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Das Regionaltreffen am 29.06.09 im Ökologischen Bildungszentrum München stellte ein Verfahren vor, das es Kleingruppen ermöglicht, in kurzer Zeit neue Ideen und Lösungen auf bestehende Herausforderungen zu entwickeln. Mit dem Initiativkreis des Klimaherbst 2009 in München wurde am Folgetag gleich praktisch damit gearbeitet.
WAS
Während des Regionaltreffens wurde das Creative Problem Solving Verfahren vorgestellt, ein Prozess für Einzelne und Kleingruppen, der schnell neue Impulse für eine definierte Herausforderung entwickeln hilft. Ideen werden gefundenen, evaluiert, weiterentwickelt und umsetzbar gemacht. Im Rahmen von Creative Problem Solving kommen eine Vielzahl von Methoden und Kreativitätstechniken zum Einsatz, um den Denkprozess in Gruppen zu strukturieren und zu verbessern.
Das Verfahren fußt auf über 50 Jahren wissenschaftlicher Forschung, Evaluation und Weiterentwicklung. Der Prozess orientiert an der natürlichen Art und Weise vieler Menschen Probleme zu lösen und ist daher intuitiv verständlich. Der natürliche Problemlöseprozess wird in Creative Problem Solving explizit gemacht und effizient organisiert.
Immer dann wenn die genaue Antwort auf ein Problem nicht bekannt ist und immer dann wenn es keine Standardroutine zum Erreichen einer Lösung gibt, werden neue Ideen gebraucht, um ein Ergebnis zu finden. In all diesen Situationen ist kreatives Denken und kreative Problemlösung notwendig. Creative Problem Solving hilft Kleingruppen diesen Prozess effektiv zu steuern und neue umsetzbare Lösungen zu schaffen.
Creative Problem Solving kann als Orientierungshilfe für Einzelpersonen
und in Kleingruppen zum Einsatz kommen. In Gruppen geschieht dies oft
mit Hilfe eines Prozessmoderators. Der Prozess kann als Ganzes oder
ausschnittsweise zum Einsatz kommen. Für die Arbeit an einer wichtigen
Fragestellung sollten mindestens 4 - 5 Stunden eingeplant werden.
Workshops dauern oft ein bis zwei Tage.
Somit war es auch äußerst interessant am Abend des 29.06. die theoretischen Informationen zum Verfahren zu bekommen und am Folgetag, dem 30.06. die praktische Umsetzung im Rahmen eines Kreativitätsworkshops zu erleben.
WER
Beteiligte
Beim Regionaltreffen nahmen 5 Methoden- und Bildungsexperten sowie Initiatoren von Innovations- und Kreativprozessen teil. Beim Kreativitätsworkshop am Folgetag beteiligten sich 12 ausgewählte Personen des Initiativkreises des Münchner Klimaherbstes 2009.
Referent
Florian Rustler ist international tätiger Facilitator für kreative Problemlöseprozesse und unterstützt Organisationen mit moderierten Innovationsworkshops in Deutsch, Englisch und Chinesisch, in kürzerer Zeit neue Lösungen für Herausforderungen zu erarbeiten.
Mit seiner Firma creaffective (www.creaffective.de) bietet er außerdem Vorträge und Seminare zu Techniken der kreativen Problemlösung an.
Gastgeber
Während des Regionaltreffens von Netzwerk Gemeinsinn e.V. - einer monatlichen Veranstaltung am
letzten Montag im Monat moderierte Wolfgang Fänderl, Vernetzungsberater,
Methodenentwickler, Berater, Seminarleiter und Vorstand von Netzwerk
Gemeinsinn e.V. (www.vernetzungsberatung.de).
Der Kreativitätsworkshop hingegen ging von der MVHS und den veranstaltenden Einrichtungen des Klimaherbstes aus, die mit engen Partnern für ihre Öffentlichkeitsarbeit im Herbst 09 bzw. im kommenden Jahr kreative neue Ideen entwickeln wollten.
