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Was tun, wenn Sie 1.000.000.000.000 Dollar erben, um der Menschheit eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen? Mit dieser Frage setzt sich der Protagonist des gleichnamigen Romans von Andreas Eschenbach 881 Seiten lang auseinander... und kommt nicht nur zu einer Lösung.
WAS?
„Demokratie ist die schlechteste Regierungsform - mit Ausnahme aller anderen, die wir bis jetzt ausprobiert haben."
Der Einstieg mit dem Zitat von Winston Churchill nimmt schon ein wenig das Ende vorweg. Ob ein von der Weltbevölkerung nominierter und gewählter Sprecher im Rahmen eines international anerkannten Finanzministeriums das notwendige Korrektiv für international wirkende Konzerne sein kann bleibt bis zum Schluss offen.
Die Zwischenschritte des Billionen-Erben, seine eigene Entwicklung vom Pizzaboten zum mächtigsten Mann der Welt und der damit verbundenen Verantwortung sind nicht nur spannend sondern vor allem informativ. John Fontanelli wird erst mal schonend beigebracht, wieviel Geld er erbt und welche Aufgabe damit verbunden ist. Er erlebt, wie man sich als Reicher fühlt, wie man repräsentativ lebt und lernt, was mit Geld alles möglich ist. Er erfährt aber auch die Schattenseiten des Geldes, die Paparazzi, die Angst vor Entführung, die Unsicherheit, wegen sich selbst oder nur des Geldes wegen geliebt zu werden. Die zwischenmenschlichen Begegnungen mit Verwandten, Freunden, Mitarbeitern, Kunden, Liebenden und sich selbst bringen unerwartete Wendungen.
Autor Andreas Eschenbach verarbeitet in die packend geschriebene Rahmenhandlung eine Vielzahl betriebs- und volkswirtschaftlicher, sozialpsychologischer und kybernetischer Hintergrundinformationen. In Anmerkungen zum Ende des Buches werden die Mentoren und Bücher genannt, die die unterschiedlichen Aspekte der Zukunftsbewältigung inspiriert haben: die Darstellung der Weltwirtschaft des Geldsystems und der Konzernverflechtungen, die historische Münzkunde, die strategische Bedeutung von Rohstoffen. Zugleich werden auch die Problematik von Überbevölkerung, von Eliteideologien aber auch von philippinischen Fischern und mexikanischen Müllsammlern dargestellt.
Die Montagsdemonstrationen der DDR, welche in Leibzig ihren Anfang nahmen und zur friedlichen Wende führten, werden dann zur weltweiten Lösungsstrategie des Protagonisten adaptiert, zur We-The-People-Organization. Die weltweite Wahl eines internationalen Repräsentanten mit finanztechnischen Steuermechanismen steht zur Diskussion und es wird der Phantasie des Lesers überlassen, ob dieses Mittel wirken wird.
Die Zahl mit den unvorstellbar vielen Nullen ist tatsächlich eine große Zahl. Das unterstreichen unter anderem die kurzen Hinweise zu Seitenzahlen, die ab 1 Milliarde beginnen. Die globalen ökonomischen Zahlen bringen die Realität ins Bewusstsein, vom Bruttosozialprodukt von Nordkorea 21.000.000.000,- $ bis zu den globalen Militärausgaben 1995 von 789.000.000.000,- $.
Alles in Allem ein absolut lesenswertes Buch. Komplexe Zusammenhänge werden beispielhaft dargestellt und anschaulich beschrieben. Die Erklärungsansätze beinhalten viele verschiedene Perspektiven und gehen damit emotionalisierend und gleichzeitig distanzierend um. Verschwörungstheorien werden in ihre Schranken verwiesen und die Verantwortung für die Zukunft den Menschen zurückgegeben. Bedeutsam wird es sein, sich nicht teilen und beherrschen zu lassen.
WER?
Andreas Eschenbach, 1959 in Ulm geboren, studierte Luft- und Raumfahrttechnik und arbeitete zunächst als Softwareentwickler. Als Stipendiat der Arno-Schmidt-Stiftung ‚für schriftstellerisch hoch begabten Nachwuchs‘ schrieb er seinen ersten Roman DIE HAARTEPPICHKNÜPFER. Bekannt wurde er durch den Thriller DAS JESUS VIDEO. Mit EINE BILLION DOLLAR (2001), DER LETZTE SEINER ART (2003) und DER NOBELPREIS (2005) stieg er endgültig in die Riege der deutschen Top-Autoren auf. Andreas Eschenbach lebt heute als freier Schriftsteller in der Bretagne" (Klappentext zum neuesten Thriller: AUSGEBRANNT 2007)
WIE?
Bezugsquelle:
EINE BILLION DOLLAR
Andreas Eschenbach
Bastei Lübbe Verlag 2001
ISBN 3-404-15040-6
(als Taschenbuch 9,90 €)
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klingt interessant... Geschrieben von maxschimmel am 2007-03-14 15:33:06 ...das buch, werde es mir mal zu gemüte führen und mit dem blick auf den eigenen kontostand feststellen, dass ich von den problemen des protagonisten meilenweit entfernt bin. m
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