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Jun 09 2008
Netzwerke zwischen Wissenschaft und anderen gesellschaftlichen Gruppen Drucken E-Mail
Geschrieben von Markus Weißkopf   
Montag, 9. Juni 2008
 

Klicks : 1519

08-03-29_networking-tagung_-_146.jpgBei einem Themenworkshop der Tagung "Networking - what works?!" am 29.03.08 wurde vom Projektleiter des Hauses der Wissenschaft in Braunschweig die Vernetzung zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft hinterfragt. Hier die Ergebnisse!

WAS 

Thema, Ziele und Vorgehen des Workshops

Durch verstärkte Förderung im Bereich der Wissenschaftskommunikation, z.B. durch den Wettbewerb „Stadt der Wissenschaft", aber auch im Bereich der Clusterbildung sind die Bindungen der Wissenschaft mit der Wirtschaft aber auch mit anderen gesellschaftlichen Gruppen stärker geworden. Die Wissenschaftsgemeinde selbst verstärkt ihre Bemühungen Jahr um Jahr - kaum noch eine Universitätsstadt ohne Kinderuni, Seniorenvorlesungen oder Technologietransferveranstaltungen. Auf der anderen Seite suchen vor allem die Kommunen den Dialog mit ihren Hochschulen. Durch den verstärkten Druck auf die Gemeindefinanzen und eine generelle Professionalisierung der Verwaltung werden plötzlich Spin-offs gefördert und auch Studierende werden nicht mehr links liegen gelassen, sondern entwickeln sich zum Zukunftskapital der Kommune.

Nach dem „Hype" der letzten Jahre steht nun in naher Zukunft eine Konsolidierung der Szene bevor. Die Geldgeber werden ihre Investitionen evaluieren und mehr und mehr die Nutzenfrage in den Vordergrund stellen. Das bedeutet, dass sich entstandene Netzwerke professionalisieren müssen. Um diesem Ziel näher zu kommen, wollten wir in unserer Gruppe, von den Erwartungen der verschiedenen Anspruchsgruppen in den Netzwerken (hier exemplarisch das Braunschweiger Wissenschaftsnetzwerk) ausgehend, die optimalen Maßnahmen formulieren.

WER

08-03-29_networking-tagung_-_117.jpgInitiator

Markus Weißkopf vom "Haus der Wissenschaft" baut derzeit eine Plattform für den Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft auf. Der 29-Jährige Schwabe, der an der Universität Konstanz Verwaltungswissenschaften studiert hat, war danach ebenfalls in Konstanz als Projektleiter in den Bereichen Netzwerkmanagement, Organisations- und Regionalentwicklung tätig. Er hat Netzwerke und Veränderungsprozesse in Verwaltungen, Schulen und anderen Institutionen begleitet und moderiert.

Beteiligte

Wolfgang C. Goede, Ingo Jäckel, Michal Pannwitz, Jörg Latuske, Birgit Ramon

WIE 

Ablauf 

Zu diesem Zweck sollten die Teilnehmenden nach einem kurzen Input zunächst verschiedene „Hüte" aufsetzen, um aus Sicht der verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen die Erwartungen an das Netzwerk zu formulieren. Anschließend wurde Verbindendes in den Erwartungen herausgearbeitet. Die Ergebnisse waren dann Basis für die Formulierung möglicher Strategien und Maßnahmen in diesem Feld. Leider konnte dieser letzte Schritt aufgrund der kurzen Zeit nur noch angerissen werden.

Input

Markus Weißkopf gab als Workshopinitiator einen ca. 15-minütigen Input über das Netzwerk von Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft in der Region Braunschweig. Neben einem Überblick über das Netzwerk selbst, ging er insbesondere auf Erfolgsfaktoren im Wettbewerb „Stadt der Wissenschaft" und die nachfolgenden Herausforderungen ein. Es wurde deutlich, dass nach der erfolgreichen Gestaltung des Wissenschaftsjahres 2007 als „Stadt der Wissenschaft", die Akteure weiterhin motiviert sind, jedoch im Weiteren Kosten-Nutzen-Erwägungen eine größere Rolle spielen.