WIE
Bericht vom Regionaltreffen Netzwerk Gemeinsinn am 29.06.09 (Fänderl)
Eigentlich gab es mehrere Anmeldungen, aber das schöne Wetter ließ die kreativen Kolleginnen und Kollegen kreative Alternativen zum Theorie-Input entwickeln. Das Mitbringbuffet jedenfalls hat nicht darunter gelitten. Wir hatten eine variantenreiche Auswahl.
Bei der Kennenlernrunde um 19.00 Uhr wurde deutlich, dass die Anwesenden durchaus nicht mehr überzeugt werden mussten, dass Kreativität und die Entwicklung von Soft Skills die Arbeit bereichert. Die Kolleginnen und Kollegen kamen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung oder Moderation und bestätigten die Erfahrung von Florian Rustler, dass Kreativität eine der Schlüsselkompetenzen der Zukunft sei. Es kommt darauf an, ob man kreative Potenziale destruktiv (Mobbing, Korruption, kriminelle Energie) oder konstruktiv (technische Erfindungen, umweltfreundliche Produkte, Gemeinsinn) für die Entwicklung der Gesellschaft einsetzt.
Florian Rustler definierte Kreativität mit "Neues, das Nutzen bringt" und sieht als Voraussetzungen für die erfolgreiche Durchführung kreativer Prozesse in Gruppen 4 Elemente:
- Entscheidungsbefugnis (derjenige, der eine Lösung entwickel, kann diese auch umsetzen)
- Motivation zu einer bzw. mehreren Lösungen zu kommen
- Dringlichkeit des Anlasses
- Offenheit der Teilnehemden Fakten und Fragen wirklich zu sagen und die Gruppe zu tragen
Kreativität ist also nur eines der Kernelemente (neben Inhalten und Prozess) das für die Qualität von Ergebnissen zuständig ist.
Kreativitätsworkhops sind keine Großgruppenverfahren (Beschränkung auf max. 12 Leute, aber auch mehrere Gruppen parallel), sondern brauchen die strukturierende Hand des Moderators um dann wirklich kreativ abheben zu können. Letztlich hängt Kreativität von den Personen, dem Prozess und dem Arbeitsklima ab, in welchem Produkte entwickelt und Probleme gelöst werden sollen.
Ganz besonders wichtig sind dabei die Trennung der Komplexität ausweitenden (divergierenden) und einengenden (konvergierenden) Entwicklungsphasen. Florian Rustler meinte: "Man sollte nicht gleichzeitig Gas und Bremse betätigen!" Ähnlich wie beim Komplexitätsbogen der Gemeinsinn-Werkstatt ist zum Einstieg ein öffnender Prozess notwendig, der viele Ideen - auch verrückte und scheinbar unnütze Gedanken - zulässt. Erst in einer zweiten Phase geht es darum die Spreu vom Weizen zu trennen bzw. noch besser auch die scheinbar verrückten Ideen konstruktiv mit einzubinden. Durch die Trennung dieser beiden Phasen entsteht die Möglichkeit, den Korridor des Bekannten und bereits oft versuchten zu verlassen und wirklich Neues zu entdecken.
Florian Rustler arbeitet hierzu mit kleinen Übungen und anregenden Spielen, mit denen er dazu einlädt über das Herkömmliche hinaus Lösungen zu entwickeln. In einer Übung (Sechs Linien) ließ er dann praktisch ein Symbol mit einer Linie so erweitern, dass darin eine bestimmte Zahl sichtbar wurde. Manche erkannten in vorgegebener Zeit gerade mal 1 bis 2 Varianten, andere kamen mit etwas Kreativität auf 5 bis 10 und darüber hinaus. Die verblüffende Nennung deren Lösungen zeigte aber auch den Nutzen für die Gruppe und war anregend für den eigenen Facettenreichtum.
Eine sehr beeindruckende Übung waren Satzergänzungen, die reihum fortgeführt wurde und bei der eine spürbare Wirkung deutlich wurde. In der ersten Runde wurde in einen Vorschlag, was zu einem Sommerfest gemacht werden könnte, der Satz "Ja, aber..." von jedem Teilnehmer eingeflechtet. Dadurch wurde dem Vorgänger also bewusst widersprochen, um einen eigenen Vorschlag besser dastehen zu lassen. Die Teilnehmenden empfanden diese Situation als frustierend und wenig wertschätzend. In einer zweiten Runde sollte der Satz "Ja, und..." eingearbeitet werden, um eine bestehende Idee zu bestätigen und mit einer eigenen Idee zu erweitern. Die Stimmung der Zusammenarbeit wurde spürbar besser.
