächen, Presseaktionen, Unterschriftensammlung und
angekündigter Veranstaltung mit Leitern der Stadtparteien führte letztlich zum
Erfolg. Auf der Veranstaltung war ein großes Plakat, auf dem die Vertreter für
den Neubau einer Fußgängerbrücke öffentlichkeitswirksam unterschreiben konnten.
Den Politikern wurden am Ende der Veranstaltungen Kinderzeichnungen zur
Erinnerung überreicht. Der Stadtrat stellte daraufhin für den Neubau 1,1 Mio €
zur Verfügung.
Übung: Eins-zu-eins-Besuche
Nach einer kurzen Pause stellte Paul die
drei Phasen eines Community-Organizing-Prozesses genauer vor:
den Menschen
und ihren Belangen und Vorstellungen zuhören,
gemeinsam mögliche Lösungen erforschen und
weitere Aktionen planen (z.B. Treffen mit öffentlichen Personen)
Die Besonderheit von Community Organizing: Wir machen Prozesse mit Menschen, nicht für
Menschen!
Die „Community“ kann dabei ein Stadtteil,
eine Kirchengemeinde, eine Gruppe Betroffener oder auch ein Interessennetzwerk
sein, die durch den Community Organizing Prozess angeregt werden soll, ihre
Situation zu analysieren und zu verbessern. Der Community-Organizer klärt dazu
mit seinem Auftraggeber, wer die wichtigsten Schlüsselpersonen der Community
sind, mit denen angefangen werden soll. Anschließend geben diese
Schlüsselpersonen ihre Empfehlung ab, mit wem noch gesprochen werden könnte oder
übernehmen diese Gespräche selbst.
Die Gespräche sind in der Regel verbunden
mit den Eins-zu-eins-Besuchen (One-on-One-Visits), bei denen man
a)
spontan
an die Türen der Community (z.B. Nachbarschaft) klopft und um ein Gespräch
bittet
b)
sich
über persönliche Empfehlung telefonisch ankündigt und einen Gesprächstermin vereinbart
c)
die
andere Person zu sich einlädt und einen Termin vereinbart
d)
auf
einem öffentlichen Platz Menschen anspricht und fragt, ob sie 20 Minuten Zeit
hätten, sich zur Community (z.B. Stadtteil) zu unterhalten
e)
zuvor
ein offizielles Schreiben verschickt, aus dem die Zielsetzung der
Kontaktaufnahme hervorgeht, bevor man in Verbindung tritt
Bedeutsam ist wohl, dass diese Eins-zu-eins-Besuche
wirklich wie ein Gespräch ablaufen sollen, bei denen der Community Organizer
interessiert zuhört und nachfragt und erst später für sich Notizen zu den
Darstellungen macht.
Auch Gruppengespräche sind möglich, in dem
man zum Treffen einer vorhandenen Community (z.B. Initiative,
Gemeindevertretung) geht und ein Gespräch über die Anliegen und Hoffnungen der
Community 'anzettelt' - angekündigt, aber auch nichtangekündigt.
Anschließend wurden die Teilnehmenden
gebeten, sich in Zweiergruppen aufzuteilen und solche Eins-zu-Eins-Besuche auszuprobieren.
Die Themen konnten sich dabei auf aktuelle Vorhaben in Privat- oder Berufsleben
beziehen, bei denen eine größere Community betroffen ist.
Um 12:15 Uhr gab es ein selbstgemachtes Mittagessen und einen
Dank an das Küchenteam.
Impuls
2: Power/Turnout-Prozess, Prozess-Fragen
Paul erläuterte nun den nächsten Schritt:
die Auswertung der Interviews im Kreise der Interviewer. Hier sei wesentlich,
dass alle Themen aus den Interviews auf einem Flipchart (incl. Mehrfachnennungen)
notiert werden und eine Diskussion die weiteren Schritte klärt, wie sie in der
angekündigte Gemeindeversammlung vorgestellt werden.
Konkrete inhaltliche Themen (Issues), die
konkrete Lösungen fordern und dem Aufbau einer Organisation und der Bindung der
Community dienen (z.B. zu hohe Mieten in Block A) sind allgemeinen Problemlagen
(z.B. ungerechte Diskrepanz bei Gehältern von Männern und Frauen), Prozessthemen
oder strategischen Vorhaben (z.B. Gestaltung einer Demo) vorzuziehen.
Wenn sich auf der Gemeindeversammlung
später Aktionsgruppen bilden sollen, ist es wichtig, die gewinnbringendsten
Themen zu empfehlen und kurz zu kommentieren. Allgemeine Themen können z.B.
heruntergebrochen werden auf eine spezielle Situation, durch die eine konkrete
Forderung an Politik, Verwaltung und Eigentümer konkretisiert werden kann (z.B.
Straßenlaternen, gegen häufige Überfälle im Stadtteil).
Trotz langfristiger und schwerer Probleme
sollte mindestens ein Thema aufgegriffen werden, mit dem in 3 Monaten erste
Erfolge erzielt werden können.
Übung
2: Konkretisierung von CO-Vorhaben
Anschließend wurden aus den Zweier-Gesprächen
vom Vormittag drei Themen aufgegriffen, die für die weitere Vertiefung als
Community-Organizing Prozess chancenreich erschienen. Paul notierte für die
Kleingruppen (3-5 Personen) Fragestellungen, die in den Gruppen zur Sprache
kommen sollten.
