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Jun 03 2008
InterNetWorking - das WWW in der Netzwerkarbeit Drucken E-Mail
Geschrieben von Thomas Krepkowski   
Dienstag, 3. Juni 2008

08-03-29_networking-tagung_-_153Bei einem Themenworkshop am 29.03.08 auf der Tagung "Networking - what works?!" wurde der Einsatz des Internet zur Vernetzung und Zusammenarbeit sowie seine Vor- und Nachteile betrachtet. Die gewonnenen Ergebnisse werden in die Weiterentwicklung des Webportals vom Netzwerk Gemeinsinn einfließen.

Ausgehend von der Nutzung des Internets durch die Teilnehmer wurde abstrahiert, welche Einsatzschwerpunkte es allgemein gibt. Diese Schwerpunkte wurden anschließend dahingehend hinterfragt, warum man gerade dafür das Internet nutze? Aus den Antworten der Teilnehmer ergaben sich viele Vorteile des Webs aber auch die damit verbundenen Herausforderungen.

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Schwerpunkte der Nutzung

Im ersten Schritt der Betrachtung wurden acht Schwerpunkte des Interneteinsatzes herausgearbeitet, die unterschiedliche Rollen im Kontext von Vernetzung und Zusammenarbeit spielen:

1. Darstellungen für die (Netz-)Öffentlichkeit

Im Internet kann man Personen, Firmen, Gruppen und Themen darstellen. Dies geschieht mit eigenen Websites oder mit redaktionellen Beiträgen auf anderen Sites. Die Inhalte dafür werden meist von einem definierten Personenkreis erstellt. Das Informationsangebot ist für alle zugänglich, jedoch oft auf bestimmte Zielgruppen zugeschnitten.

Auf diese öffentliche Darstellung kann beim Netzwerken zurückgegriffen werden. Zum einen, um ein Netzwerk im Internet zu präsentieren. Zum anderen können die Websites von Personen und Firmen Informationen für die Einschätzung von Netzwerkpartner liefern.

2. Suchen von Neuem und Aktuellem

Das World Wide Web wird genutzt, um Neues oder Unbekanntes zu entdecken oder um an aktuellen Entwicklungen dran zu bleiben. Die Entwicklungen können sich

  • auf Themen, die einen interessieren,
  • auf Gruppen oder Netzwerke, in denen man dabei ist, oder
  • auf andere eingrenzbare Bereiche beziehen.

Die Nutzung erfolgt von der Nachfrageseite her. Das heißt, das Neue oder Aktuelle wird aktiv gesucht oder abgerufen.

Stellt ein Netzwerk im Internet selbst aktuelle Infos bereit, ist es wichtig, diese auch auffindbar und leicht abrufbar zu machen. Gefunden zu werden heißt, dass neue Interessierte über Suchmaschinen auf den aktuellen Inhalt des Netzwerks aufmerksam werden. Regelmäßiges Aufrufen erhält die Bindung von Mitgliedern oder Interessierten zum Netzwerk.

3. Knüpfen und Pflegen von Kontakten

Darstellen und Suchen von Kontaktdaten wird durch Kontaktbörsen wie XING (Crossing im Businessbereich) befördert. Dort bietet sich die Möglichkeit, zum einen sich mit einem Profil darzustellen und zum anderen interessante Kontakte über deren Profil, die Zugehörigkeit zur selben Online-Gruppen oder über gemeinsame Online-Kontakte zu finden. Ergänzt wird das Angebot solcher Börsen um Möglichkeiten der Kommunikation und des Kontaktmanagements.

Netzwerke können über solche Online-Gruppen auf Kontaktbörsen sichtbarer gemacht und damit schneller gefunden werden. Als erstes durch die einfache Existenz als Gruppe in der Kontaktplatform mit den Möglichkeiten der Kommunikation in der Gruppe und des Beitritts. Zum zweiten durch die Anzeige von Mitgliedschaften in den Profilen der Beteiligten. So lassen sich Kontaktbarrieren zum Netzwerk abbauen, wenn ein Kontakt, den der Interessent kennt, in einem Netzwerk dabei ist.