Dies gilt vor allem für die öffnende, divergierende Phase, bei der man sich zugesteht kindlich-verspielt - was nichts mit kindisch zu tun hat - auf neue Aspekte eines Themas zu kommen. Gegen Ende eines Prozesses ist es jedoch ebenfalls notwendig mit konvergierendem Denken auf den Punkt zu kommen, analytisch auszuwählen, Prioritäten zu setzen und die wesentlichen Ergebnisse festzuhalten.
Der Ansatz des Creative Problem Solving hat hierzu eine Schrittfolge - die grob aus Klärung, Tranformation und Umsetzung besteht - anzubieten:
Spannend dabei: jede dieser Phase besteht aus Unteraspekten, die in einem Kreismodel angeordnet sind. Geht man von einer Phase in eine andere, gilt erneut die Abfolge von divergierenden und konvergierenden Entwicklungsschritten. Außerdem wird deutlich, dass Kreativ-Prozesse überall einsteigen können und immer weiter vorangetrieben werden können. Wurde eine Lösung gefunden, kann die Klärung des Umgangs damit wieder zu neuen Fragen und damit kreativem Klärungsbedarf führen. Das zirkuläre Denken ist damit für Kreativität besonders bedeutsam.
Kreativität ist auch keine Veranlagung (wie z.B. Intelligenz) sondern eine Fertigkeit, die bewusst trainiert und verbessert werden kann, z.B. mit Hilfe von Denkwerkzeugen und Methoden entwickelt werden. Es kommt letztlich auf die Strategie an, welche das Denken des Individuums oder einer Gruppe fokussiert, organisiert und leitet.
Der Instrumentekoffer, der hierzu bereitsteht ist gut gefüllt und reicht vom bekannten "Brainstorming" bis hin zu komplexeren "SWOT-Analysen". Welches Instrument wann eingesetzt wird hängt mit der Art des Problems zusammen. Schließlich braucht es auch nicht in jedem Fall Kreativitätstechniken.
Kreativität wird vor allem dann benötigt, wenn eine Lösung bekannt und der Weg dorthin unklar ist (Bredouille), bzw. wenn die Lösung unbekannt und auch der Weg unbekannt ist (Chancen). Für Reperatur- und Wartungsarbeiten sind Kreativitätstechniken dagegen nicht notwendig.
Doch das "Creaffective System" besteht ja nicht nur aus Methodenansätzen und Denkwerkzeugen, sondern hat ebenso die beschriebenen Prinzipien, Strategien und Hintergrundwissen zu Denkfertigkeiten und Profilen der Problemlösepräferenz.
Nach dem Impuls wurden dann einige Fragen gestellt und ergänzende Kommentare von den Fachkollegen eingebracht.
Rollenverteilung? Der Leiter eines Kreativprozesses sieht sich als "Facilitator" (Unterstützer, Ermöglicher), der sich inhaltlich heraushält. Meist gibt es eine Person, die die Verantwortung für den Prozess hat und alle anderen übernehmen Verantwortung für ihre Impulse und anschließend auch Aufgaben. Manchmal sind es auch mehrere Initiatoren bzw. Problemeigentümer, welche sich Ideengeber hinzuholen.
Externe Moderation? Gerade zum Einstieg in kreatives Arbeiten ist die externe Moderation hilfreich, kann aber später durch Rollenklärung auch von einem internen Mitarbeiter übernommen werden.
Wie konkret muss das Problem definiert sein? Es gibt unterschiedliche Ausgangslagen, bei denen es einmal sehr konkrete Herausforderungen und Rahmenbedingungen gibt und ein ander Mal noch recht unklar ist, welches Thema man nun zuerst behandeln soll. Der Kreativitätszirkel erlaubt es bei unterschiedlichen Herausforderungen optimal einzusetzen.