Die Themen:
A. Bürgerbeteiligung für Wasserprogramm in
Guatemala
B. CO-Fortbildungsprojekt und
Studenteninitiative Universität Freiburg
C. Räume zur Begegnung in einem Bürgerhaus
Impuls 3 und Übung 3:Verhandlungsstrategien mit Offiziellen
Von Paul kamen nun einige Hinweise auf die Bedeutung
guter Vorbereitung vor Kontaktaufnahme mit offiziellen Vertretern.
Das Beispiel mit dem
Begegnungszentrum im Bürgerhaus war dann geeignet, ein Rollenspiel
durchzuführen, in dem eine Gruppe die Kommunalvertreter spielte (Bürgermeister,
Finanzverwaltung, Pressesprecher).
Auf der anderen Seite bereitete sich die
Bürgerinitiative auf das Gespräch vor und klärte zunächst Rollen, Taktik und
inhaltliche Schwerpunkte.
Im Rollenspiel wurden dann die
Teilnehmenden der Bürgerinitiative von den Kommunalvertretern eingeladen ihr Anliegen
vorzutragen. In der Zwischenzeit wurde durch Beobachter
notiert, was sich während der Verhandlung abspielte.
Ablauf:
Die
Bürgerinitiative (mit einem Pressevertreter im Schlepptau) wurde zum Gespräch mit dem Bürgermeister gebeten und gleich zu Beginn
auf die begrenzte Zeit und ein wichtiges Gespräch mit der Kanzlerin in 15
Minuten verwiesen. Die Bürgerinitiative ließ sich davon nicht beeindrucken und
bestand darauf, dass ihr die vereinbarten 30 Minuten zur Verfügung gestellt werden,
auch wenn sie das Gespräch abwarten müsse. Auch bei der Sitzordnung holte sie
sich Punkte, indem sie sich nicht spalten ließ und auf Augenhöhe (Tischrunde)
mit dem Bürgermeister ins Gespräch kam.
Der Bürgermeister holte dann erst einmal
aus, die angespannte Haushaltslage darzustellen und die bestehenden Leistungen
hervorzuheben. Die Bürgerinitiative unterbrach etwas ungeduldig und bat die Nutzung des Bürgerhauses
anzusprechen. Es ginge ihr nur um eine bessere Ausnutzung des vorhandenen
Rahmens.
Die Kommunalvertreter verwiesen auf die
Strukturen und Mitnutzer, mit denen zu sprechen sei. Die Freiräume müssten
eruiert werden. Dann kam erneut der Hinweis auf das wichtige Telefonat mit der
Kanzlerin, zu dem der Bürgermeister für 5 Minuten den Raum verließ.
Ein echtes Manko der Bürgerinitiative war
der fehlende Kostenplan, den der Bürgermeister natürlich brauchte, um die
weitere Entwicklung einschätzen zu können. Die paternalistische Art des
Finanzverwalters ergab dann eine leicht agressive Stimmung, bis man sich auf
einen Schritteplan einigen konnte, bei dem der Antrag geprüft werden würde.
Auch wenn der Bürgermeister keine Zusage
machte, wurde der Pressevertreter gebeten dazu eine öffentliche Mitteilung zu
machen. Das Gespräch war beendet.
Auswertung:
In der Reflexion waren eigentlich beide
Parteien mit ihrer Verhandlungsführung zufrieden, wohl auch weil sich keine
relevanten Gegensätze im Weg standen (ohne Geld etwas Vorhandenes besser
nutzen).
Die Beobachter berichteten noch aus den
Vorbereitungsphasen, wie die Strategien abgesteckt, die Rollen verteilt und
eventuelle Gegenargumente vorbereitet wurden. Als die Strategie der
Kommunalvertreter auf dem Tisch lag, erkannten die Vertreter der
Bürgerinitiative erst, wie wenig sie eigentlich erreicht hatten.
Verhandlungsarbeit ist harte Arbeit und
benötigt viel Verhandlungsgeschick und Know-how. Auch hier muss sich ein
Community Organizer qualifizieren und dabei unterstützen können. Wichtig ist
dabei, dass sich die Community Respekt verschafft und ihn notfalls einfordert.
Außerdem gelingen Verhandlungen besser, wenn man sich nicht als Gegenpool sondern
als Partner in einem gemeinsamen Anliegen versteht.
Abendrunde
In einer abschließenden Runde im Sitzkreis
wurde deutlich wie hilfreich diese Ersthanderfahrungen beim Interviewen und
Verhandeln waren. Alle freuten sich auf anstehende Pause und den informativen
Abendteil. Wie bereits zum Mittagessen war auch der
Tisch zum Abendbuffet reich gedeckt, bevor es dann in erweitertem Kreis in das Abendprogramm überging.
Informationsabend 21.09.09
Impuls 4: Begrüßung und Historie
Nach Beginn der Plenumsveranstaltung begrüßte
zunächst Wolfgang Fänderl als Vorstand von Netzwerk Gemeinsinn e.V. die neuen
und alten Teilnehmenden und stellte das zu erwartende Programm vor. Community
Organizing sollte mit seinen historischen und aktuellen Facetten auf
Übertragbarkeit auf den deutsch-europäischen Kulturkreis überprüft werden. Was
ist zu tun, damit dieser Ansatz auch in Deutschland besser Fuß fassen kann.
Können wir dabei auch von Obama als ehemaligem Community Organizer lernen?
Wolfgang Goede gab dann einen Historischen
Abriss, bei dem die unterschiedlichen Facetten von Community-Organizing im
Verlauf der Geschichte deutlich wurden:
a)
Vorläufer
kamen aus der Demokratie-Bewegung, den Gewerkschaften und Kirchen der USA
b)
Saul D.