4. Kommunizieren direkt mit Kontakten

In der Kommunikation ist das Medium E-Mail heutzutage nicht mehr wegzudenken. Es ist schnell, unkompliziert und mittlerweile fast überall verfügbar. E-Mails werden im Eins-zu-Eins-Kontakt mit Geschäftspartnern und Kollegen eingesetzt, wenn das Gegenüber nicht sofort Rückmeldung geben muss wie am Telefon, der Aufwand für ein Fax oder einen Brief nicht gerechtfertigt ist oder einfach ein digitales Material übermittelt werden soll. Gleiches gilt natürlich auch für die Kommunikation unter Mitgliedern von Netzwerken. 

5. Austauschen zu Themen

Schon früh wurden elektronische Netzwerke genutzt, um sich über bestimmte Themen auszutauschen. Daraus haben sich die vielfältigen Formen im Internet entwickelt: Foren, Gästebücher, Kommentarfunktionen etc. Allen ist gemeinsam, dass dabei der Surfer selbst aktiv wird und Inhalte beisteuern kann. Neben der zeitversetzten Nutzung durch mehrere Personen gibt es auch Formen, in denen der Zugriff zeitgleich stattfindet; ein Chat als virtuelle Konferenz ist so eine Möglichkeit.

Besonders bei themenbezogenen Netzwerken bietet es sich an, für den Austausch die Formen im Internet zu nutzen. Doch neben der thematischen Interaktion z.B. in Foren können Kommentare zu Artikeln von Netzwerkmitgliedern ein wichtiger Baustein des Feedbacks und der Wertschätzung der Beitragenden sein.

6. Arbeiten an gemeinsamen Projekten

Wird der Austausch tiefgreifender und geht es um konkrete Projekte oder Aufgaben, kann das Internet mit entsprechender Software als gemeinsame Arbeistplatform genutzt werden. Der Austausch von oder das Arbeiten an Dokumenten ist weltweit und zu jeder Zeit möglich. Es wird mit eigenen Daten gearbeitet oder auf gemeinsame Daten zugegriffen.

Wenn Netzwerke nicht regional umrissen und die Mitglieder räumlich weiter entfernt sind, kann eine Arbeitsplatform im Internet helfen, die Zahl von Organistionstreffen für Veranstaltungen und damit Reisekosten zu reduzieren. Zudem ist die Plattform zentraler Punkt für den Zugriff auf Dokumente in der aktuellsten Version.

7. Weiterentwickeln von Person und Gruppe

Auch für die Bildungsarbeit gibt es mittlerweile digitale Werkzeuge. Trainings oder Kurse in der physischen Welt werden mit Gruppen-E-Mails oder Communities von daheim aus virtuell fortgesetzt. Teilweise findet die Weiterentwicklung aber schon komplett über das Netz statt. Beispielsweise gibt es Online-Gruppen-Coaching oder sogenannte Web-Based-Trainings. Der Coach oder Trainer kommuniziert nur über das Internet und stellt dort aufbereitete Inhalte zur Verfügung.

Die Fortsetzung von Maßnahmen hinein in den virtuellen Raum kann den Transfer von Know-How im Netzwerk fördern und kann bei der gegenseitigen Unterstützung der Netzwerkmitglieder hilfreich sein.

8. Dokumentieren und Bereitstellen von Wissen

Für den Wirtschaftsfaktor "Wissen" wird das Internet zunehmend als Medium genutzt, um es dort zu sammeln, zu dokumentieren, zu strukturieren, zu archivieren und auffindbar zu machen. Die festgehaltenen Informationen können sich auf Tagungen, Trainings, Personen, Produkte, Erfahrungen etc. beziehen. Für die Dokumentation im Internet sprechen die gute Abrufbarkeit und die gute Durchsuchbarkeit.

Eine gut gemachte Dokumentation auf der Website eines Netzwerks kann auch passwortgeschützt zu einem kollektiven Gedächtnis der Netzwerkarbeit werden. Sie ermöglicht es Aktiven Informationen festzuhalten, Mitgliedern Ergebnisse von Gruppen nachzusehen und Interessierten sich einen Überlick über das Netzwerk zu verschaffen.

