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Beim Regionaltreffen am 21.07.08 des Netzwerk Gemeinsinn e.V. wurde ein neuer Ansatz organisationaler Kommunikation vorgestellt. Der HiveNavigator eine Möglichkeit der Ziel- und Strategiefindung, sowie der Dokumentation komplexer Absprachen? Martin Sambauer als Entwickler von "das integral" zeigt wie es geht; Bericht anbei.
WAS
Der HiveNavigator ist ein radikal neuer Ansatz Kommunikation in und von Organisationen methodisch zu unterstützen. Wer Erfahrungen in internationalen Unternehmen oder anderen großen Körperschaften sammeln durfte, weiß welchen eigenartigen Mustern Zieldiskussionen oder Status Quo Analysen folgen - strategisch oder taktisch konsistente Operationen sind in der Folge nur schwer durchsetzbar.
Mikropolitik und persönliche Interessen dominieren oftmals das Geschehen, weil es keine grundsätzliche Methode gibt, wie Kommunikation sinnvoll organisiert werden kann. Aber selbst bei gemeinsamem guten Willen und einvernehmlicher Haltung werden wertvolle Einbringungen und Betrachtungen überhört.
Die klassischen Protokollsysteme sind nicht in der Lage der Komplexität der inneren und äußeren Welt einer Organisation gerecht zu werden. Hat man dann einen gemeinsamen Nenner gefunden, lässt er sich nur unter großen Verlusten auf die nachgeordneten Akteure übertragen. Die Effizienzverluste, die sich aus diesen Mängeln in der organisationalen Kommunikation ergeben sind enorm. Der HiveNavigator stellt sich diesen vielfältigen Herausforderungen und formuliert einen kompromisslosen neuen Ansatz: eine effiziente und neuartige organisationale Kommunikation.
Martin Sambauer, der Entwickler des HiveNavigators, nutzte die Gelegenheit des Netzwerk-Gemeinsinn-Regionaltreffens, um mit Profis aus den unterschiedlichen Bereichen der Organisationssteuerung über diesen Ansatz zu diskutieren, seine Notwendigkeit zu beurteilen, seine Chancen, aber auch seine Risiken und Mängel.
WER
Zielgruppe
Anwesend waren 9 Beteiligte aus den Bereichen Konfliktmanagement, Kommunikation(swissenschaft), Change-Management, Controlling, Bildung, Lernende Regionen, Marketing und Werbung.
Referent
Martin Sambauer ist Geschäftsführer von "Das Integral - Büro für Inszenierung und Kommunikation" (www.dasintegral.eu) und hat in diesem Kontext einen eigenen wirtschaftsethischen Ansatz entwickelt, der die bisher getrennten Sujets von Wirtschafts- und Kommunikationsethik verschmelzt und einen eigenen Begriff von "Verantwortungsrationalität" entfaltet. Sein Kommunikationsbüro steht für diese Prinzipien und kann als Kommunikations-Labor bezeichnet werden. Email:
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Gastgeber
Netzwerk Gemeinsinn e.V. (Wolfgang Fänderl) in Kooperation mit dem Ökologischen Bildungszenrum München.
WIE
Bericht (Wolfgang Fänderl)
Am Montag dem 21.07.2008 gegen 18.50 Uhr wurde das Mitbringbuffet eröffnet. Um 19.20 Uhr gab es dann im Garten des Ökologischen Bildungszentrum eine kurze Vorstellungsrunde aller Anwesenden. Sie machte deutlich mit welch unterschiedlichen Blickwinkeln, mit welch unterschiedlichen Kompetenzen dieser Abend begutachtet wird.
Martin Sambauer
hatte eine Reihe von Handouts mitgebracht, auf denen das grafisch äußerst attraktiv gestaltete Tool eingesehen werden konnte.
Hive - vom englischen Wort "Bienenstock" - macht bereits auf die Wabenstruktur des Organisationstools aufmerksam, das bei der Navigation eines Systems helfen kann. Das Tool möchte die "Schwarmintelligenz" einer Gruppe nutzen und in Form eines Pictogramms abbilden.
Wozu dient der HiveNavigator? Martin Sambauer gibt folgende Hinweise zu den Einsatzfeldern des Analysetools:
- Klärung des Ist-Zustands der Organisation(seinheit)
- gemeinsame Interpretation von Entwicklungen
- Zielanalysen und Willensbildung in der Organisation
- Herausbildung von Strategien
- Entscheidungsfindung
- Transparente Verteilung von Budgets
- Benchmarking unter Organisationseinheiten
- Dokumentation von Absprachen
- Fehleranalysen können später darauf aufbauen...