Alinsky als „Vater der Bewegung“ (1909 - 1972) kam aus einfachen Verhältnissen in
Chicago, studierte u.a. Kriminologie, erforschte u.a. die Mafia, war Gewerkschafts-Aktivist und
Organizer „Back of the Yards“, gründete die Industrial Areas Foundation,
schrieb Bücher und unterstützte durch Fortbildungen
c)
Schwerpunkt
1 (Anfangszeit) war die Unterstützung der Bürgerrechtsbewegungen (independent
organizing), bei der sich die Masse mit kreativen Aktionen gegen Mächtige
behauptete
d)
Schwerpunkt
2 (spätere Phase) war dann die Gemeindeentwicklung (membership based organizing,
bei der die Lebensbedingungen einer identifizierbaren Gruppe (territorial oder
kategorial) zum Zusammenschluss und zum Aufbau einer Organisation führte
e)
Schwerpunkt
3 (aktueller Kontext) war die strukturelle Mobilisierung (broad based
organizing), bei der die Vernetzung der Netzwerke und Einzelorganisationen im
Vordergrund stand. Um strategisch-taktisch erfolgreich zu sein, musste man
vernetzt und auch politisch repräsentiert sein (z.B. Unterstützung
Obama-Wahlkampf) ohne sich von Parteistrukturen vereinnahmen zu lassen.
Community-Organizing stand dabei immer in
'Konkurrenz' zu zahlreichen anderen Verfahren weltweit, die sich aber auch
gegenseitig bereicherten: Gewaltfreier Widerstand, Pädagogik der Unterdrückten,
Technology of Partizipation, Zukunftswerkstatt, Metaplan etc. um nur einige zu
nennen.
Impuls 5: Geschichten
mit Aha-Effekt
Paul erzählte dann frei über seine
Erfahrungen mit Community Organizing:
Am 4. Juli 1939 wurde, 150 Jahre nach der Bastille, im vielleicht größten
Slum der Welt, im Schlachthofviertel von Chicago, eine erste
Community-Organisation gegründet. Sie begründete auch Alinsky´s Ruhm. Er unterstützte
die schwarze Bevölkerung, um zu verhindern, dass sich der Bau der Universität von
Chicago auf ein Wohngebiet der ärmeren schwarzen Bevölkerung ausdehnte. Besonders
hilfreich war die Ankündigung eines gewaltfreien Toilettenstreiks (mehrere 100
Menschen halten in langen Schlangen den ganzen Tag über die Toiletten besetzt),
während einer internationalen Veranstaltung auf dem Flughafen. Der Streik wäre für
die Kommunalvertreter ein solcher Gesichtsverlust geworden, dass alleine die
glaubhafte Androhung genügte, um den Bürgermeister umzustimmen.
Eigentlich halfen letztlich die ungeschickten Angriffe der Stadtspitze
gegen Alinsky, wodurch erst die Identifikation der schwarzen Bewohner mit dem weißen Community
Organizer ermöglicht und das
Protestpotenzial aktiviert werden konnte. Hinter den Geschichten sind es
also die nicht so offensichtlichen Geschichten die Community zum Durchbruch oder
auch mal zum Scheitern verhelfen.
Paul erzählte dann von einer
eigenen Erfahrung: Zu einer öffentlichen Veranstaltung in Jacksonville Florida
(s.o.) mit 750 Bewohnern wurden der Bürgermeister und andere Amtsträger eingeladen. Es
erschienen u. a. der Polizeichef und ein Vertreter
des Bürgermeisters, der gefragt wurde, ob er „für den Bürgermeister sprechen
kann.“ „Ja“, sagte er. Aber als er konkret um Stellungnahme gebeten wurde,
musste er zugeben, dass er keine Antwort geben könne, ohne Rücksprache mit dem
Bürgermeister zu halten. Nachdem diese Blöße in der Öffentlichkeit bekannt
wurde, erschien der Bürgermeister zum nächsten Treffen zusammen mit 18
Abteilungsleitern und konnte einigen Forderungen sofort zustimmen.
Impuls
6: Innovationen durch Obama
Wolfgang Goede beschrieb mit Hilfe eines
Schaubildes die Veränderungen der Community Organizing Landschaft mit dem
Auftreten von Obama:
Die Zeichnung zeigt einen
Verdichtungsprozess. Menschen an der Basis der Gesellschaft, die Graswurzeln,
werden schrittweise zu einem gemeinsamen Körper gebündelt mit einer gemeinsamen
Stimme und hoher politischer Effizienz. Das ist normalerweise das Vorgehen von
Community Organizing (CO). Der Community Organizer tritt durch persönliche Gespräche,
“One-on-Ones” in Kontakt mit den Menschen, findet heraus, wie sie „ticken“,
sortiert Interessen und Prioritäten, gibt
Anstöße zu einer Organisationsstruktur und einer Einkommensquelle für
die Organisation. Diese tritt am Ende als Vertreter der Menschen in einem
Stadtteil oder Region auf und setzt gegen die politischen und wirtschaftlichen
Verbände die Wünsche ihrer Mitglieder durch. Insofern ist Community Organizing
nicht viel anders als das Vorgehen der politischen Parteien – Politik mit
anderen Mitteln, wenn man so will.