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Gründe der Internetnutzung

Nachdem die verschiedenen Arten der Internetnutzung zusammengetragen waren, stellten sich die Workshop-Teilnehmer der Frage, warum sie für diese Nutzungen gerade das Internet verwenden. Einige Gründe waren bereits aufgetaucht und werden im Folgenden ergänzt und konkretisiert.

a) Freiheit

Mit der Freiheit des Internet ist vor allem gemeint, erstmal alles ohne Beschränkung publizieren zu können. In der dem Internet zugrundeliegenden Struktur gibt es zunächst keine Instanz, die Inhalte überprüft, freigibt oder aussortiert. Jeder mit Zugang ins Netz und etwas abrufbarem Speicherplatz kann dort veröffentlichen. Natürlich unterliegt diese Freiheit mittlerweile Einschränkungen. Doch wirken diese von außerhalb auf den Inhalt im Netz und auch erst nach dessen Veröffentlichung.

b) Grenzenlosigkeit

Mit der technischen Entwicklung der elektronischen Netze hat sich dort auch eine Art Grenzenlosigkeit eingestellt. Es scheint keine Grenze zu geben, wieviel noch veröffentlicht werden kann, wie viele Daten hochgeladen werden können. Es gibt also Platz ohne Ende. Mit Wegfall dieser Platzbeschränkung ist es für viele Benutzer leichter, etwas ins Internet zu stellen.

c) Schnelligkeit

In Sachen Schnelligkeit des Internet geht es in erster Linie darum, wie schnell sich Dinge verbreiten können. Neben dem, dass Inhalte praktisch sofort überall verfügbar sind, wenn sie eingestellt sind, ergibt sich durch die Verknüpfung von "interessanten" Inhalten auf anderen Webseiten auch die Möglichkeit, dass Dinge schnell bekannt werden. Viele Surfer speisen das, was sie während ihrer Streifzüge durchs WWW als interessant befunden haben, wieder über Linklisten und Bewertungen zurück ins Internet.

Schnelligkeit hat als zweites auch damit zu tun, dass die Übermittlung von Daten im Internet häufig auch schneller geht als über andere Wege. Die E-Mail ist schneller als der Brief, um ein Beispiel zu nennen. Wie hoch diese Übermittlungsschnelligkeit bei jedem einzelnen ist, hängt jedoch stark von den jeweiligen Zugangsgeschwindigkeiten ab. Und hier gibt es große Unterschiede, die sich aufgrund von Kosten und Infrastruktur ergeben.

d) Verfügbarkeit

Die Kosten und die Infrastruktur des Internzugangs spielen auch bei der Verfügbarkeit des Netzes eine Rolle. Nur wenn man diese Faktoren in erster Näherung vernachlässigt, kann man von einer Verfügbarkeit überall und zu jeder Zeit sprechen. Doch für die meisten Teilnehmer im Workshop gibt es diese All-Verfügbarkeit. So ergibt sich daraus für sie ein Grund für den Interneteinsatz.

e) Unabhängigkeit von Zeit und Raum

Die Verfügbarkeit fließt auch in den Vorteil der Unabhängigkeit von Zeit und Raum bei der Nutzung des Internets ein. Denn der einzelne Nutzer ist dadurch nicht an einen Ort oder eine bestimmte Zeit gebunden. Viel stärker fällt die Unabhängigkeit beim Zusammenspiel von mehreren Nutzern ins Gewicht. Das Internet kann dabei räumliche Distanzen überbrücken und Möglichkeiten bieten Abläufe asynchron zu gestalten. So spielt es keine Rolle, wo sich die Teilnehmer befinden oder ob sich ihre Zeitfenster für die Interaktion decken. Es kann sogar gewünscht sein, dass die Zeitfenster nicht überlappen sondern so zusammengestellt sind, dass praktisch rund um die Uhr an einer Sache gearbeitet wird.

08-03-29_networking-tagung_-_211.jpgHerausforderungen

Keine Technik, die nur Vorteile bietet. Das gilt auch für das Internet. Schon während des Sammelns der Vorteile zeigten sich die ersten Herausforderungen bei der Nutzung der digitalen Netze.

f) Technik

Eine grundlegende Herausforderung bleibt der Einsatz der Technik selbst. Von den zugrundeliegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Entwicklung von einsetzbaren Produkten bis hin zur Benutzung durch den Menschen können eine Menge Probleme aufgeworfen werden. Nur wenn diese zufriedenstellend gelöst werden, kommt die Technik zum Einsatz. Im Falle  des Internets ist das der Fall. Das bedeutet jedoch nicht, dass alle Probleme verschwunden sind.