Das Tool zur Organisationsentwicklung ist nach kurzer Einarbeitungszeit geeignet, konkrete Punkte (rote und grüne Bewertungsfahnen) zu verteilen, Ausgangspunkte, Zwischen- und Endziele auf einer Folie zu markieren. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Ziele in Organisationen häufig diffus sind und deshalb nicht klar kommuniziert werden können.
Das Besondere: die Visualisierung hilft dabei verschiedene Akteure zu Wort kommen zu lassen (Vorstand bis Praktikant) auf einen Blick unterschiedliche Wege zum Ziel zu erkennen, wertzuschätzen und gemeinsame Strategien im Konsens zu entwickeln.
Die sechs Seiten beschreiben unterschiedliche Aspekte und Qualitäten von Organisationsprozessen. Sie können durch spezifische Eigenschaften der Organisation, die damit arbeitet, ergänzt werden. Die Überkategorien lauten derzeit:
- Reputation
- Manifeste Artefakte
- Weiche Artefakte
- Themenbewußtsein
- Außerorganisationale Ziele
- Bezugsgruppen
Martin Sambauer beginnt eine Sitzung mit der Frage "Was wollen wir erreichen?" und häufig werden dabei Zwischenziele genannt und kommen erst später die nachhaltigen Ziele in den Blick bzw. umgekehrt. Danach werden die Voraussetzungen analysiert, wie die Ziele erreicht werden wollen?
Eine Strategie macht noch keinen Organisationsprozess und so können solche "Waben" auf unterschiedlichen Ebenen der Organisation lokalisiert sein und in einem Gesamtbild ("Bienenstock") aufeinander bezogen werden.
Die Diskussion mit den Kollegen des Netzwerks Gemeinsinn brachte folgende Fragestellungen zu Tage:
- Ist diese Komplexität nicht zuviel um damit umzugehen? -> Komplexität darf in einer zunehmend komplexeren Welt nicht einfach reduziert werden, sondern mit neuen Mitteln abgebildet werden und entsprechende Kommunikationsformen anbieten
- Ist das alles nicht zu analytisch und lässt den ganzen Menschen außer acht? -> der HiveNavigator kann gut mit anderen Moderationsformen kombiniert werden, die Kreativität und Austausch von Lebenserfahrung zulassen.
- Kann das Tool auch in Kommunen eigesetzt werden? -> gerade dort, wo weiche Faktoren (z.B. freiwilliges Engagement, Motivation...) wesentlich sind kann das Bewusstsein für diese Bereiche unterstützt werden.
- Ist das auch für Netzwerke ein passendes Tool? -> Der HiveNavigator entspricht gerade den freiwilligen Netzwerken, da er hilft verschiedene Interessen deutlich zu machen.
- Wird denn eine Vision oder Mission vorausgesetzt bevor man das Tool einsetzen kann? -> Auch der "Bienenstock" braucht ein Umfeld und einen Baum an dem er hängt...
- Worin liegt der Mehrwert für den Kunden? -> Mit dem Tool können die Effizienz in Unternehmen gesteigert, Reibungsverlust vermieden, das soziale Umfeld und die Infrastrukture angemessen einbezogen und weiche Faktoren berücksichtigt werden.
- Gibt es für die Verbreitung nicht klarere Informationen? -> Der HiveNavigator ist noch in der Entwicklung und muss vorher noch theoretisch fundiert und die Konkretisierung getestet werden, bevor eine Marketingstrategie aufgesetzt werden kann.
Gegen 21.00 Uhr wurde mit einer Feedbackrunde abgeschlossen:
- klasse Ansatz
- gute Visualisierung
- gerne in eigenem kommunalen Prozess einzusetzen
- Interesse an Mitarbeit
- müsste wissenschaftliche durchdrungen werden
- bin noch skeptisch, was die Anwendung betrifft
- eine Internetanwendung als Prototyp würde es hanhabbarer machen
- Hoffe, dass der HiveNavigator zum Hype wird!
Für eine kleinere Gruppe wurde im Anschluss noch eine Präsentation zum Thema "Bürgerschaftliches Engagement" rückgekoppelt.
Kontakt & Anmeldung
Wolfgang Fänderl
Netzwerk Gemeinsinn e.V.
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089 / 90545763
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