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Am 03.04. wurde zum Einstieg des 2. Münchner Methoden-Fachforums "Ja, wir tun's! Bürgerbeteiligung der Zukunft" eine politische Aufstellung durchgeführt, die das Thema näher beleuchtete. Spannend war die Bedeutung des "'s".
Nach den drei Eröffnungsvorträgen bzw. -inputs der Tagung und nach dem Abendessen stehen noch zwei Programmpunkte auf der Tagungsordnung:
- eine Visualisierung des Tagungsthemas im Raum und
- anschließende reflektierende Dialoge.
Wir beginnen mit einigen Abfragen im Raum:
- Woher kommt ihr hierher? (Die meisten aus München, aber das Spektrum reicht von Kiel über Wien bis Bern...)
- Wieviel Erfahrung habt ihr mit Aufstellungen? (eine ziemlich gleichmäßige Verteilung von 0 - 9)
- Wie experimentierfreudig seid ihr? (fast alle in der experimentierfreudigeren Hälfte)
Ich stelle zwei mögliche Aufstellungsformen vor, eine konventionelle, klassische, bei der wir als Elemente aufstellen würden:
- die PolitikerInnen,
- die aktiven BürgerInnen,
- die Zuschauenden (BürgerInnen),
- die Verwaltung,
- das Gemeinwohl,
- und nach und nach dazu die Macht,
- das Ver-/ Misstrauen,
- die eigenen Interessen,
- die Strukturen,
- die Methoden,
- den Mehrwert.
(All das sind Begriffe, die in den Vorträgen/Inputs zuvor gefallen sind.)
Die zweite, wesentlich experimentellere Aufstellungsform, die ich anbiete, ist eine sprachliche Oberflächenstrukturaufstellung nach Matthias Varga von Kibéd. Dabei werden die Wörter der Frage als Elemente aufgestellt. Diese Form zieht der Großteil der Gruppe vor. Wir wählen daher als Elemente:
- Ja
- Wir
- Tun
- Es
- Gedankenstrich
- Aber
- Wie
- Fragezeichen
Zu Beginn steht das Ja in der Mitte des Raumes. Es schaut in dieselbe Richtung wie das Wir und das Tun, auch wenn für den Geschmack von Ja beide zu weit weg stehen. Als wichtigen Teil des Prozesses empfindet das Ja die Position des Es: Es steht zwar nahe am Ja, schaut aber genau in die entgegengesetzte Richtung. Das Wir hat zwar einen guten Überblick, steht aber eher am Rand der Szene und findet es belastend, dass sich alle so weit im Raum verstreut haben. Das erhöhe die Verantwortung des Wir.
Das Tun würde gern das Wir und das Wie verbinden, die allerdings weit auseinander stehen. Es empfindet es als unangenehm, dass das Es in die andere Richtung schaut. Bestürzend für die Anderen ist die erste Aussage des Es, es habe ein Oppositionsgefühl, wisse nicht, wofür es stehe, sei Alles und Nichts, stehe für 10.000 verschiedene Dinge und würde gerne definiert werden.
Der Gedankenstrich hat sich auf den Boden gesetzt, in der Mitte zwischen Allen: „Ich werde im Moment nicht gebraucht, aber wenn ich gebraucht werde, bin ich auch da." Das Aber steht eher am Rand des Geschehens und fühlt sich noch mehr rausgedrängt. Das Wie fühlt sich wohl, hat alle gut im Blick, möchte allerdings wie das Es erst definiert werden. Das Fragezeichen setzt sich sofort in den Beobachterkreis, ist vom Geschehen genervt, je länger es läuft, desto mehr. Das stört das Wir ziemlich, das sich ja für das gesamte Geschehen verantwortlich fühlt.
Als wir Veränderungen zulassen, sucht das Ja noch mehr Nähe zum Es, um es zu stützen und ihm Kraft zu geben. Das Wir nimmt sich noch mehr Abstand, um einen besseren Überblick zu bekommen. Das Es will wissen, was los ist, will nicht gestützt werden, denn Kraft hat es nach eigener Aussage.
Da Alle es als störend empfinden, dass das Es nicht definiert ist, macht das Es eine Runde und fragt die Anderen ab, ob es denn jemand definieren könnte. Vom Ja bekommt es zur Antwort, das müsse es schon selbst erledigen. Das Ja wird sogar wütend. Es möchte das Es provozieren, damit es sich selbst definiert. Das Wir bezeichnet das Es als Ergebnis des konstruktiven Tuns aller Anderen zusammen. Das Tun schiebt das Es zum Wir, damit das Wir Druck bekommt, das Es zu definieren.
Das Ja verläßt den Raum: „Ich komm wieder, wenn ihr wisst, was ihr wollt." Das Wie bezeichnet das Es als den Mittelpunkt, um den es geht. Es arrangiert sich das Wir neben dem Es. Das lockt das Ja wieder herein. Schließlich bildet sich ein Grüppchen aus Wir, Tun und Es, im Rücken das Ja, das die drei gerne anschieben würde.
Das Fragezeichen wollte sich voller Empörung am liebsten ganz ausklinken, wird aber dann vom Wir gebeten zu bleiben. Es gesellt sich zum Gedankenstrich, dort scheint es ihm ganz gut zu gehen.
An dieser Stelle beendeten wir die Aufstellung, um nach einer kurzen Pause zum Dialog überzugehen.
Kontakt
Dr. Ruth Sander
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http://www.politik-im-raum.org
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Die Ergebnisse
Geschrieben von: Wolfgang Fänderl () am 02-05-2009 13:31