Als ehemaliger Community Organizer
übernahm Obama dieses Prinzip für seinen Wahlkampf und erhöhte damit seine
Schlagkraft erheblich. Wichtiges Werkzeug der Kontaktherstellung mit den
Wählern: Türklopfen, Telefonanrufe, Hauspartys – wie im CO. Wahlhelfer nehmen
systematisch Kontakt auf mit den
Wählern in einem Wahlkreis: persönlich durch einen Drei-Minuten-Kontakt an der
Haustür; Telefonate von großen „Telefonbanken“ im Wahlkreisbüro; Veranstalten
von Wahlpartys, bei denen ein dem Kandidaten gewogener Nachbar seine Freunde
und Bekannte einlädt, um über die Wahlen miteinander in entspannter Atmosphäre
zu sprechen. Das alles ist bei US-Wahlkämpfen üblich, entwickelte aber in der
Obamakampagne eine besondere Treibkraft, weil Obamas Charisma so viele
Freiwillige anzog (u.a. den Referenten, der zehn Tage lang in den obigen Funktionen
im 37. Wahlkreis Seattles mitarbeitete). Das alles führte zu einer starken
Verflechtung des Wahlvolkes.
Überwölbt wurde
dieses eher “manuell-händische” Vorgehen von einer elektronischen Plattform.
Die „MyBo“-Homepage des Kandidaten potenzierte seine Strategie. Das Portal
verlinkte die Sympathisanten, initiierte Hauspartys im ganzen Land, animierte
sie zu Telefonanrufen, spiegelte den neuesten Stand der Kampagne mit Videos
wider und das Wichtigste: sammelte Geld ein für die Finanzierung der Kampagne.
Kleine Spenden summierten sich zu 700 Millionen Dollar, die Obama unabhängig
von Spenden aus Wirtschaft und Industrie machten. Hierin erfuhr die Kampagne ihre höchste Verdichtung, die
dann auch zum Sieg des Kandidaten
führte.
Im Resumé, es gelang Obama, zwei Stränge miteinander zu verflechten,
den des CO mit dem der Politik.
Daraus zog er großen Gewinn – stellt ihn
aber auch vor ein Dilemma. Während seiner Amtszeit ist der „Community Organizer
im Oval Office“ mehr als seine Vorgänger in populistischer Weise vom Volk
abhängig. Das ist zwar der Grundsatz der Demokratie, darf Amtsträger aber nicht
daran hindern, auch unpopuläre Maßnahmen zu ergreifen. Das Prinzip der Gewaltenteilung
steht hier in Frage. Am Anfang seiner Präsidentschaft griff Obama auf die
Werkzeuge des CO zurück, wenn er zum Beispiel Partys einberufen ließ, um seinen
Haushaltsentwurf im Senat durchzusetzen. Die Aufforderung an seine Wähler war:
„Ruft euern Senator an und sagt ihm, dass ihr seine Zustimmung zum Etat
wünscht.“ Das ist Politik im besten Sinne von unten nach oben, die dann
traditionell von oben nach unten exekutiert wird.
Im Rückblick auf die knapp einjährige
Präsidentschaft hat das Obama anscheinend wenig geholfen. Der Krieg in
Afghanistan schwelt weiter, die Gesundheitsreform hat das Land polarisiert,
Obamas Zukunft scheint davon abzuhängen, ob er die Wirtschaft wieder flott
kriegt. Für eine Zeit sah es so aus, als ob Obama mit seiner Popularität und
Zugriff auf die Medien zu einem selbstherrlichen Herrscher werden könnte, der
den allgemeinen Willen, den “Volonté generale” verkörperte, vielleicht sogar virtuell
regieren würde. Heute ist dieser Verdacht vom Tisch, trotz des neuerlichen
Rückenwindes durch den Friedensnobelpreis.
CO und Politik lassen sich doch nicht so
einfach miteinander verknüpfen. Sie sind zwei verschiedene Seiten der
Gewaltenteilung, die aus der Spannung heraus leben und sich nicht vereinen
lassen. Insofern waren Obamas Anregungen für die Dynamisierung von Wahlkämpfen,
vielleicht auch in Deutschland wichtig, als Präsident ist er aber Politiker und
kein Community Organizer. Als Politiker muss er noch zeigen, was er drauf hat,
außer Visionen, Rhetorik und CO. Dass dieser Klärungsprozess stattgefunden hat,
ist gut. Nicht zuletzt hat CO dadurch an Profil gewonnen und die alte Regel
bestätigt: Politik und CO sind wie Öl und Wasser – nicht miteinander vermischbar.
Bei einer kleinen Pause konnten sich die
Anwesenden gegenseitig kennenlernen und die Informationsflut erst mal etwas
sacken lassen.
Impuls
7: Übertragbarkeit auf Deutschland
Nun griff wieder Wolfgang Fänderl als
Methodenexperte den Ball auf und erläuterte die unterschiedlichen
Rahmenbedingungen in den USA und in Deutschland. Community Organizing hatte es
bislang schwer in Deutschland Fuß zu fassen und mehrere Gegenüberstellungen
machten deutlich, warum das so war:
Unterschiede
im Verständnis von Sozialarbeit
Unterschiede
in der politischen Arbeit
Unterschiede
methodischer Herangehensweisen
Besonders beeindruckend war sicherlich die
unterschiedliche Haltung eines Sozialarbeiters, der die Machtverhältnisse
akzeptiert und verwaltet, einem Advokat, der zwischen Positionen verhandeln
hilft und einem Community Organizer, der die Machtverhältnisse zu Gunsten der
breiten Bevölkerung ändern möchte.
Am Beispiel des SKA-Ansatzes (Soziokulturelle
Animation) konnte deutlich gemacht werden, dass die verschiedenen Rollen als
Animator, Konzeptor, Organisator und Mediator unser Rollenverständnis als
Sozialarbeiter unterschiedlich intensiv prägen und wohl von der aktuellen
Situation und den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen beeinflusst sind.
