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Apr 21 2008
Communities of Practice nach Etienne Wenger Drucken E-Mail
Geschrieben von Jaakko Johannsen   
Montag, 21. April 2008

08-03-28_networking-tagung_-_054_k Bei der Veranstaltung "Networking - what works?! " wurde am 29.03.08 im Rahmen des Themenworkshops "persönliche und zwischenmenschliche Vernetzung" ein Impulsvortrag zum Vernetzungsansatz von Etienne Wenger gehalten.  Dieses sehr klare und tiefe Verständnis von professionellen (Kompetenz-) Netzwerken nahmen wir als Anker bzw. Leuchtturm und setzten unsere persönlichen Erfahrungen in Beziehung dazu.

Der Schweizer Soziologe Etienne Wenger hat eine klare Definition von professionellen Netzwerken, die sich auf ein gemeinsames Wissensgebiet, ein interagierendes Netzwerk und eine geteilte Profession bezieht. 

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Um das Wesen eines Netzwerkes zu verdeutlichen verwendet Wenger in Seminaren häufig die Paarmetapher. Sie verdeutlicht im Wesentlichen die verschiedenen Dimensionen eines Netzwerkes, von der Freiwilligkeit, der Eigenständigkeit, der Intimität und gleichzeitigen Öffentlichkeit, sowie der Verantwortung und der ständigen Herausforderung, in das Netzwerk Energie zu investieren.  

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Netzwerke durchleben darüber hinaus aber noch einige spezifische Entwicklungsstufen, die sich zum Teil von den bekannten Teamphasen deutlich unterscheiden. Ein Beispiel ist die Aufnahme eines neuen Teammitgliedes. Für manche Teams ist dies eine echte Herausforderung, kann die Arbeitsfähig beeinträchtigen und in erneute Rollenverteilungskämpfe stürzen. Ein Netzwerk hingegen lebt von der regelmäßig frisch hinzugefügten Energie neuer Mitglieder und der „noch-nicht-Experten“.  

Hier eine andere Betrachtung eines Netzwerkes mit seiner Dynamik über die Zeit. Wenger bietet eine Art Lebenszyklusmodell für Netzwerke an.  

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Für Mitglieder von Netzwerken aber noch mehr für deren Steuerer und Betreiber ist es von immenser Bedeutung, Ansatzpunkte für eine sinnvolle Netzwerkdiagnostik, sowie angemessene Interventionen zu haben. Wenger, McDermott & Snyder bieten 7 Prinzipien an, die sich in der Praxis bewährt haben. Bei der Einführung von über 100 Communities of Practice in einem multinationalen Konzern lieferte dieses Modell uns eine hilfreiche Blaupause, auf der sowohl die Ausbildung der Moderatoren sowie die Steuerung der Netzwerke basierte.

Die 7 Prinzipien zur Kultivierung von Professionellen Netzwerken zeigen Möglichkeiten der Einflussnahme auf Netzwerke auf:

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Die Frage „Sprechen diese Prinzipien die persönlichen Erfahrungen mit Netzwerken an?“ wurde mit verschieden persönlichen Erfahrungen beantwortet.

08-03-28_networking-tagung_-_285Den Berichten wohnte meist ein Aha-Erlebnis inne, und so berichtete ein Teilnehmer von seinem Netzwerk (ein juristischer Stammtisch), dem ein neuer Impuls von außen z.B. in Form eines Referats oder einer thematischen Fokussierung neue Attraktivität und Energie verleihen würde. 

Welche Prinzipien sprechen an?“ Die Workshopteilnehmer schöpften weiter aus ihren persönlichen Erfahrungen. Auf dem Flipchart hielten wir folgende Punkte fest:

  • Privatheit (bietet Schutz) macht und schafft Vertrauen, was zu gemeinsamen Projekten (Geschäftliches) und persönlichen Themen (Privates) führt
  • Wo liegt die Grenze der Netzwerkgröße, um noch persönliche Beziehungen zu ermöglichen?
  • Netzwerke haben a) einen persönlichen, engen, vertrauten Kern, der sich relativ häufig trifft und sind b) offen für andere, die punktuell sogar größere Wirkung erzeugen können.
  • Lockere Verbundenheit wird über das Web gewährt, jedoch geht ohne persönlichen Kontakt „nichts“.
  • Örtliche Konstanz ist wichtig, aber ohne den richtigen Rhythmus nicht ausreichend.
  • Längerfristige Netzwerke brauchen eine Öffnung, denn der Kern kann auch „aussterben“.  

Dann näherten wir uns den Herausforderungen für uns als Menschen in Netzwerken und hielten fest:

  • img_4929 Wertigkeit von Beziehungen als Thema: Unterschiede machen und Bewertungen vornehmen z.B. gute Kontakte aber sehr selten
  • Zeit nehmen für Netzwerktreffen -> Viele (gleichzeitig) treffen ist zeiteffizient
  • Aufmerksamkeit auf eigene Person lenken (und auch auf andere)
  • Persönliche Erfolge anerkennen und wertschätzen
  • Balance zwischen (persönlicher) An- und Abwesenheit
  • viel Arbeit, positives Feedback, aber wie schaffe ich Interaktion? (Bsp. Redaktioneller Newsletter oder Artikel mit dem Feedback: „Wow, wie viel Zeit Du investierst. Das könnte ich nicht.") 

Die abschließende Frage „Was fehlt noch?" führte für alle zu einer definitorischen Abgrenzung und einem Aha-Effekt.

Wir waren uns einig, dass der Begriff „Netzwerk" eben nicht „die Summe aller persönlichen und beruflichen Kontakte" sei. „Netzwerk" hat von der Assoziation immer auch eine strategische Komponente und wird deshalb grundsätzlich eher ins Berufliche verortet. Die privaten Netzwerke wie der (gute alte) Freundeskreis, die Verwandtschaft oder Bekanntschaften beschreiben wir normalerweise nicht mit „Netzwerken". Wir hätten das Gefühl, das mit dieser Begrifflichkeit das Informelle (unzulässigerweise) formalisiert würde. 

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Es steht zu diesem Artikel ein pdf PDF 1.10 Mb zum Download bereit. 

Teilnehmer: 

David Altenhammer, Ulrike Bergmann, Petra Eickhoff, Stephan G. Geffers, Tobias Raschke, Dominikus Zohner 

Moderation und Kontakt:

Jaakko Johannsen  
system worx PartG
Landsberger Str. 191
D-80687 München
Tel.  +49 / 89 / 38164282-2
Mob.  +49 / 172 / 5651296
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Internet: www.system-worx.de

Grafiken (Copyright): Jaakko Johannsen 

Dokumentationsfotos: Markus Püttmann 

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