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Jan 29 2008
Graswurzelwirtschaft Drucken E-Mail
Geschrieben von Guido Franke   
Montag, 28. Januar 2008

brunschm_gras_quer_detail_s Wir, einige junge Bürger aus der Gastronomie (Florian Göpfert, Ronny Hartwig, Guido Franke), machen uns schon seit Jahren Gedanken über ein modernes, sozial-ökologisch nachhaltiges Gastronomiekonzept, mit dem den Bürger die Möglichkeit zur Einflussnahme auf die Wirtschaft seiner Region eingeräumt wird.

Was

Da viele hochrangige Wirtschaftsexperten (darunter Jeremy Rifkin, Muhammad Yunus) der Meinung sind, dass sich mit dem „Bioboom" auch das sozialverantwortliche Unternehmertum stark entwickeln wird, sehen wir gerade jetzt die große Chance, uns in diesem Marktsegment zu etablieren.

„Junge Leute überall auf der Welt, insbesondere in reichen Ländern, würden das Konzept des sozialen Unternehmertums sehr anziehend finden, weil es sie dazu herausfordert, durch Einsatz ihrer kreativen Fähigkeiten eine Veränderung zu bewirken. Heutzutage sind viele junge Leute frustriert, weil sie in der bestehenden Welt des Kapitalismus keine positiven, sie ansprechenden Herausforderungen sehen. Junge Menschen träumen davon, sich eine eigene, perfekte Welt zu erschaffen." Prof. Dr. Muhammad Yunus, Träger des Friedensnobelpreises.

Als betriebswirtschaftliche Grundlage dient die äußerst erfolgreiche Kooperative „Mondragon" im spanischen Baskenland. Unser Ziel wäre eine Kooperation/Allianz zur Erschaffung einer sozial-ökologischen Wirtschaftsweise bestehend aus Lieferanten, Erzeugern, Händlern, Anwohnern/Bürgerinitiativen und Medien zu erschaffen, aus welcher win-win Situationen entstehen.

Übrigens, Greenpeace, die Bundesgeschäftstelle von Demeter, Bionade, Byodo Naturkost GmbH, German Watch und die Adelholzener Alpenquellen GmbH halten das Konzept für vielversprechend und innovativ.

Da neben den wirtschaftlichen Aspekten gleichzeitig auch das Allgemeinwohl im Vordergrund unserer wirtschaftlichen Unternehmung steht ist die Zusammenarbeit mit der Stadt München, Nichtregierungsorganisationen, sozial und ökologisch engagierten Unternehmen bzw. Verbänden naheliegend.

Ziel ist es für uns, ein Restaurant in einer Wohngegend zu finden um dort mit einer vielleicht vorhandenen Bürgerinitiative zu kooperieren. Dem Bürger soll die Möglichkeit des direkten Einfluss auf die Unternehmen der Region gegeben werden. Denn unser Restaurant soll eine urbane, kulturelle und moderne Begegnungsstelle (Kommunikationsraum) des jeweiligen Stadtteils werden. Wir wollen ein integrierter Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens werden.

Unser Restaurant soll als Beispiel für eine nachhaltige, sozial- ökologische Wirtschaftsweise gelten, dabei möchten wir auch auf die Hilfe von Nichtregierungsorganisationen und der Stadt München setzen. So würden wir mit Organisationen wie z.B. Greenpeace, Demeter, Bioland, Biokreis usw. zusammenarbeiten. Wir wären eine praktische Umsetzung ihres Gedankengutes und wir schaffen neue sozial- ökologische Wirtschaftsstrukturen.

Einer der wichtigsten Bestandteile unserer Unternehmung wird die partnerschaftlichen Beziehungen zu unseren Lieferanten sein. Biobauern und Biowinzern erhalten die Möglichkeit ihre Erzeugnisse über unser Restaurant zu verkaufen und zu vermarkten. Jedes Lebensmittel/Gericht und sein Erzeuger hat eine Ursprungregion und seine eigene Geschichte. Diese Geschichten werden durch das ausgebildete und geschulte Personal an die Gäste vermittelt (anhand der Speisekarte und persönlicher Verkaufsgespräche). Der Gast weiß woher und von wem die Ware stammt. Dies schafft wiederum ein Netzwerk persönlicher Beziehungen und des Vertrauens.