Gerade die derzeitige Entwicklung in
Deutschland (Auseinanderklaffen der sozialen Schere, verschärfte Haushaltslage,
Misstrauen gegenüber Machthabern und Wirtschaft, Zunahme von Krisen und
Überforderungssituationen) macht aber deutlich, dass sich unser angepasstes,
verwaltendes „Für andere arbeiten“,
sehr bald verändern muss, um noch relevant zu sein. Der Anspruch des Community
Organizing lautet hier klar und deutlich: „Tue
nichts für Leute, was sie selbst tun können!“
Paul meinte dazu: „Hintergrund
dieses Gedankens ist es, dass der Organizer mit Menschen arbeitet, um ihre
demokratischen und partizipativen Fähigkeiten zu verbessern. Diese lernen sie
nur, indem sie selbst eine Aktion planen, den Plan durchführen und die
Ergebnisse reflektieren.“
Fragen
& Antworten
Zum Abschluss gab es noch folgende
Fragen: Was hat uns an dem Ansatz am
meisten fasziniert? Wozu hat mich Community Organizing inspiriert? Wie kann ich
es für mich nutzen? Was brauche ich noch dazu?
22.09.09 Dienstag
Morgenrunde
Training
Am nächsten Morgen ging es in der
„Trainings-Gruppe“ wieder weiter. Organisatorisches und die Klärung des weiteren
Vorgehens stand ebenso im Raum wie die Rückmeldungen zu den bisherigen
Eindrücken zur Veranstaltung und dem Methodenansatz. Alle Beteiligten haben
bereits einen Geschmack an der Macht gefunden und ihn genossen! Entsprechend waren auch die Erwartungen an
das weitere Vorgehen CO für die jeweiligen Arbeitsfelder praktikabel zu machen.
Impuls
8: Organisationsstrukturen: Rolle
des Organizers, Finanzierung, Gesamtprozess und Nachhaltigkeit
Zunächst geht es beim Community Organizing
Prozess um diejenigen, welche ein inhaltliches Anliegen haben und sich dafür
freiwillige engagieren möchten ("Freiwillige"). Der „Community-Organizer“ mit
seinem professionellen Know-How in organisatorischen, verhandlungstechnischen
und methodischen Fragen ist dann eine zu finanzierende Person, die sich die Freiwilligen bewusst leisten. Doch auch auf Seiten der Freiwilligen braucht
es Leitungsfiguren, welche die Anliegen der Community authentisch vortragen
können.
Der Community-Organizer hat deshalb auch die Rolle,
entsprechende Freiwillige zu finden, die Zeit und Potenzial haben. Über das
Finden hinaus müssen sie aber auch durch entsprechende Angebote im Boot
gehalten werden. Communities in den USA haben immer einen hohen Spaßfaktor und
schaffen Identifikation und Enthusiasmus für die Sache. Der Community Organizer
investiert deshalb zu Beginn immer viel ins Team Building, um die
Gruppenidentität zu stärken. Außerdem betätigt er sich als Regisseur, um mit „Theaterdonner“
den Prozess anschaulich und attraktiv zu gestalten.
Am Handout „Rollenbeschreibung Community
Organizer“ wurde dann noch mal verdeutlicht, welche Aufgabenbeschreibung zu
Grunde liegt und welche Charakteristika vom Profi erwartet werden. Damit verbunden waren dann auch Fragen der
Organisation und ihrer Finanzierung, die am Nachmittag
vertieft wurden.
Übung
4: Die nächsten Schritte: Planung
von eigenen CO-Prozessen in kollegialer Beratung
Paul stellte dann das Vorgehen beim
praktischen Planungsteil vor, wo eigene anstehende Prozesse noch mal kollegial
vertieft werden konnten. Seine Fragen an die persönliche Reflexion der
Beteiligten:
Was
kann ich von CO in meiner Arbeit / meinem Leben benutzen?
Welche
Vision habe ich?
Was
passiert in den nächsten 3 Monaten?
Brauche
ich Hilfe?
Gibt es
Fragen für den Nachmittag?
Anschließend stellten die
Beteiligten ihre Informationen vor, die für eine interne Dokumentation notiert wurden:
Fragen und Antworten
Nach dem Mittagessen wurden offene Fragen der Trainings-Teilnehmenden vertieft:
1: Werden
bei CO Rituale implementiert? Die Methode der Eins-zu-eins-Besuche wird in
einigen Treffen genutzt, um die Teilnehmenden abzuholen, Individuum und Gruppe
zu stärken. Andere Treffen nutzen je nach Hintergrund Lieder und andere Rituale,
um die Identifikation mit der Community zu stärken.
2: Wer
trifft Entscheidungen? Beim Entstehen einer Community braucht es
Partizipations- und Organisationsstrukturen, die gemeinsam entwickelt werden
müssen. Diese Strukturen klären auch den Informationsfluss und die
Entscheidungsverläufe zusammen mit den Leitlinien, an denen sie sich orientieren
sollten. Dadurch können dann auch Konflikte, Mehrheiten und
Minderheiten-Rechte, formelle und informelle Prozesse unterstützt werden. Wenn
ein Community-Organizing-Prozess sich institutionalisiert, können auch die
Gründung von Vereinen, Genossenschaften etc. incl. der Wahl von Vorständen und
Funktionsrollen damit verbunden sein.
3: Wie
verläuft die Öffentlichkeitsarbeit bei CO-Prozessen? Der direkte Prozess
(One-on-Ones) mit Mund-zu-Mund-Propaganda ist eine der stärksten wenn auch
langsam wachsenden Strategien, um Verbreitung zu schaffen und Identifikation
aufzubauen. Erst dann ist es hilfreich auch in die Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit zu investieren, um eigene Positionen in die Breite zu
tragen. Diese Prozesse sind orts- und situationsabhängig.