Wie wichtig ist der Rahmen? Am Beispiel der Disney-Methode - bei der ursprünglich der Zeichentrickfilmer seinen Entwicklern drei unterschiedlich gestaltete Labors für Kreativität, Kritik und Realisierung zur Verfügung stellte - lässt sich veranschaulichen dass der Rahmen durchaus relevant ist. Ein kreatives Umfeld mit passenden Arbeitsmaterialien, Moderationsequipment, Visualisierungen etc. hilft also eindeutig bei der innovativen Arbeit.
Zentral in diesem Umfeld ist, dass ein Klima des Vertrauens und der Offenheit herrscht, damit die Leute überhaupt bereit sind, sich auf einen Kreativprozess einzulassen.
Hinweise zur Ausbildung? Florian Rustler war am International Center for Studies and Creativity, an dem er eine zweijährige Ausbildung in Creativity and Change Leadership absolvierte. Dreiwöchige Präsenzphasen in Buffalo wechselten mit Elementen eines Fernstudiums.
Kreativitätsfortbildungen auf wissenschaftlicher Basis gibt es in den USA und Canada schon seit 50 Jahren. Bekannte Gründer und Vertreter der Forschungsdisziplin sind Alex Osborn, Sidney Parnes und Paul Torrance . Florian Rustler lernte in Kanada bei dem bereits 70jährigen Min Basadur, einer bekannten Größe im Feld der Kreativitätsforschung und Anwendung.
Die Besonderheit der Ausbildung besteht in der expliziten Forschung zum Thema Kreativität, die wissenschaftlich fundiert und theoretisch begründet wird. So werden auch feldspezifische Kompetenzen von allgemeinen Fertigkeiten unterschieden und die Wirkung von Methoden auf Ergebnisse untersucht.
Wie wird Akzeptanz für das Angebot und die spätere Umsetzung geschaffen? Die Stakeholder-Analyse - bzw. Einschätzung wichtiger Schlüsselpersonen einen Kreativprozesses - steht am Anfang der Vorbereitungen eines Kreativworkshops. Wichtig ist also nicht nur das kreative Ergebnis sondern auch die Unterstützung der Schlüsselpersonen des Umfelds.
Der spannendste Prozess? Florian Rustler der auch in den USA und Asien viele Einsätze hat, musste etwas nachdenken. Er wählte dann ein Beispiel aus Hongkong, wo es viel Energie für die Öffnungsphase brauchte, weil dort kulturell gesehen das kindlich Divergierende höchst ungewohnt ist und Ideen eher von den Ranghöheren erwartet werden. Da sich aber auch der Chef der Handelsgruppe an die Spielregeln gehalten hatte, wurde der Prozess für alle Beteiligten ein Erlebnis. Um die Fehlerfreundlichkeit der öffnenden Phase zu erhöhen hatte er "Fehlertickets" verteilt, die man zerreißen konnte, wenn man mal daneben lag. Waren sie aufgebraucht... bekam man einfach neue... und so entstand ein entspannterer Umgang mit dem freien Brainstorming.
Weitere Informationen? Zunächst bietet Florian Rustler auf seinem Webportal nicht nur visualisierte Einstiegsinformationen, sondern auch einen blog an, der öffentlich einsehbar ist.
Zum Abschluss gegen 21.00 Uhr gab es dann eine Feedback-Runde, bei der die Frage gestellt wurde: Was nehme ich mit?
- Ich habe Anregungen für den Berufsalltag mitgenommen; evtl. lässt sich die Rolle des Kreativitätstrainers in der Firma als Rolle etablieren?
- Für Firmen ist es eine wichtige Sache, sich ständig weiterzuentwickeln und neu zu erfinden um nicht einzurosten und stehen zu bleiben. Die Techniken scheinen genau das Richtige zu sein.
- Warum nicht auch in den Schulen vermehrt mit Kreativitätstechniken arbeiten... das brächte sicher mehr Spaß und bessere Ergebnisse, als lediglich Vorgaben einzutrichtern. Die Schüler sollten letztlich auch die dahinter liegenden Prinzipien erlernen.
