Aktuell
Termine
Initiativen
Gedanken
Hinweise
Erläuterungen

Apr 20 2008
Mit Body Percussion zum persönlichen Gleichgewicht Drucken E-Mail
Geschrieben von Prof. Dr. Ulrich Glöckler   
Sonntag, 20. April 2008

08-04-19_bodypercussion_-_1s Gefühle und Stimmungen ausdrücken, ganz ohne Worte und Instrumente, nur mit dem rhythmischen Ausdruck des Körpers? Ein Seminar bei INPUT in München am 17.06.08 zeigt die Bedeutung und Einsatzmöglichkeiten von Body Percussion. Im Artikel werden auch grundsätzliche Informationen gegeben.

WAS

Kurzbeschreibung 

Musik gehört zu den fundamentalsten Ausdrucksmöglichkeiten persönlicher Gefühle und Stimmungen. Insbesondere rhythmischer Ausdruck bringt Lebensfreude und hilft bei der Stabilisierung des inneren Gleichgewichtes.

Daher haben Angebote des rhythmischen Ausdruckes in allen Bereichen Sozialer Arbeit, aber insbesondere in der Betreuung von Kindern und Jugendlichen, eine große Bedeutung.

Nicht nur für jene Einrichtungen, denen es an finanziellen Mitteln für musikalisches Equipment fehlt, ist rhythmischer Ausdruck mit dem eigenen Körper ein guter Weg: diese Ausdrucksform bringt besonders viel Spaß und trägt dazu bei, die Persönlichkeit im Gleichgewicht zu halten oder ins Gleichgewicht zu bringen.  

Das Tagesseminar am 17.06.08 mit dem Titel "Body Percussion - Durch rhythmischen Ausdruck zum persönlichen Gleichgewicht" zeigt:

  • wie mit Body Percussion Rhythmus erzeugt werden kann
  • rhythmische Analyse von „fetzigen" Musikstücken
  • Begleitung der Musiktitel mit Body Percussion
  • Umsetzung in die Praxis

Ziele

Ziel des Seminars ist es, die Bedeutung und die Einsatzmöglichkeiten von „Body-Percussion" in verschiedenen Arbeitsfeldern zu erkennen, Aneignung von Fähigkeiten, mit dem eigenen Körper rhythmische Muster zu erzeugen und dies in der Praxis vermitteln zu können.

08-04-19_bodypercussion_-_2

Zusatzinformationen 

1. Grundsätzliches

Durch Body Percussion kann rhythmische Sicherheit und die Erkundung von Rhythmen ohne Instrumente oder Notenmaterial erlernt werden. Body Percussion fördert die ganzheitliche Erfahrung von Rhythmus (Körper, Gefühl, Geist und Intellekt). Das „Instrument" bildet unser Körper, der durch spezifische Klanggesten aktiviert wird. Dabei sind die einzelnen Körperteile in unterschiedlichen Klangfarben zu hören.

Body Percussion eignet sich hervorragend als elementares Rhythmustraining. Auch Gesang kann durch rhythmische Figuren von Body Percussion wirkungsvoll und ohne jeden Material- oder Instrumentenaufwand begleitet werden.

Body Percussion verstärkt auch die Bewusstheit über körperliche Vorgänge und Bedürfnisse sowie die Grundlagen unseres seelisch-körperlichen Gleichgewichtes. So schreibt Udo Dahmen, künstlerischer Direktor, Geschäftsführer und Professor der Popakademie Baden-Württemberg in Mannheim und Vizepräsident des Deutschen Musikrates in „Body Percussion - eine kurze Anleitung für den Unterricht":

„Der Pulsschlag, die Pulsation als Grundlage des Rhythmus ist durch die pädagogische Arbeit von Percussionisten und Schlagzeugern wieder ins Zentrum des Bewusstseins gerückt: `Eine Pulsation entsteht durch die Wiederkehr ähnlicher Ereignisse in ähnlichen Zeiträumen´ (Reinhard Flatischler in `Der Weg zum Rhythmus´). Das ausgehende Mittelalter war sich der Bedeutung der Pulsation noch vollständig bewusst: Bis ins 16. Jahrhundert war das Tempo am menschlichen Pulsschlag orientiert. Pater Mersenne schreibt in seiner "Harmonie universelle" (1636/37), dass die Taktschwerzeit mit der Systole des Herzens und die leichte Zeit mit der Diastole zu erfolgen habe... Mit jedem Ein- und Ausatmen und mit jedem Herzschlag werden wir daran erinnert, dass wir einem Rhythmus folgen: Anspannung und Entspannung, Tag und Nacht, Lärm und Ruhe" (Dahmen, U. 2008: 2)

Für Dahmen ist das „Unbewusste, Automatische und Natürliche" der wichtigste „Ansatzpunkt für das Erlernen rhythmischer Zusammenhänge und Strukturen". Er geht davon aus, dass bestimmte „Archetypen von Rhythmen in vielen Kulturen auf ähnliche Weise vorkommen".