4: Was
sind die Kriterien für Themen und Aktionen die von der Community aufgegriffen
und umgesetzt werden? Es geht in erster Linie um eine Abwägung der echten
Bedürfnisse der Beteiligten in der Community. Außerdem sollten gerade am Anfang
Themen gewählt werden, die „gewinnbar“ sind und einen schnellen Sieg
verspreche
5: Wie
sollte eine Initiatorengruppe arbeiten, die eine Community aufbauen wollen?
Zunächst ist es wichtig, die Notwendigkeit einer konzentrierten Begleitung
(Community Organizer) abzuklären und den Finanzierungsprozess einzuleiten. Die
Erfahrungen und Unterstützungen durch andere Organisationen sind dabei sehr
nützlich. Es sollten mehrere Themen als Einzelprojekte aufgegriffen
werden, an denen zunächst mal 2 Jahre gearbeitet werden kann. Außerdem sollten
Strukturen entwickelt werden, die freiwillige Beteiligung und Delegation
ermöglichen (vgl. Projektverfahren Gemeinsinn-Werkstatt).
6: Liegt
Community Organizing der Amerikanische Pragmatismus von John Dewey zu Grunde?
Community Organizing hat ebenso wie Dewey den Anspruch demokratische Prinzipien
zu verankern. Dabei wird keine parteipolitische Demokratie verfolgt, sondern
eher eine integrativ-handlungsorientierte Form.
7: Wer
bestimmt die „Leader“ (Leiter / Führer) und wie werden sie ausgewählt?
Zunächst kommt es darauf an, wer sich von den interviewten und gut vernetzten
Schlüsselpersonen verpflichtet fühlt und die Community stärken möchte
(committing). Dann können noch Personen hinzugebeten werden (inviting) die als
besonders hilfreich für den Prozess und die Identifikation bestimmter
Zielgruppen erscheinen. Es gibt langfristig eine aktive, gewählte
Leitungsgruppe und eine Gruppe von Schlüsselpersonen, die sich evtl. nicht
direkt einbinden, aber informiert und erinnert (reminding) werden möchte. Wer
dann die Community vertritt ist dann der zu entwickelnden Organisationsstruktur
(Initiative, Netzwerk, Verein, Verband, Genossenschaft etc.) anzupassen.
8: Worauf ist bei Verhandlungen mit dem „Gegenüber“ zu achten? Zunächst
sollten wir den Gegner als zukünftigen Partner wahrnehmen und ihn weder
beleidigen noch schlecht reden. Dennoch sollten unterschiedliche Meinungen
deutlich gemacht und öffentlich gemacht werden. Wichtig sind kreative,
humorvolle Aktionen, die auch das Gegenüber dazu bringen Fehler zu erkennen und
zu bekennen. Manchmal lässt es sich aber nicht verhindern, dem Gegenüber mit
klaren Wenn-Dann-Botschaften zu begegnen und deutlich Grenzen aufzuzeigen.
Manchmal hilft es sich in der Community die Good-Guy und Bad-Guy-Rollen
aufzuteilen, um in Verhandlungen die zwei Seelen in der Brust der Community
anschaulich zu machen. Bei Veranstaltungen jedenfalls immer dafür sorgen, dass
viele Personen aus der Community vor Ort sind, um die Stärke und Handlungsbereitschaft
der Community zu signalisieren.
9: Was
heißt gute Vernetzung? Wenn ich zwei Leute kenne, die aktiv mitmachen
wollen, 10 Leute, die auf Veranstaltungen mitgehen und 100 interessierte Leute,
an die ich Informationen weitergeben kann. Beim Community Organizing geht es immer
um große Gruppen die den Machthabern eine entsprechende persönliche Gegenmacht
entgegenstellen können.
10:
Wie kann Fundraising z.B. für die Rolle
des Organizers erfolgreich umgesetzt werden? Die Haltung eines Fundraisers
für die Community ist entscheidend. Es geht nicht um Almosen sondern um die
Beteiligung an einer großen Bewegung, einer großen Sache. Schon das Anfragen
und Zur-Spende-Einladen ist ein Angebot, ein Willkommen bei unserer Bewegung,
das ja dabei nicht enden soll. Vertrauen ist beim Fundraising sehr wichtig und
der Umgang mit den Spendern trägt dazu bei. Transparenz bei der Verwendung der
Gelder, Beispiele von anderen Spendern und deren Beiträge, Informationen zur
Verwendung der Gelder sind weitere Momente, die Spendenbereitschaft erhöhen.
Die Liste der Spender diesen Jahres ist zu 90% die Liste der Spender nächsten
Jahres. Neben langfristigen Fundraising-Strategien für die Community können
auch aktionsbezogene Strategien erfolgreich für die Finanzierung von Aktionen und
Strukturen sorgen. Obamas Wahlkampf war ein Beispiel dafür, dass sogar arme
Menschen bereit sind etwas finanziell beizutragen, wenn es sinnvoll und einfach
ist.
Abschluss-Reflexion und Verteilung Teilnahmebestätigung
Zum guten Ende gehörte noch mal ein
Zweiergespräch, bei dem sich die Partner gegenseitig zuhörten, was denn die
wesentlichen Erkenntnisse aus dem Seminar waren und welche davon auch den
anderen zugänglich zu machen sind.
Bei der anschließenden Feedbackrunde kamen
dann folgende Rückmeldungen:
Diese Einführung ins Community Organizing
war fruchtbar auf drei Ebenen: Lebensalltag, Kontakte, Methodenkenntnisse; die
Gesamtveranstaltung hat mir gut gefallen, war abwechslungsreich von der
Methodik; Paul war entspannt, informativ und hat trotzdem die Zeiten perfekt
eingehalten; manchmal habe ich nicht alles verstanden, da mein Englisch nicht
so gut ist, die Literaturliste wird helfen manches noch mal nachzulesen; ich
bin gut gelaunt nach den tollen 2 Tagen, es hat viel Spaß gemacht.