Wer

Nun, da das Grundkonzept steht und die ersten Verhandlungen mit Unternehmen begonnen haben, suchen wir nach weiteren potenziellen Partnern (Bürgerinitiativen, Unternehmen, Privatpersonen), sozialverantwortungsvollen Investoren und Unterstützern (evtl. mit BWL-Kenntnissen), die unsere Ansichten einer nachhaltigen sozial-ökologischen Wirtschaftsweise teilen.

Wie

Es gibt in Deutschland ausreichend kreative und innovative Menschen, aber die meisten scheitern bereits an der ersten Hürde des Aufbaus eines sozialökologischen Unternehmens, nämlich der Finanzierung. Es ist fast unmöglich, für ein Unternehmen das sich nicht der totalen Profitmaximierung verschrieben hat, einen Kredit bei einer Bank zu bekommen.

Um qualitativ wertvolle Arbeitsplätze und eine sozial/ökologisch nachhaltige Wirtschaftsweise aufbauen zu können, brauchen wir eine Art Sozialinvestment auf der Basis von Aktien. Nennen wir diese z.B. Sozialaktien.

Der Grundgedanke dieser Idee stammt vom Friedensnobelpreisträger und Erfinder der Mikrokredite Prof. Muhammad Yunus, welcher momentan an einem ähnlichen Projekt arbeitet.

Diejenigen, die ein sozial-ökologisches Unternehmen gründen wollen, arbeiten ein Konzept aus, mit dem sie dann bei den potenziellen Investoren vorstellig werden. Wenn dieses Konzept überzeugen sollte, erhalten die zukünftigen Unternehmer einen bestimmten Geldbetrag. Als Gegenleistung erhalten die Investoren Sozialaktien.

Mit diesen Aktien verpflichten sich die zukünftigen sozial-ökologischen Unternehmer, langfristig mit den Investoren zu kooperieren. Weiterhin verpflichten sich die Unternehmer vorher genau festgelegte soziale, ökologische und ethische Grundsätze einzuhalten.

Den zukünftigen sozial-ökologischen Unternehmern wird das Recht eingeräumt, die Aktienanteile zurückzukaufen. So würde den Investoren ihr finanzieller Aufwand zurück erstattet.

Ein Beispiel:

Unser zukünftiges Restaurant sucht Investoren. Deshalb wenden wir uns, mit unserem Konzept, an einen Biobauern, eine Bürgerinitiative und an einen Getränkehersteller(z.B. Adelholzener). Unser Konzept überzeugt. Wir erhalten das benötigte Geld, dafür erhalten der Biobauer, die Bürgerinitiative und der Getränkehersteller Sozialaktien.

In diesen Aktien verpflichten wir uns gegenüber den Investoren, langfristig deren Produkte/Waren, zu beiderseits fairen Preisen, abzunehmen. Weiterhin verpflichten wir uns, Werbung und Aufklärung für die Produkte/Waren und für den Investor selbst zu machen. Gegenüber der Bürgerinitiative würden wir uns verpflichten, Anteile unseres Profits, sozialen und ökologischen Projekten der Region/Stadtteil zu zuführen und genau definierte soziale, ökologische und ethische Richtlinien einzuhalten.

Da jeder Mitarbeiter unseres zukünftigen Restaurants auch gleichzeitig ein Mitunternehmer ist, wird es langfristig das Ziel sein, die Aktienanteile wieder zurückzukaufen. So erhalten der Ökobauer und der Getränkehersteller ihre Investition zurück.

So könnte aus dem Investitionsverhältnis eine Kooperation oder sogar eine Kooperative entstehen, von der alle daran Beteiligten gleichermaßen profitieren (die sozial-ökologischen Unternehmer, die Aktienhalter, der Gast bzw. Kunde, die gesamte Gesellschaft und die Natur). Später wäre sogar ein Handel mit Sozialaktien denkbar. So ließen sich z.B. neue Märkte erschließen und Kapital für Neuinvestitionen auftreiben.

Kontakt

Guido Franke
Franziskanerstr. 16/308
81669 München
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Das vollständige Konzept ist abrufbar im Internetportal www.Weltretter.org unter dem Projekt „Das sozial-ökologische Restaurant".

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