- Der Abend war sehr anregend und es wäre schön so einen Prozess mal praktisch mitzuerleben!
Ablaufbericht vom Kreativ-Workshop mit dem Initiativkreis des Klimaherbst 30.06.09 (Fänderl)
Am Tag darauf wurde ein "Kreativ-Workshop zum Klimaherbst" veranstaltet, der helfen sollte öffentliche Aufmerksamkeit für die zweiwöchige Veranstaltungsserie im Oktober 09 in München mit Schwerpunkt auf effektive Energienutzung. Die 12 Teilnehmenden waren aus dem Initiativkreis der Veranstalter bzw. eingeladene Impulsgeber aus Kooperationen. So war auch Wolfgang Fänderl von Netzwerk Gemeinsinn e.V. eingeladen, der den methodischen Part von Kreativitätstrainer Florian Rustler vermittelte und Impulse zu den anstehenden Aktionen gab.
Dem Workshop gingen zwei Vorbereitungstreffen voraus. Das erste klärte die Bereitschaft und das zweite den Kontext des Workshops. Der Workshop im Ökologischen Bildungszentrum begann um 9.00 Uhr und sollte bis 18.00 Uhr dauern.
Alle 12 Anwesenden erschienen relativ pünktlich, wenn auch nicht alle bis zum Ende bleiben konnten. Nach einer Vorstellungsrunde differenzierte Florian Rustler die Rollen der Teilnehmenden, welche als Initiatoren (inhaltliche Entscheider), Ressourcengruppe (Ideengeber) oder Facilitator (methodische Begleitung) anwesend waren. Dann stellte er den Creative Problem Solving Process vor (s.o.), der von den Klärungsgesprächen heute in die Ideenerkundung und Ausformulierung von Lösungen münden sollte.
Eine erste Kreativitätsübung hinterfragte die Nutzungsmöglichkeiten eines Gürtels und die Antworten wurden zunächst auf Moderationskarten geschrieben und jede Idee wurde mit einem kurzen Signal kundgetan, ohne die Lösung schon zu nennen. Auch hier wurde die "Ja, aber..." "Ja, und..." Übung vom Vortag wiederholt (s.o.) und die Ergebnisse waren ähnlich deutlich.
Es wurden im Vorfeld vier Kernfragen herausgearbeitet, die alle mit "Wie können..." begannen und auf einer Pinnwand vorgestellt wurden.
Eine Fragestellung wurde ins Zentrum einer neuen Pinwand gestellt und Ideen-Post-its verteilt, um auch während des Prozesses alle kreativen Gedanken zu notieren um keine zu verlieren.
Challenge Mapping (CM): Der Facilitator griff nun weitere Gründe auf, die zur Klärung der Frage beitragen konnten und formulierte sie immer gleich in WK-Fragestellungen um: "Wie kann ich..." "Wie können wir..." "Wie kann..."
Fragestellungen die die zentrale Frage beantworteten halfen wurden oberhalb platziert, Fragestellungen die aus der zentralen Frage folgerten unterhalb. So entstanden mehrere Frageebenen und bestimmte Fragestellungen wechselten auch die Ebene. Abschließend wurde dann durch Punkte herausgefunden, welche Frage am heutigen Tag sinnvoll zu beantworten sei.
Nach einer Pause wurden Erläuterungen zur Funktion des CM und des gesamten CPS-Prozesses vertieft und Albert Einstein zitiert: "Wenn ich eine Stunde Zeit hätte die Welt zu retten, würde ich 55 Minuten davon nutzen um das Problem zu klären!"
Brainstorming mit Post-its: Nun war es aber Zeit für die ausgewählte Fragestellung Ideen zu generieren. Das wurde zunächst am Beispiel vom "Nilpferd in der Badewanne" geübt. Jeder, der einen Weg wusste das Nilpferd dort herauszuholen schrieb es auf ein Post-it und hielt es in die Höhe. Bei Übergabe an den Facilitator wurde es laut genannt und der Facilitator hängte es in die Reihe auf das Flipchart.
Dann begann das Brainstorming zur offiziellen Kernfrage nach gleichem Schema und nach einem Drittel der Gesamtzeit wurden Bilder eingesetzt das kreative Vermögen anzuregen.