08-03-29_networking-tagung_-_146.jpg

Erwartungen der Akteure in den Netzwerken

Am Beispiel dieses Netzwerks wurde nun in Kleingruppen, die sich den „Hut" der jeweiligen gesellschaftlichen Gruppe aufsetzten, Erwartungen an ein gemeinsames Netzwerk formuliert, wobei schnell klar wurde, dass die Ergebnisse auch auf andere Regionen übertragbar sind. Folgende „Hüte" kamen dabei zum Einsatz:

  • Wissenschaft
  • Wirtschaft
  • Kunst und Kultur
  • Öffentlicher Sektor
  • BürgerInnen

Die umfassenden Ergebnisse dieser Session sind aus Platzgründen nur in der angehängten Tabelle aufgeführt. Die Gemeinsamkeiten zwischen den verschiedenen Gruppen können dem folgenden Punkt entnommen werden. 

Verbindendes

  • Die Notwendigkeit der Kooperation wächst auf allen Seiten. Beispiele sind hier der Handlungsdruck, der durch den globalen und nationalen (z.B. durch die Exzellenzinitiative) Standortwettbewerb entstanden ist oder auch die wachsende öffentliche Diskussion kontroverser Wissenschaftsthemen wie Gentechnologie oder Klimawandel.
  • Ein übergreifendes Thema ist der Fach- und Führungskräftemangel, der alle gleichermaßen betrifft. In diesem Feld scheinen mit die größten Synergiepotentiale zu liegen.
  • Insgesamt ist eine Art Aufbruchsstimmung in allen Bereichen zu spüren, da Themen aus Forschung und Wissenschaft in den letzten Jahren größere Aufmerksamkeit erfahren.

08-03-30_networking-tagung_-_106.jpg

Ergebnisse aus beiden Runden

Wie können die Erwartungen erfüllt werden?

Wie bereits angesprochen, konnte dieser Punkt nur noch stichwortartig behandelt werden. Insbesondere kam zum Ausdruck, dass eine Transparenz der verschiedenen Erwartungen und Ziele notwendig für eine erfolgreiche Zusammenarbeit ist. Wichtig erschien den Teilnehmenden auch, die Anderen in „ihrer" Welt besuchen zu gehen, statt sich lediglich an neutralen Orten zu treffen.

08-03-30_networking-tagung_-_108.jpg

Fazit

Der Workshop war trotz der nur kurzen Zeit (oder deswegen?) sehr ergiebig. Alle Teilnehmenden bekundeten außerdem ihr Interesse an einer weitergehenden Diskussion, die aus meiner Sicht auch und vor allem in den entstandenen Netzwerken geführt werden muss. Dabei spielen die folgenden Fragen eine wichtige Rolle: Können die Akteure in den Institutionen die Synergiepotentiale für ihren Standort systematisch identifizieren? Und: Gelingt es ihnen dann, diesen tatsächlichen Mehrwert der Kooperation zu realisieren und somit auch zu einem Teil unabhängig von einer öffentlichen Förderung zu werden? Nichtsdestotrotz bleibt der Hinweis, dass die öffentliche Hand auch nach einem Abklingen des „Wissenschaftshypes" weiterhin eine Anschubfinanzierung für Netzwerkaktivitäten in diesem Bereich gewährleisten sollte.

08-03-29_networking-tagung_-_151.jpg

Zum Abschluss dieses kurzen Rückblicks möchte ich mich bei allen Teilnehmenden des Workshops ganz herzlich für die engagierte Arbeit bedanken und hoffe auf ein baldiges Wiedersehen!

erwartungen_an_das_netzwerk_wiss-ges-s
Erwartungen an das Netzwerk

08-03-29_networking-tagung_-_239.jpg

Kontakt

 Markus Weißkopf
Haus der Wissenschaft
TU Braunschweig
Pockelsstr. 11
38106 Braunschweig

Mail: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können  
Web: http://www.hausderwissenschaft.org

 

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