g) Immer-Erreichbarkeit

Als ein Vorteil des Internets wurde die stete Verfügbarkeit überall angesehen. Dies kann sich zum Nachteil entwickeln, wenn daraus an einen die Erwartung erwächst, dass man auch immer und überall diese Verfügbarkeit nutzt. Zum Beispiel wenn erwartet wird, dass man seine E-Mails stets abruft und schnell auf sie reagiert. Zu dem, dass man immer drin sein kann, gesellt sich die Frage, ob man immer online sein will.

h) Abhängigkeit 

Wenn aus der Frage, ob man immer online sein will, ein immer Online-Sein-Müssen wird, zeigt das, wie abhängig man vom Internet geworden ist. Diese Abhängigkeit ist nicht im Sinne einer Sucht gemeint. Sondern in dem Sinne, wie gut man noch seine normalen Abläufe aufrecht erhalten kann, wenn das Internet nicht zur Verfügung steht. Sind einem Alternativen bewusst und kann man diese einsetzen?

i) Selbstdisziplin

Der Einsatz von Technik erfordert oft auch ein Maß an Selbstdisziplin. Dies trifft auch für das Internet zu. Eigene Regeln, z.B. wann man eben erreichbar sein will oder man jedem Link folgt, helfen einem selber bei einem gesunden Umgang mit dem Netz. Auch im Umgang mit anderen über das Netz ist zwar vieles möglich, aber nur manches berücksichtigt die Bedürfnisse des Gegenübers ausreichend.

j) Ungleichheit beim Zugang

Ein große Herausforderung des Internets ist die Ungleichheit beim Zugang, die sich auf verschiedenen Maßstäben abspielt. Genannt sei beispielhaft einmal die Verteilung von Breitbandanschlüssen in der Stadt und auf dem Land. Schnelles Internet spielt eine Rolle als Wirtschaftsfaktor für Firmen und Betriebe. In der Stadt bereits selbstverständlich, kann das Fehlen die Entwicklung eines gewachsenen Betriebs in dörflicher Struktur beeinträchtigen.

Als zweites soll der Zustand, dass weltweit ca. nur ein Fünftel der Menschheit einen Zugang zum Internet hat, in den Fokus gerückt werden. Wenn das Internet als bestimmende Technologie der nächsten Jahrzehnte angesehen wird, wie geht man dann mit dem Ausschluss von 80 % der Menschen auf dem Globus um?

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Fazit

Der Workshop hat ohne Anspruch auf Vollständigkeit die Einsatzschwerpunkte des Internets beleuchtet und Antworten auf die Frage gefunden, warum für bestimmte Nutzungsarten gerade das Internet gewählt wird.

Die Ergebnisse werden nun die Grundlage für Veränderungen auf dem Webportal von Netzwerk Gemeinsinn bilden. So werden sie helfen das Portal anhand der acht Einsatzschwerpunkte zu begutachten und zu untersuchen, ob Gründe für die Internetnutzung aufgegriffen werden können. Weiter wird auch ein Blick auf die Herausforderungen hilfreich sein.

Einladung zur Mitarbeit auf www.netzwerk-gemeinsinn.net 

Wer nach den allgemeineren Gedanken zum IntNetWorking Lust hat, tiefer in das Thema einzusteigen, ist eingeladen dies am konkreten Projekt Webportal Netzwerk Gemeinsinn zu tun.

In sogenannten Webworkshops wird es um die konzeptionelle Arbeit als auch um die technische Umsetzung gehen mit dem Ziel, die Zusammenarbeit über das Internet für das Netzwerk Gemeinsinn zu verbessern. Interessenten können sich bei Thomas Krepkowski als Koordinator der Web-Weiterentwicklung melden.

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Teilnehmende des Themenworkshops

Lutz Dziarnowski, Tom Jägers, Stephan Geffers, Birgit Ramon, Tobias Raschke

08-03-29_networking-tagung_-_212.jpgAnbieter und Kontakt

Thomas Krepkowski
infodataplan +
Administrator Netzwerk Gemeinsinn e.V.
Fendelsring 19
86609 Donauwörth
Tel.: +49 906 70587444
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http://www.infodataplan.de  

Fotos

Markus Püttmann
http://www.impulsraum.eu

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