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Jun 03 2008
Das SK-Prinzip - eine bahnbrechende Methode im Management Drucken E-Mail
Geschrieben von Hubert Schiefer   
Dienstag, 3. Juni 2008

sk-logo.jpgDas Regionaltreffen von Netzwerk Gemeinsinn in München am 30.06.08 im ÖBZ hat sich dem Thema "Systemisches Konsensieren gewidmet. Im Zentrum stand das Prinzip und dessen Einfachkeit zu erleben und die Einsatzmöglichkeit in unterschiedlichen Kontexten zu reflektieren. Hier der Bericht!

WAS 

Das „Systemische Konsensieren" stellt eine neue Form der Konfliktlösung und der kooperativen Entscheidungsfindung in der Wirtschaft dar, welche die Entstehung neuer Konflikte stark minimiert oder ganz verhindert.

Als Georg Paulus das SK-Prinzip entdeckte, entschloss er sich spontan, dieses geniale Gedankengut in Unternehmen einzubringen. Zusammen mit den Urhebern verfasst er derzeit ein Buch, das diese Methode in kurzer Form klar und einfach anwendbar darstellt.

Unternehmen, die mit dem SK-Prinzip arbeiten, werden künftig Widerstände und Konflikte weitgehendst vermeiden können und so wesentlich effektiver und erfolgreicher sein.

Das SK-Prinzip fördert systembedingt den Konsens und einen größtmöglichen Interessenausgleich aller Beteiligten. Die Anwendung dieser Methode führt zum Umdenken im System und damit zu einer Unternehmenskultur, in der Konflikte ohne Machtspiele gelöst werden und in Zukunft stark vermindert werden. Ein Machtkampf zwischen zwei Gruppierungen, wie z.B. derzeit beim „ TSV 1860 München", wäre mit dieser Methode relativ einfach zu lösen.

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Die Methode wurde von den österreichischen Urhebern Siegfried Schrotta (s.o.) und Erich Visotschnig auf diesem Webportal bereits beschrieben: "Konflikte ohne Machtkampf lösen

Derzeit sammelt Georg Paulus Praxisfälle für kooperative Entscheidungsfindungen und Konfliktfälle in Unternehmen, welche in das Buchprojekt mit einfließen werden. Das Regionaltreffen in München sollte dazu beitragen.

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WER 

Beteiligte

16 interessierte Personen aus den Bereichen Bildung, Beratung, Coaching, Personalwirtschaft, Unternehmer sowie Partner/innen des Netzwerks Gemeinsinn.

Referent

Georg Paulus, Unternehmensberater und Gründer der TRAUMFIRMA (www.traumfirma.de), Autor des Buches „TRAUMFIRMA"/ DANKE Verlag begleitet Unternehmen und Menschen auf ihrem Weg zur Traumfirma, zu Traumchefs und zu Traummitarbeitern. Er bezeichnet sich selbst als „Ökonom". Sein Leitsatz lautet: „Viele Dinge sind nur deshalb kompliziert, weil noch niemand auf die Idee kam, sie zu vereinfachen."

Als eine der effizientesten aller Businessregeln bezeichnet er die Aussage „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst"!

Kontakt: Georg Paulus, www.traumfirma.de , 83607 Holzkirchen, Tel. 08024-3443, E-mail: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

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Gastgeber

Netzwerk Gemeinsinn e.V. (Hubert Schiefer) in Kooperation mit dem Ökologischen Bildungszenrum München.

WIE

Bericht (Hubert Schiefer) 

Das Interesse am SK-Prinzip war am Montag dem 30.06. im Ökologischen Bildungszentrum München sehr groß. Begonnen wurde gegen 18.30 Uhr mit der Eröffnung des Mitbringbuffets.

Gegen 19.00 Uhr fand eine kurze Vorstellungsrunde statt und eine Abfrage, mit welchen Erfahrungen und Anliegen die TeilnehmerInnen zusammen gekommen sind.

Mit dem anschließenden interaktiven Vortrag von Herrn Paulus wurden alle Beteiligten  mit praxisbezogenen Beispielen schnell in den Bann der Einfachheit der Methode und die Begeisterungsfähigkeit des Vortragenden Paulus gezogen. Unterstützt wurde Herr Paulus von seiner Kollegin und der Geschäftsführerin der „Traumfirma", Frau Christine Sönning.

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Herr Paulus versucht „komplizierte" Dinge einfacher zu gestalten und stellte mit der Methode des „Systemischen Konsensierens" einen Ansatz vor, der demokratische Entscheidungen, Abstimmungen und Konfliktlösungen vereinfachen helfen hilft.