Die verschiedenen Kontakte mit
unterschiedlichen Hintergründen waren sehr bereichernd; trotz der vielen Arbeit
konnten die Erfahrungen der anderen gut genutzt werden.
Das Seminar gab viel Motivation und Energie
für den Alltag; ich fühle mich inspiriert und motiviert; ich habe viele Dinge
gelernt, die ich auch umsetzen kann und werde; momentan habe ich mehr Fragen
als vorher.
Die Organisation (Essen, Raum etc.) war
super.
Danach wurden die Teilnahmebestätigungen
verliehen.
Um 15.00 Uhr begann dann der Abschied und die Abreise der Teilnehmenden
Rückmeldungen und Nachbereitung
Wolfgang Fänderl verschickte zwei Tage nach dem Training bzw. Infoabend
einen Feedbackbogen. Hier die Fragestellungen und Rückmeldungen der Beteiligten aus beiden Kontexten.
Ganz spontan:
Wie war das Training / der Infoabend für Dich? Was hat Dich überrascht positiv
wie negativ?
Die Antworten:
Sehr schöne
Atmosphäre, fantastisches Zeitmanagement (herausragend: Paul), sehr spannende
Gruppe, sehr viel gelernt
Herzliche Atmosphäre, umkompliziert, direkt, kleine
Gruppe, von Anfang an guter Kontakt, kein Fremdeln, gleich zur Sache...
Die Offenheit und
Freundlichkeit im Seminar war sehr positiv. Der Wechsel zwischen
Wissensvermittlung und Übung, gerade am ersten Tag, war sehr angenehm. Negativ
fand ich, dass der Infoabend mittendrin lag. Dadurch war der erste Tag des
Trainings sehr anstrengend, was sich für mein Empfinden auf die Qualität des
zweiten Tages ausgewirkt hat.
Sehr aufschlussreich. Ich fand es sehr gut nach meiner bisherigen Arbeit mit
CO, die ganzen Schritte einmal klar strukturiert und mit vielen Erfahrungen
ergänzt präsentiert zu bekommen. Positiv hat mich überrascht, wie gut man die
Techniken des COs doch auch in kleinen Gruppen und unterschiedlichen Übungen
trainieren kann.
Mir hat das
Training außerordentlich gut gefallen, beim Infoabend war ich schon etwas müde,
insgesamt war dieser Tag für mich zu lang. Überrascht hat mich, wie vielfältig
einsetzbar das Community Organizing sein kann.
Für mich war der Infoabend sehr interessant. CO
war für mich als Struktur neu, wenn ich auch ansatzweise von der
Verfahrensweise schon gehört habe. Positiv überrascht haben mich die
historischen Wurzeln, die ich gut nachvollziehen konnte. Ist meine Befürchtung
berechtigt, dass CO auch dazu führen kann Positionen zu verhärten?
gute,
interessante Einführung, die Lust auf "Mehr" macht.
Positive Überraschung, eine in ihrem Ansatz
partnerschaftlichen Partizipation einerseits und einem selbstbewussten Umgang
mit der Machtfrage andererseits; für mich eine neue radikale Methode die ich so
kennenlernen konnte.
Was ist von der
Einführung ins Community Organizing inhaltlich am eindrücklichsten hängen
geblieben?
Die Antworten:
CO ist ein
Drei-Schritt-Verfahren. Eine einfache und klare Darstellung!
Dass es
Zeit und Geduld und eine besondere Neigung braucht, um auf Menschen eingehen,
sie anhören zu können, ohne Verachtung, Vorurteile, - das ist ja geradezu
buddhistisch oder auch christlich im Anspruch – nicht umsonst sind viele
Pfarrer oder kommen aus der ehrenamtlichen Gemeindearbeit...
Am Eindrücklichsten
hängen geblieben ist mir die Problematik, dass Community Organizing gerade für
die Organisation von Freiwilligen, meiner Meinung nach also ehrenamtlich
Tätigen gedacht ist, das Training aber in der Hauptsache von
"Profis", also Leuten, die sich beruflich mit solchen Methoden
beschäftigen, wahrgenommen wurde.
Mit was für
einfachen Methoden man Menschen aktivieren kann, um gemeinsam etwas zu
erreichen. Und welch große Rolle dabei das Zuhören und genaue Hinhören spielt.
Dass CO Empowerment auch Schwachen eine Plattform gründen hilft, die sie für ihre Bewegung
effektiv nutzen können. Ich verspüre bei CO einen hohen sozialen Anspruch mit
dem verantwortungsbewusst umgegangen werden muss.
Dieser Ansatz wurde am Infoabend systematisch dargestellt. Was ich davon später brauchen
kann, wird sich erst zeigen. Wichtig ist: Ich muss mich um weitere
Informationen kümmern, um mehr zu lernen. Der Abend war sehr informativ, aber
natürlich nicht ausreichend, um in die Materie einzusteigen. Gut wäre es, die
Anwendbarkeit in der Politik zu erfahren.
Der Fokus auf den Aufbau von Beziehungen
vor dem Hintergrund gemeinsam rekonstruierter Problemwahrnehmungen; sowie die
Geschichte des CO.
Würdest Du
anderen aus Deinem Kollegen/innen-Kreis dieses Training / den Infoabend
empfehlen? Und wenn ja, wie müsste es/er dann aussehen?
