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Im letzen Jahr haben wir zum ersten Mal in Deutschland den prozessorientierten Führungs- und Change Management Kurs in Berlin durchgeführt und von den meisten Teilnehmenden dafür begeistertes Feedback bekommen. Wir freuen uns auf die zweite Version, die in diesem Juni beginnt.
Das Einzigartige des Worldwork-Ansatzes
Unser Kurs basiert auf das von Arnold Mindell entwickelte Worldwork Paradigma.
Wie wir alle wissen, werden Unternehmen/Organisationen von zwei Prinzipien - Hierarchie und Selbstorganisation - organisiert. Das Prinzip der Hierarchie ist das Prinzip der klaren Entscheidungen und der linearen, transparenten Strukturen. Die meisten Beraterangebote beziehen sich auf dieses Prinzip und antworten darauf mit linear strukturierten Handlungskonzepten. Damit laufen sie dann häufig gegen einen Widerstand, in dem sich das zweite Prinzip zeigt: das Prinzip der Selbstorganisation.
Die Fähigkeit zur Selbstorganisation ist ein Kennzeichen aller komplexen Systeme - in der Physik, der Biologie und auch im Sozialen. Selbstorganisierende Tendenzen entziehen sich dem kontrollierenden Zugriff und wirken auf den Beobachter, die Beobachterin häufig chaotisch, sprunghaft und völlig sinnlos. Dieses Prinzip kollidiert grundsätzlich mit all unseren Vorstellungen über die Welt und noch weitaus persönlicher, mit unserer Identität als Führungskraft oder als Mitarbeiterin innerhalb einer Organisation/eines Teams. Dies ist wahrscheinlich der Grund dafür, dass der Tendenz zur Selbstorganisation im methodischen Umgang bisher relativ wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde.
Nichts desto trotz findet Selbstorganisation auch dort statt, wo die strikte Durchsetzung der Hierarchie dies eigentlich nicht erwarten lässt, wie z.B. im Gefängnis oder beim Militär.
Wir beziehen uns mit unserem Ansatz explizit auf die selbstorganisierenden Tendenzen innerhalb von Unternehmen und Organisationen ohne dabei das Prinzip der Hierarchie außer Acht zu lassen. Wir meinen vielmehr, dass auf das Organisationsprinzip der Hierarchie nicht verzichtet werden kann. Gleichzeitig wissen wir, dass sich das hierarchische Prinzip dem Prinzip der Selbstorganisation paradoxerweise unterordnen muss, wenn es als solches bestehen bleiben und den Erfolg der Gesamtorganisation fördern will.
Hier einige der Punkte, die unser Kursangebot in unserer Sicht einzigartig machen:
- Wir unterrichten eine konsistente und globale Theorie, die phänomenologische Kategorien für kollektive Transformationen benutzt, mit denen wir alle kollektiven Prozesse beschreiben, analysieren und moderieren können. Dies erlaubt uns aus- und vorherzusagen, warum welche Führungsinterventionen erfolgreich sein werden oder nicht.
- Wir setzen nicht nur auf lineare Konzepte, die im komplexen, nichtlinearen Organisationsgeschehen wirkungslos verpuffen. Sattdessen unterrichten wir Methoden, mit deren Unterstützung die nicht-linearen chaotisch wirkenden Selbstorganisationskräfte in Betrieben und Unternehmen sicht- und nutzbar gemacht werden können.
- Wir arbeiten in unserer Fortbildung mit den verschiedenen Dimensionen von Identität - der betrieblichen, der nationalen und der ethnischen Identität, um nur einige Beispiele zu nennen. Wir zeigen, wie Diversität im Unternehmen nutzbringend eingesetzt werden kann und gehen dabei über die moralischen Begrenzungen der politischen Korrektheit hinaus. Auf diese Weise tragen die Inhalte unserer Fortbildung wesentlich zur Steigerung der wirtschaftlichen Rentabilität bei und fördern gleichzeitig das globale vernetzende Denken.
Umgang mit Konflikten
In der Perspektive von Worldwork und Prozessarbeit zeigt sich in Konflikten das Potenzial und die Kreativität einer Gruppe, eines Unternehmens und schließlich der Menschheit. Je heterogener/diverser die Zusammensetzung einer Gruppe ist, desto höher ist sowohl die Konfliktwahrscheinlichkeit, als auch das Gruppenpotenzial. Gruppen in denen tendenziell eine Einheitsmeinung herrscht sind qualitativ nicht leistungsfähiger als ein einzelner Mensch. Den Polaritäten von Harmonie/Gemeinsamkeit und Konflikt/Unterschiedlichkeit auf der Ebene der sozialen Organisation entspricht die Polarität von Stagnation/low level und Kreativität/high level auf der Ebene der Lösungsfindungen.
Gleichzeitig bedeutet die Komplexität von Systemen, dass alle Teile durch Beziehungen miteinander vernetzt sind, die sich permanent verändern, wodurch sich schließlich die Teile selbst auch permanent verändern - unabhängig davon, ob sie sich dessen bewusst sind oder nicht.