Herauskamen drei Flipchart-Wände mit je 70 Post-its, die nun erneut mit Punkten bewertet werden mussten. Hierzu wurden drei Farben eingeführt, die einem Bewertungsschema entsprachen, das vorher dargestellt wurde:
-
grün: NOW - normaler Grad an Originalität und einfach umsetzbar
-
rot: WOW - hoher Grad an Originalität und einfach umsetzbar
-
blau: HOW - hoher Grad an Originalität und schwer umsetzbar
Die vierte Variante (normal + schwer) fiel von vorneherein weg.
Die Post-its mit den Bewertungen wurden dann farblich den jeweiligen Quadranten zugeordnet und nachgesehen, welche Ideen zusammenpassten. Wo die meisten Punkte waren ergaben sich jene Ideen-Cluster, welche dann zu Projektideen führten und nach dem Mittagessen weiter vertieft werden sollten.
Eine Stunde später stiegen wir alle mit einem "Multitasking"-Spiel ein, bei dem für eine Zahlenreihe bestimmte Körperbewegungen erfunden werden mussten, und zwischen den gegenüberliegenden Partnern immer gewechselt wurde. Das machte allen viel Spaß.
Der Facilitator erarbeitete dann mit der Gruppe Schlüsselkriterien (die noch auf 5 zu begrenzen waren), mit denen wir die entwickelten Ideen-Cluster bewerten konnten. Eine Bewertungsmatrix brachte dann alles in übersichtliche Form und die Gruppe hatte die Möglichkeit pro Idee und Kriterium 1 bis 3 Punkte zu vergeben. Dadurch wurde sichtbar, wo noch Unzulänglichkeiten waren und wo die Idee auf die Herausforderung bereits gut passte.
In einem weiteren Arbeitsprozess wurde nun in Kleingruppen an der Verbesserung der unzulänglichen Vorschläge und einem möglichen Umsetzungsplan gearbeitet, wozu eigene Pinwände genutzt wurden.
Die Ideen wurden dann allen präsentiert und abschließend kam es zur sogenannten "Handlungsplanung" bei der der Facilitator die anstehenden Arbeitsschritte, Zeiten und Beteiligte festhielt. Handfeste Projektplanung am Ende eines anstrengenden Tages, die aber auch zu konkreten Ergebnissen und Absprachen führte.
Die Rückmeldungen am Ende:
A) Was hat gut funktioniert?
- Es war gut, dass so die Leitfrage und Zielsetzung nochmal angepasst werden konnte, die in den Vorgesprächen doch nicht so zielsicher formuliert wurde.
- Beeidruckend war der Wechsel von der Ideenfindung zum Handlungsplan.
- Es war unglaublich wie aus den fast 200 Ideen die "Goldnuggets" herausgefunden wurden.
- Es waren zwar nicht alles neue Ideen, aber dadurch konnte man sicher sein, dass die ausgewählten Ideen in der ganzen Gruppe Zuspruch fanden und damit Perspektiven haben.
- Die Auflockerungsübungen waren gut und hätten häufiger sein können.
- Man bekam einen guten Einblick in die strukturierte, effektive Arbeitsweise
- Es war zwar anstrengend, aber es gab auch konkrete Ergebnisse, was letztlich hilfreich war.
- Die Leitung durch den Prozess war toll. Man hat durch die Erläuterungen immer gut nachvollzogen in welcher Phase man sich befindet.
B) Wie ist das Kreativitätstraining darüber hinaus einsetzbar?
- Die Kreativitätstechniken lassen sich gut auf andere Arbeitsbereiche anwenden.
- Ich werde viele Anregungen in den Alltag mitnehmen.
- Ich werde nie mehr das strenge Regiment einer Exeltabelle vergessen.
Ort
Ökologisches Bildungszentrum, Englschalkinger Str. 166, 81927 München (Nähe U-4 Arabellapark).
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Kontakte
Kreativitätsaspekte
creaffective - more creative & effective
Florian Rustler
Tel.: 0173/9483266
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Web: www.creaffective.de
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Wolfgang Fänderl
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