Die Antworten:
Ich
habe vielen Freunden das Seminar empfohlen, auf die Website hingewiesen, um
sich zu informieren. Die Teilnehmerbestätigung trägt dazu bei, dem Seminar eine berufliche Legitimation
zu verleihen. Das kleine Ritual bei der Verleihung fand ich auch schön – und
die gemeinsamen Essen, die Spaziergänge in der Natur ebenfalls. Das Setting war
perfekt. Die Handouts waren genau richtig und notwendig, um einen Rahmen zu
setzen, so dass ich mit dem beruhigenden Gefühl nach Hause ging, nicht nur
Party zu feiern, sondern auch „etwas Gescheites getan zu haben“. Der Infoabend
wäre natürlich nicht während des Seminars, sondern vorher gut, zur Einstimmung,
vielleicht kämen dann noch mehr Kurzentschlossene.
Ein Infoabend vor Ort oder zum Beispiel Informationsabende in
größeren Städten erscheinen mir sinnvoll. Von vornherein würde ich bei der
Vorbereitung solcher Veranstaltungen überlegen, wie viel mehr ehrenamtlich
Tätige bzw. Freiwillige informiert werden können.
Ich denke, dass ich ihn auf jeden Fall empfehlen kann. Leider ist das Geld für
uns als Studenten da die größte Hürde.
Ja, ich kann
und werde das Training weiterempfehlen. Es war für eine Einführung genau
die richtige Dosierung nur - wie oben schon erwähnt - war ein Trainingstag mit anschließendem Infoabend sehr lang.
Es bestand meines Erachtens für jene, die nur am Infoabend teilnahmen kaum Möglichkeit
sich durch Nachfragen zu informieren.
Mehr Beispiele aus Deutschland statt aus den USA, denn
die Verhältnisse hier sind doch ganz anders.
Definitive Weiterempfehlung. Am Info-Abend
fehlte aus meiner Sicht für die Gäste ein kurzer Überblick über CO als Methode,
den wir bereits tagsüber erhalten hatten. Der Fokus auf Obamas Kampagne war
jetzt aktuell, ist es zukünftig vielleicht nicht mehr, zudem ja umstritten.
Was hast du dir
für die nächsten Monate mit Bezug auf Community Organizing vorgenommen?
Die Antworten:
Weiterentwicklung unserer Initiative und unserer theoretischen Hintergründe
dazu.
Mein
Beitrag ist der Abendvortrag über Methoden, die zum Einsatz kommen können.
Artikel auf der Website. Mit Freunden in der politischen Arbeit (Entwicklungshilfe,
Therapeutischen Institutionen darüber sprechen). Eventuell zusammen mit
Christopher Gohl ein Buch über Coaching schreiben, in dem sich systemische und
prozessorientierte Methoden verbinden. Außerdem
könnte ich mir vorstellen, meinen asiatischen Reisnudelsalat und/oder mein
nordafrikanisches Taboulé zu einem der Montagabende mitzubringen ...
Ein
konkretes Vorhaben habe ich noch nicht. Allerdings werde ich versuchen, die
Begeisterung für die Sache (Schule), die Intention mit allen zusammen an
unseren bestehenden Vorhaben weiter zu arbeiten sowie die dargestellte Struktur
für die Aufnahme von Gesprächen bzw. auch für die Struktur bei der Auswahl der
Gesprächspartner, bei mir zu integrieren.
Unsere Studenteninitiative noch einmal neu zu überarbeiten und CO noch
konsequenter anzuwenden. Es bleibt dann natürlich spannend ob der Unmut über
das Studium groß genug ist, dass man wirklich eine Organization gründen kann.
Ich werde
meinen Kollegen vom CO erzählen und überlegen, wie sich Stiftungen hier
einbringen können, da ich denke, dass Stiftungen zur Etablierung dieser
erfolgversprechenden Methode viel beitragen können.
Mehr Lesen, weitere Community Organizer
kennen lernen, Lehren in Bezug auf den Wert persönlicher Beziehungen für die
Mobilisierung in der praktischen Arbeit anwenden
Tagungsort
Ökologisches Bildungszentrum München, Englschalkingerstr. 166, 81927 München (Nähe U4 Arabellapark bzw. S8 Englschalking)
Kontakt
Wolfgang Fänderl
Netzwerk Gemeinsinn e.V.
c/o ÖBZ
Englschalkinger Str. 166
81927 München
Tel.: 089/ 90 54 57 63
Fax: 089/ 41 15 52 90
Mail:
Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
Web: www.netzwerk-gemeinsinn.net
Das Beispiel zeigt, dass Community Organizing manches verbindet, wo man erst gar keine Verbindung sieht. Das ist das spannende daran und ich bin gespannt, wie sich das einsetzen lässt ... denn manche pol. Partei mag oberflächlich von der Obama-Campaign etwas übernehmen ... aber ohne Verständnis geht es nicht.
da unser Vereinssitz in München ist und nicht nur das Community-Organizing sondern auch die Regionaltreffen am letzten Montag im Monat im ÖBZ stattfinden, haben wir Münchner wohl am wenigsten Probleme uns zu beteiligen und wiederzusehen.
Am Besten den Newsletter abonieren, dann wird man rechtzeitig auf neue Veranstaltungen hingewiesen.
Bis auf bald!
Wolfgang Fänderl (Vorstand + Redaktion Netzwerk Gemeinsinn)
Immer wieder interessant zu lesen, wie viele tolle Aktionen das Netzwerk Gemeinsinn startet. Hoffentlich ist auch bald mal wieder etwas für uns Münchner dabei :-)
Dipl. Pol.
Geschrieben von: Politologe Tobias () am 10-08-2009 19:55