Der „Dreh" ist, dass bei scheinbar „unlösbaren" Konflikten zunächst nach möglichen Lösungen und Wunschergebnissen geforscht wird. In einem zweiten Schritt wird jene Lösung herausgefiltert, die bei allen Beteiligten gemeinsam den geringsten Widerstand auslöst - es wird also nicht nach der größten Zustimmung für einen Lösungsvorschlag gesucht! Dieser Wiederstand wird von jeder Person für jeden Vorschlag auf einer Skala von 0 - 10 bestimmt. Anschließend werden die Widerstandswerte aller Beteiligten je Vorschlag zusammengezählt und dann in Prozent ausgedrückt. Der Vorschlag mit dem geringsten Gesamtwiderstand kommt dem Konsens am nächsten.

Es geht also um den größtmöglichen Konsens bei Entscheidungen ohne, dass jemand das Gesicht verlieren muss, da ja nach Alternativen gefragt wird und diese differenziert von 0 - 10 bewertet werden. Effekte wie bei Mehrheitsentscheidungen, wo oft nur wenige Stimmen über ein Ergebnis entscheiden und jene die knapp unterlegen sind als Verlierer dastehen, werden vermieden.

Denn es wird auch nach Alternativen und der möglichen Anschlussfähigkeit gefragt. Und „konsensiert" kann so lange werden, bis ein für alle zustimmungsfähiges Ergebnis entsteht, das mitgetragen werden kann. „Je geringer der Widerstand unter allen Beteiligten ist, desto größer ist der gemeinsame Output". Deshalb wird beim „Systemsichen Konsensieren" nach der Größe des Widerstandes gefragt.

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Für Menschen, die grundsätzlich lösungsorientiert Denken, ist es eine Erweiterung des rein lösungsorientierten Ansatzes. In der Diskussion konnte keine letzliche Begründung dafür gefunden werden, aber die Praxis zeigt, dass das „Systemsiche Konsensieren" dann am Besten funktioniert, wenn am geringsten Widerstand nach Lösungen gesucht wird.

Durch das Anerkennen von Widerständen treten Störungen in den Hintergrund. Die Praxiserfahrung zeigt, dass in der Regel die Lösungen, die gefunden werden, keinen hohen Widerstandswert haben, sondern eben von fast allen mitgetragen werden.

Das Übungsbeispiel der Gruppe (Einigungsprozess darüber, welches einzige Getränk in der Gruppe nach der Veranstaltung getrunken wird) hat das SK-Prinzip sehr schnell von der Theorie in die erfahrbare Praxis gebracht und zur Diskussion angeregt.

Herr Paulus hat, um das Prinzip noch weiter zu vereinfachen, sogenannte Kosensierungskarten entwickelt, die mit ihren Widerstandswerten schnell in ein Raster übertragen werden können. Wer das Prinzip kennt, kann auch noch einfacher mit unterschiedlichen Handhaltungen konsensieren.

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Herr Paulus ist dabei Praxisbeispiele für die unterschiedlichsten Bereiche zu sammeln und diese in seiner Veröffentlichung darzustellen.

Spannend wird sein, ob das SK-Prinzip auch in großen Gruppen, in Stadtteilen oder auch im Gemeinwesen funktioniert und zur Anwendung kommen kann. Evtl. lassen sich ja Bürgergutachten durch das SK-Prinzip sinnvoll ergänzen?

Herr Paulus ist überzeugt, dass sich die Methode aufgrund der Einfachheit und Wirksamkeit verbreiten wird.

Abschlussreflexion

Gegen 21.30 Uhr wurde mit einer Feedbackrunde abgeschlossen. Hier einige Auszüge aus den Statements der Teilnehmer/innen:

  • Schön, dass es etwas Besseres als Mehrheitsentscheidungen gibt!
  • Nicht die ideale Methode, aber ich werde sie auf jeden Fall ausprobieren.
  • Ich kann mir die Umsetzung in der Schule sehr gut vorstellen.
  • Die Konzentration auf die Widerstände kann sehr hilfreich sein.
  • Entscheidungen können so noch sichtbarer gemacht werden, da ein differenziertes Meinungsbild entsteht.
  • Wenn es gelingt „einfache Probleme" in kleinen Gruppen schnell zu lösen, dann hat sich die Methode schon bewährt.
  • Die Abgrenzung zu komplexen Systemen ist noch auszuloten.
  • Können auch komplexe Fragestellungen mit dem SK-Prinzip bearbeitet werden?

Kontakt

Hubert Schiefer
Netzwerk Gemeinsinn e.V.
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