Body Percussion ist nach Dahmen „eine Methode des Erlernens von rhythmischer Sicherheit und der Erkundung von Rhythmen... die vor allem in der Gruppe mit anderen am meisten Spaß bereitet... Der Prozess ist entscheidend, das Erlebnis stimulierend: Der Effekt des Rhythmus... auf vegetative Funktionen des menschlichen Organismus ist in der heutigen musiktherapeutischen Praxis unumstritten... Der Lärm und die Stille, Anspannung und Entspannung haben ihren festen Platz..." (a.a.O.: 2f)

08-04-19_bodypercussion_-_3

2. Kultureller Background

Body Percussion mit vielfältigen Klangdifferenzierungen findet sich in vielen Gebieten auf der ganzen Welt:

Beispiele:

  • „Clogging" in Irland und Kanada
  • „Appalachian-Clogging" und den „Jazz-Tap" in den USA
  • „Zapateado" in Spanien als Flamenco-Tanz für einen Solotänzer, begleitet mit Händeklatschen und Aufstampfen
  • „Khatak" in Indien
  • „Gum-Boot"-Tänze in Südafrika
  • Holzschuhtänze im niederländischen und norddeutschen Raum
  • „baile de la chancleta" in Cuba
  • Schuhplattler in Bayern

3. Anwendungstechniken

A) Beine

Die gleichmäßige Bewegung der Beine verkörpert das musikalische Grundelement „Metrum". Taktmäßiges rhythmisches Stampfen, häufig als „Groove" oder „Puls" bezeichnet, bildet in vielen Kulturen ein wesentliches Element des Tanzes.

B) Hände

In vielen Kulturen findet sich eine Kombination von musizieren und tanzen. Dabei übernehmen die Füße den Part der rhythmisch-tänzerischen Bewegung und die Stimme singt die Melodie. Dann können die Hände zur rhythmischen Begleitung verwendet werden.

C) Kopf

Zungenschnalzen, Zischeln und alles stimmlose Imitieren von Percussion und Drums eignet sich zu einer klanglichen Rhythmisierung eines metrischen Impulses.

08-04-19_bodypercussion_-_4.jpg

4. Einsatzmöglichkeiten

Body Percussion kann beispielsweise als Warming-Up zu Beginn von Gruppensitzungen, Beratungsgesprächen oder musikalischen Übungen eingesetzt werden. Es kann mit Kindern, Jugendlichen aber auch mit Senioren praktiziert werden und hat sowohl entspannende als auch aktivierende Momente. Auch in der Arbeit mit Behinderten kann es in adaptierter Form eingesetzt werden.

„Musikalisch Interessierte jeder Stilrichtung können mit Body Percussion die rhythmische Kraft melodischer Motive kennen lernen, Tanzbegeisterte die Rhythmen tänzerischer Schritt- und Bewegungsfolgen erforschen und kreativ gestalten, Schlagzeuger und Percussionisten ihre Koordination verbessern" (Dahmen, U. a.a.O.).

Für alle, vor allem auch für Nicht-Musiker gilt: „In der Ausgewogenheit zwischen Gelassenheit und Anstrengung, Aufmerksamkeit und Sich-Selbst-Vergessen, Konzentration auf den eigenen Körper und Gruppenwahrnehmung kann jeder auf seine Art Ruhe und Kraft, Entspannung und Vergnügen finden" (Dahmen, U. a.a.O.)

5. Literatur

Udo Dahmen: Body Percussion - eine kurze Anleitung für den Unterricht Internetseite: http://www.schulmusik-online.de/landeskongress/pdf/121_dahmen.pdf aufgerufen am 11.03.2008. Dort finden sich auch die Quellenangaben der von Dahmen zitierten Literatur.

Gerhard Reiter 2007: Body-Percussion 1. Esslingen bei Stuttgart  

08-04-19_bodypercussion_-_5.jpg

WER 

Zielgruppe

Insbesondere Fachkräfte aus der sozialen Arbeit, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten sowie Lehrer/innen aller Schularten

Referent

Prof. Dr. Ulrich Glöckler:  Promovierter Sozial- und Verhaltenswissenschaftler, Diplompädagoge; Professor an der Ohm-Hochschule Nürnberg, Fakultät Sozialwissenschaften; Tätigkeit in Supervision, Beratung, Betreuungsarbeit in unterschiedlichen Bereichen Sozialer Arbeit, musikalische Angebote in der Offenen Jugendarbeit, Coaching und Training, Leitungstätigkeiten im Fort- und Weiterbildungsbereich

Anbieter und Seminarleitung

Ferdinand Walser, Input e.V. München (s.u.)

08-04-19_bodypercussion_-_6.jpg

WIE

Methoden

Impulsvorträge, Präsentation, Übungen, Erfahrungsaustausch  

Termin

17. Juni 2008

Workshopkosten

95,- € 

Anmeldeschluss

16. Mai 2008 bei www.inputseminare.de  

08-04-19_bodypercussion_-_1.jpg

Kontakt und Anmeldung

INPUT e.V.
Sandstr. 41
80335 München
Tel. +49/89/29160463
Mail: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
Internet: www.inputseminare.de

Autor:

Prof. Dr. Ulrich Glöckler

Fotos:

Wolfgang Fänderl  

Kommentare

Nur angemeldete Besucher können Kommentare verfassen.
Bitte melden Sie sich an oder erstellen Sie sich ein neues Benutzerkonto.

Powered by AkoComment 2.0!

 
Mai 2008
Mo Di Mi Do Fr Sa So
2829301 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30 31 1
 


© 2006 Netzwerk Gemeinsinn e.V. | Web-Design: 01Null GbR Baernreuther & Schmitz