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Im Zuge der Tagung "Networking - what works?! " wurde von Markus Weisskopf (Haus der Wissenschaft Braunschweig) auch der Science Slam als neues Format in der Wissenschaftsvermittlung vorgestellt. Wolfgang Goede hat als P.M.-Wissenschaftsredakteur daran Gefallen gefunden und berichtet von den ersten Schritten in Folge der Tagung.
Die Idee
Braunschweig hat viel Tradition: Vor 800 Jahren machte es Heinrich der Löwe zum Reichszentrum, heute will Markus Weißkopf die niedersächsische Stadt als Drehscheibe moderner Wissenschaftskommunikation etablieren. Im Haus der Wissenschaft soll regelmäßig ein Science Slam stattfinden, bei dem die Bürger unterhaltsame Wissenschaft erleben dürfen.
Angelehnt an Poetry Slam, bei der Alltagsgeschichten in Gedichts- und literarischer Form präsentiert werden, sollen Nachwuchswissenschaftler in Kurzbeiträge in frei wählbaren Formaten ihre Forschungen vortragen, erklärt Markus. Sein Forum verstehe sich als Ideenküche für eine schmackhaftere Wissenschaftskost, die auf die Kraft des Events und der Emotion setzt, um Komplexes transparent und für Außenstehende spanned zu machen. Das Ganze findet in einer Art Kneipenatmosphäre statt. Die Botschaft: Wissenschaft macht Spaß und ist jedermann zugänglich.
Vieles ist denkbar: Powerpoints, die die Wirkung von Bildern ausspielen, frei vorgetragene Stücke, auch in künstlerischer Form, letztendlich alles, was die Kreativität hergibt und das Publikum überzeugt. Dieses nimmt die Bewertung der Jungforscher vor. Durchaus vorstellbar, dass in der mittelalterlichen Stadt ein Historiker seine Seminar- oder Magisterarbeit demnächst als Minnesang vorträgt.
Die Praxis
Mittlerweile vermeldet Markus den ersten großen Erfolg."Am 6. Juni fand der erste Science Slam statt", berichtet er." 150 Leute waren begeistert und haben richtig mitgemacht." Ausführlich berichtet in Wort und Bild der Blog des Hauses der Wissenschaft darüber (s.u.).
Es traten sieben Nachwuchswissenschaftler an, moderiert von einem Slam-Master, "um mit einem lebendigen Vortrag das Publikum auf die eigene Seite zu bekommen". Sie hatten die Aufgabe, "ihr aktuelles Forschungsgebiet in nur zehn Minuten populärwissenschaftlich vorzustellen".
Die Themen wechselten zwischen Dichtungen und Zeichnungen Kafkas, über junge Muslime in Europa, Denkmäler, Muschelkrebse und "Faszination von gefrierenden Wasserstropfen".
Aus dem Kreise der Anwesenden gewählte Juroren stimmten über die Präsentationen ab. Der Sieger erhielt als Trophäe ein "Goldenes Gehirn" für seinen Vortrag über Hangrutsche im tropischen Regenwald Ecuadors.
Das Deutschlandradio berichtete über den ersten Science Slam in deutschen Landen, möglicherweise sogar weiltweit. Der nächste findet im Oktober statt und wird auf der Homepage rechtzeitig angekündigt.
Das Format setzt neue Maßstäbe. Statt sich Freitags abends in der Kneipe zu treffen, unterhalten sich die jungen Braunschweiger künftig beim Science Slam - der sie auch gastronomisch nicht auf dem Trocknen sitzen lässt.
Links
Haus der Wissenschaft / Science Slam http://www.hausderwissenschaft.org/hdw/index.html
Wissenschaft für alle http://blogs.pm-magazin.de/openscience/stories/27821/
FameLab
http://blogs.pm-magazin.de/openscience/stories/29015/
Kontakt
Wolfgang C. Goede
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