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Mär 02 2007
Fundraising - gutes Geld für gute Taten mit besseren Konzepten Drucken E-Mail
Geschrieben von Frieder Kraus, Hinnerk Brockmann & Hubert Schiefer   
Freitag, 2. März 2007

Euro.jpgGemeinsinnige Projekte und Aktivitäten brauchen Spenden und Fördergelder. Wie ist dabei vorzugehen und auf was ist zu achten? Beim letzten Münchner Netzwerk-Gemeinsinn Regionaltreffen hatten wir bereits eigene Förderprojekte vorgestellt und Fundraising-Erfahrungen ausgetauscht. Am 26.03.07 wurde anhand von mitgebrachten Fallbeispielen und konkreten Formularen an Zuschussgeber strategische Tipps zur Herangehensweise erarbeitet. Die Ergebnisse sind in den Text eingearbeitet.

WAS?

Warum fällt es so schwer, sein wertvolles freiwilliges Engagement mit gutem Gewissen und noch besseren Argumenten an bereitwillige Förderer zu "verkaufen". Wer sich für die Gesellschaft mit viel Zeit einsetzt, kommt häufig auch noch für die entstehenden Unkosten auf. Muss das sein?

Im zweiten Teil unseres Fundraising-Workshops das konkrete Vorgehen beleuchtet, mit dem Fundraising erfolgreich praktiziert werden kann. Wer seine Initiative oder sein Projekt vorstellen möchte, wird mehrere Zwischenschritte machen müssen, bevor er Sponsoren und Förderer für seine Ideen begeistern kann.

Anhand von mitgebrachten Fallbeispielen der 14 Beteiligten wurde es an diesem Abend sehr konkret:

  • Was sind die förderwürdigen Aspekte meines Projekts / meiner Initiative?
  • Wie schaffe ich mir Legitimation für Förderungen?
  • Können mehrere Förderungen gleichzeitig beantragt werden?
  • Wie sehen Finanzierungspläne und Förderanträge aus?
  • Was muss für die Abwicklung von Sponsering bereitstehen (z.B. Leistungskatalog)?
  • Welche Form des Sponserings oder der Förderung durch einen Zuschuss ist für das Projekt passend?

Die Referenten haben sowohl hilfreiche Hinweise gegeben, als auch einen kleinen Einblick in das Fundraising-Geschäft gewährt. Häufig kann Geld erst durch vertrauensvolle persönliche Kontakte oder vertrauenswürdige große Versprechen den Besitzer wechseln. (Bericht im Anhang)

WER?

Zielgruppe:

Beteiligte an diesem Abend waren 14 Personen aus den unterschiedlichsten Projektbereichen in München: Umweltprojekte, Kunstberatung, Gesundheitsberatung, Marketing, Selbsthilfe, ...

Moderation:

Hubert Schiefer, Vorstand Netzwerk Gemeinsinn e.V., Sozialpädagoge und zuständig für die Fördergelder im Referat für Gesundheit und Umwelt München.

Referenten:

hinnerk_brockmann.jpgHinnerk Brockmann, Jurist und Ökonom, Projektentwicklung und Projektorganisation; Fundraising. Bisherige Tätigkeitsfelder vorwiegend im gemeinnützigen Bereich von Kulturzentren, künstlerischen Projekten, EU- Austausch-Maßnahmen und ökologisch orientierten Entwicklungsprojekten. Kontakt: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

 

 

bild_frieder_klein_21002_01.jpgFrieder Kraus, Diplom-Kaufmann, arbeitet in Feldafing bei München. Die Schwerpunkte des selbständigen Marketing-Allrounders: On- und Offline-Marketing in den Bereichen 50plus und Healthcare, Event-Marketing, Außendienst-Unterstützung, Handelsmarketing / B2B-Marketing, Verkaufsförderung / POS-Marketing. Kontakt: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können / http://www.intra-msc.de/  

 

Gastgeber: Das Regionaltreffen veranstaltete der Netzwerk Gemeinsinn e.V. in Kooperation mit dem Ökologischen Bildungszentrum München. Als Gastgeber stellten sie Räume und Basis-Catering zur Verfügung.

WIE?

Ablauf:

  • 19.00 Uhr: Vorstellungsrunde und Klärung der Anliegen der Beteiligten
  • Kurzer Rückblick und Impulsreferat, um an das Treffen vom 26.02.2007 anknüpfen zu können (Frieder Kraus)
  • Vorstellung des Ablaufs und weiter Gestaltung (Hinnerk Brockmann)
  • Arbeit in 3 Kleingruppen an 2 unterschiedlichen Vertrags- bzw. Antragsmodellen
  • Auswertung
  • Gegen 22.00 Uhr: Feedback und Abschluss

Das Regionaltreffen am 26.03.2007, dem letzten Montag im Monat (LeMoMo) wurde gegen 18.30 Uhr informell mit einem Mitbringbuffet eröffnet. An dieser Stelle sei von Herzen allen ein Dank ausgesprochen, die sich in der Küche im ÖBZ und an der Vorbereitung von „leckeren Gaben" beteiligt haben.  