Wir antworten dieser Wirklichkeit mit dem Konzept der Tiefen Demokratie, das nicht wie die klassische Auffassung von Demokratie auf der Rolle der Mehrheit basiert. Tiefe Demokratie ist ein Prinzip, das einen akzeptierenden Raum zu eröffnen sucht, in dem sich alle Stimmen, die verschiedensten Perspektiven und alle Wirklichkeitskonstruktionen zeigen können. Die Worldwork-Methodologie, die Interventionsmethoden, die diesem Prinzip Ausdruck geben, moderiert die Beziehungen zwischen diesen Positionen und arbeitet die Grundrichtung der Selbstorganisation heraus und damit die Essenz des gesamten Feldes. Dieser Prozess zeigt die Bedeutung von Widerständen, Hindernissen und Konflikten, die integriert und aufgelöst werden. Alle Stakeholders sind in diesem Prozess mit einbezogen, und können sich in der Folge mit der Richtung der Organisation identifizieren, dahinter stehen und diese aktiv mitgestalten.
Die Ausbildung
Anders als der Alltagsverstand vielleicht nahelegt, wird für Teilnehmerinnen und Teilnehmer unserer Fortbildung erfahrbar, dass hinter allen nicht-linearen, d.h. nicht logisch erscheinenden, Prozessen, stabile Strukturen entdeckt und sichtbar gemacht werden können. Dies ist ein radikaler Paradigmenwechsel, der nicht nur intellektuell verstanden, sondern auch in der Praxis erlebt und angewendet werden muss.
Deshalb ist unser Kurs hochgradig interaktiv. Die Gruppe der Teilnehmenden bildet selbst eine ad-hoc Organisation, die ihren eigenen Change-Management-Prozess facilitiert und führt. Die Herausforderung für alle Beteiligten besteht darin, in einem parallelen Modus gleichzeitig sich selbst und andere durch die Turbulenzen sich ereignender Veränderungsprozesse zu führen - und das inmitten einer Gruppe, deren Mitglieder aus unterschiedlichen Unternehmensstrukturen und verschiedenen kulturellen Kontexten kommen.
Diese Erfahrungen initiieren persönliche Entwicklungsprozesse, die für das proaktive Facilitieren von Veränderungsprozessen und Konflikten Voraussetzung sind. Die Teilnehmenden lernen, das lineare Prinzip des logischen Entscheidens und Handelns, sowie das nicht-lineare intuitive Prinzip von Flow and Action in einem mühelosen Fluss zu verbinden.
Sie arbeiten mit Gruppen und mit Situationen, die Sie aus Ihrem Berufsleben kennen. Sie erfahren, wie man andere unterstützt, ihnen Grenzen setzt, sie herausfordert und einbezieht. Sie lernen, sich selbst und andere durch turbulente Zeiten zu coachen und effektiv über Hierarchien und Abteilungsgrenzen hinweg zu kommunizieren, so dass aus Konkurrenten Partner und aus Opponenten Verbündete werden können. Auf diesem Weg entwickeln Sie außerdem Ihre Eldership-Qualitäten. Mit Eldership ist die besondere Fähigkeit gemeint, andere Führungspersönlichkeiten leitend in ihrem Wachstum zu unterstützen, und zu inspirieren in dem Sie selbst als Rollenmodell agieren.
Wenn Sie detailliertere Informationen haben möchten, dann schauen Sie doch in unserer Kursbroschüre http://www.maxfxx.net/berlin/Broschuere.pdf bzw. unsere Webseite http://www.maxfxx.net/berlin/ nach, oder wenden Sie sich an Ruth Weyermann -
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- , die Ihnen gerne weitere Auskunft gibt. Außerdem beantworte ich natürlich gerne Ihre Fragen zu Kursinhalt und Curriculum.
Autor
Dr. Max Schupbach, Ph.D. ist zusammen mit Amy und Arny Mindell ein Gründungsmitglied des Process Work Centers in Portland und Autor der dortigen Trainingsprogramme. Er hat sich auf die Anwendung von Weltarbeit in Geschäftsbereichen spezialisiert und weltweit viele Organisationen und Gruppen beraten und moderiert, unter anderem kirchliche Führungsgremien, Gruppen im Gesundheitswesen, NGO's, politische Parteien, Regierungsfraktionen, australische Aboriginal - und amerikanische indigene Gemeinschaften sowie verschiedene Vereinigungen, die üblicherweise als Randgruppen betrachtet werden. Er coacht Personen in Führungspositionen sowie Führungsteams, moderiert offene Stadtforen zu Themen des urbanen Zusammenlebens, wie beispielsweise Rassen-, Geschlechts- und Altersdiskriminierung, sexuelle Ausrichtung und Umweltthemen, etc. Max Schupbach ist in den Schweizer Bergen geboren und lebt heute in Oregon USA, von wo aus er weltweit lehrt und arbeitet.
Dr. Max Schupbach ist mit Dr. Arnold Mindell Begründer der Prozeßorientierten Psychologie und Gründer der Lava Rock Clinic in Oregon, an der Prozeßarbeit, allopathische und naturheilkundliche Medizin sowie die heilenden Kräfte des Gemeinschaftserlebnisses integriert werden. Er arbeitet mit einem Team australischer Ureinwohner an der Schaffung eines "Aboriginal Healing Centers", wo Traumkörperarbeit und Worldwork in die überlieferten Werte dieser Gemeinschaft eingebettet werden.
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