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Wann engagieren Sie sich freiwillig? Wie entsteht Beteiligung übers Reden hinaus? Was brauchen Sie und andere dazu?
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Innere Motivation als Basis
Wenn ICH etwas selbst möchte, will und kann, wirkt sich das positiver auf Handlungsmotivation, Selbstbewusstsein und Verantwortungsübernahme aus, als wenn mir andere sagen, was ich darf, soll oder muss. Engagement, Beteiligung und Gemeinsinn werden wirksamer, je stärker sie von innen getragen und je weniger sie von außen gesteuert werden.
Innere Motivation von Individuum und Gruppe
Was für das Individuum gilt, gilt auch für offene Netzwerke und Gruppen (WIR), nur dass hierzu ein intensiver Austausch-, Vernetzungs- und Qualifizierungsprozess über einen längeren Zeitraum nötig ist.
Kleingruppe bei Expertentagung in Gauting 23.04.2001
Motivationsformel zur Reflexion
Diese einfache Grundlage intrinsischer Motivation lässt sich in einer entsprechenden Formel darstellen und auch bei der Umsetzung von Gemeinsinn-Projekten reflektieren:
„Freiwilliges Engagement ist dort sinnvoll, wo Mehrere etwas wollen, möchten und können, was sie alleine nicht könnten!“ (Fänderl 2005)
Integration Dritter
Beteiligung hat mit der Einbeziehung anderer zu tun. Wenn ICH und DU sich verabreden, entsteht bereits eine einfache Beziehung, zu der in einigen Fällen ER, SIE, ES hinzugebeten werden (WIR). Die Form der Einladung und Integration Dritter unterscheidet die Gemeinsinn-Werkstatt von vielen anderen Projektverfahren: sie ist rein freiwilliger Natur!
Während viele Projekte nur auf die finanzierbaren Ergebnisse achten und die Art der Integration relativ technisch abhandeln (zweckorientiert) sorgt die Gemeinsinn-Werkstatt für eine gute Identifikation aller Beteiligten mit dem Thema und dem Prozess.
Sinnorientierte Integration bedeutet die schrittweise, wertschätzende und partnerschaftliche Einbindung Dritter, bei der ein breiter tragfähiger Konsens gefunden und eigenständige, individuelle Lösungswege erarbeitet werden. Die unterschiedlichen Aktivitäten fördern und ergänzen sich gegenseitig und selbst die Finanzierung wird dadurch zweitrangig. Erste Priorität hat die Integration von interessierten Menschen und Institutionen, die dann Ressourcen auf unterschiedlichen Ebenen einbringen können.
Internationale generationsübergreifende Beteiligung bei der GW "Partnerschaft statt Partizipation" in Berlin 09.06.2002
„Die Haltung des Gemeinsinns wurzelt in der Sozialität des Individuums. Die Erfahrung, nicht als autonomes Einzelwesen zu existieren, sondern sich im Raum von Gemeinschaften zu entwickeln und zu entfalten, ist für jeden Menschen elementar und existenziell“. (Bertelsmann-Stiftung 2002)
Gemeinsinn-Definition
Gemeinsinn bezieht sich auf das Zusammenwirken von Individuum und Gemeinschaft und kann sich nur dann entfalten, wenn eine Balance zwischen Visionen, Bedürfnissen und Fähigkeiten von Mitwirkenden und Betroffenen entsteht. Dabei sind drei Ebenen der Gemeinschaftsorientierung im Blick zu behalten:
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soziales Bewusstsein,
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soziale Fähigkeiten und
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soziales Engagement.
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Gemeinsinn-Definition |
„Gemeinsinn steht für die Gemeinschaftsorientierung des Individuums. Er setzt die gruppenübergreifende Wertschätzung Einzelner voraus und äußert sich in nachhaltiger Selbst- und Mitverantwortung.“
(Gemeinsinn-Flyer 2003)
Gewinnbringend für alle
„Gemeinsinn“ (auf soziale Belange achten) und „Eigensinn“ (auf eigene Belange achten) sind kein Gegensatzpaar, sondern ein sich ergänzendes Phänomen. Wenn die Beteiligten ihre individuellen Stärken und Ressourcen zum Nutzen aller einsetzen, profitieren nicht nur sie selbst, sondern auch die anderen aktiv Beteiligten sowie das gesellschaftliche Umfeld. Die Gemeinschaft ist dann mehr als die Summe ihrer Teile und die Forschung bringt diesen potenzierten Mehrwert auf eine einfache Formel (Win-Win-Win- oder Triple-Win-Effekt):
„Damit Sie wissen was WIR tun…!“ Aktivierungsforum mit jungen Multiplikatoren zum Jahr der Freiwilligen 29.10.01 Dinkelscherben
"Je vielfältiger die Kompetenzen und Ressourcen in einer Gruppe, desto praktikabler, tragfähiger und nachhaltiger sind die von ihnen entwickelten Lösungen (Teamgedanke)." (Fänderl 2005)
Orientierung der Gemeinsinn-Werkstatt
Mitwirkende von Gemeinsinn-Prozessen orientieren sich deshalb an dem dynamischen Motto
"Voneinander lernen, miteinander gestalten und sich füreinander einsetzen!" (Gemeinsinn-Werkstatt-Konzept 2001)
und an drei Leitsätzen, die sich aus dem Gemeinsinn-Konzept ableiten lassen:
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„Ich allein kann schon viel,
zusammen können wir mehr!“
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„Ich möchte ich selbst sein,
um für andere sinnvoll aktiv zu sein!“
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„Weil ich an mich denke,
will ich, dass es anderen gut geht!“
(Gemeinsinn-Konzept 2003)
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