07-03-26_fundraising_lemomo

Abschlussbericht (Hubert Schiefer 04.04.07):

Das zentrale Moment dieses Abends war die Arbeit in Kleingruppen, die sich aufgrund ähnlicher Projektvorhaben und/oder Themen gebildet haben. Ziel war es, anhand eines Sponsoringvertrages und eines Zuschussantrages, für das eigene Projekt Strategien zu erarbeiten. Die Kleingruppen wurden durch die Referenten und die Moderation unterstützt: Frieder Kraus (Marketing), Hinnerk Brockmann (Fundraising) und Hubert Schiefer (Zuschüsse).

Die konkrete Arbeit an den beiden Dokumenten machte deutlich, dass die Schwerpunkte und Interessen von Sponsoren und Zuschussgebern sehr unterschiedlich sind. Steht beim Sponsor u.U. die Werbung im Vordergrund, sind es beim Zuschussgeber das öffentliche Interesse. Entsprechend müssen die Anträge für Förderprogramm möglichst genau den jeweiligen Förderrichtlinien entsprechen. Das Gemeinsame an beiden Fundraising-Bereichen: nicht alle Projektideen passen zu den Förderern oder Sponsoren. Eine gute Kenntnis der Förderintention ist daher ein wichtiger Schritt, um einen erfolgreichen Antrag zu stellen.

Fundraising bedeutet, viel Vorarbeit zu leisten, Personen direkt und persönlich anzusprechen, Interessierte auch frühzeitig einzubinden, um Beteiligung zu ermöglichen und sich auch der eigenen Tabus (ob, wie viel oder mit wem ich werben will / kann / darf) bewusst zu werden.

Das eigene Anliegen ist in der Kommunikation mit möglichen Sponsoren „kurz und knapp sowie nach vorne orientiert" zu formulieren.

In der Gruppenarbeit wurde den Beteiligten der Erfahrungs- und Diskussionsraum gegeben, was von einem Projekt erwartet wird: "Was möchte das Geld eines Sponsors oder Zuschussgebers erreichen?"

07-03-26_fundraising_lemomo_2

Wir haben zwar nicht die vielseitige Diskussion der 3 Kleingruppen dokumentiert, können hier aber wesentliche Feedbacks aus der Abschlussrunde des Abends weitergeben:

  • Es war hilfreich, sich Gedanken zu machen, wie man das Projekt auf breitere Füße stellen kann
  • Wichtig war, die Bedeutung und Einzigartigkeit des Projektes darzustellen
  • Es wurde bewusst, dass man sich klar sein muss, was man von einem Sponsor will
  • Ich werde jetzt Unterstützerkreise aufbauen und Sponsorenkontakte pflegen
  • Durch den Austausch mit den Beteiligten wurden neue Kontakte geknüpft und sind Impulse für die Arbeit entstanden
  • Für mich bleibt die Frage: "Wie kann ich zu Geld kommen, ohne meine Unabhängigkeit zu verlieren?"
  • Man muss selbst überzeugt sein vom eigenen gemeinnützigen Beitrag

Ein Tipp von Hinnerk Brockmann zum Schluss: Am Anfang einen Partner suchen, der einfach ist. Übung erlangen an Anträgen und Sponsorenkontakten, die man bewältigen kann. Es ist wie beim Bau einer Mauer mit Natursteinen: Am Anfang scheinen keine Steine zu passen und man sucht sich nur die geraden aus. Mit der Zeit passen immer mehr bzw. alle Steine.

Literatur- und Webhinweise

Leitfaden Integrierte Kommunikation. Wie Web 2.0 das Marketing revolutioniert von Torsten Schwarz und Gabriele Braun (Gebundene Ausgabe - Dez. 2006), EUR 24,90

Leitfaden eMail-Marketing und Newsletter-Gestaltung von Torsten Schwarz (Gebundene Ausgabe - Dez. 2005), EUR 20,00

Leitfaden Permission Marketing. Werbung die ankommt von Torsten Schwarz (Gebundene Ausgabe - September 2005), EUR 24,90

Geld verdienen im Internet durch kostenlose Partnerprogramme. Homepage statt Aktien von Claus Lehmann (Broschiert - Juni 2002), EUR 9,70

Affiliate-Marketing für B2C-Online-Shops. Grundlagen, Methoden und Ausprägungen in der Praxis von Manuel Kester (Gebundene Ausgabe - Juni 2006), EUR 49,90

Website Boosting. Suchmaschinen-Optimierung, Usability, Webseiten-Marketing von Mario Fischer (Broschiert - Mai 2006), EUR 29,95

Beispiele für Online-Werbemittel z. B. bei:

http://www.expedia.de/daily/mediadaten/
default.aspx?lnkcid=hom_footer_11&lnkloc=hom

Affiliate-Programme z. B. bei:

http://www.zanox.de/, http://www.tradedoubler.de/, http://www.cj.com/, http://www.affili.net/

Empfehlenswerte Webseiten und Newsletter mit Hinweisen auf Förderprogramme:

http://www.netzwerk-gemeinsinn.net/

http://www.wegweiser-buergergesellschaft.de/

http://www.aktive-buergerschaft.de/

http://www.maecenata.org/

http://www.ehrenamt.de/

http://www.stiftungen.org/

Fotografien

Jutta Zarbock-Brehm, Ökologisches Bildungszentrum

Weitere Informationen

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089/233-47565

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