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Zum letzten Netzwerk-Gemeinsinn Regionaltreffen des Jahres am 27.11.2006, wurde im Ökologischen Bildungszentrum München eine neu entwickelte Vernetzungsmethode vorgestellt und im Kollegenkreis ausprobieren: Network-Dating. Das Prinzip der "Tanzkarte" wurde mit "Open Space Elementen" kombiniert und etliche Anliegen und Angebote trafen aufeinander.
WAS?
In der beruflichen Arbeit ist es manchmal wie bei privaten Beziehungen. Es braucht Rituale und Gelegenheiten sich kennen zu lernen und den passenden Partner, die passende Partnerin zu finden. "Matching" - das Zusammenführen von Streichholz und Reibefläche das zum Funken und zum Feuer führt - heißt das im Neudeutschen. Und um bei eingebürgerten Anglizismen zu bleiben haben wir für die neue Form des Zusammenführens von Anbietern und Interessierten den Begriff des "Datings" (unverbindliches Treffen) genutzt. Kein 'Blind Date', sondern ein Netzwerk-Treffen, bei dem mit offenen Augen und klaren Aussagen nach Partnern im beruflichen und freiwillig engagierten Kontext gesucht werden kann.
Ein zweites Bild was wir bemühen ist der "Tanz". Etwas altmodisch, aber für diesen Zweck abgewandelt die sogenannte "Tanzkarte", welche festlegt, welchen Partnern ich noch einen Tanz (= ein Gespräch) angeboten habe. Dass es dann abseits der Konventionen im Standardtanz auch mal ein Sirtaki mit mehreren Teilnehmern sein kann, liegt im Spektrum des Möglichen. Der Tanzbegriff zeigt auch, dass es jemanden gibt, der führt und andere, die sich führen lassen. Der suchende Tanzpartner gibt also die Schritte vor, nach denen der Tanz ablaufen soll.
Gesucht - gefunden! Das ist der Traum einer jeden Partnervermittlung. Der Abend zeigte, dass es möglich ist, wenn auch die weitere Entwicklung der ersten Kontakte im Ermessen der Partner liegt. Der Abend jedenfalls gab Anlass sich darzustellen und zusammenzufinden.
Da suchte jemand Partner für einen Großgruppenworkshop, ein anderer Referenten für eine internationale Tagung, ein dritter Initiatoren für ein Arbeitsvermittlungsprojekt. Es wurden eine energetische Form der Raumgestaltung diskuttiert, ein Patenschaftsprojekt in einer Hauptschule beraten und der Wunsch nach der Gestaltung neuer Wohnformen laut. Der Ressourcenaustausch nahm seinen Gang.
Die einstimmenden Regeln zu Beginn halfen dabei, zu mehreren Themen zusammenzufinden. Die meisten Suchenden waren auch aufgeschlossen Interessierte!
WER?
Zielgruppe: Zur Ernte des Jahres, mit den zahlreichen Schwerpunktthemen und beteiligten Interessierten fanden sich 12 Kolleginnen und Kollegen ein. Sie kamen aus Beratung und Forschung, Politik, Sozialbereich und Wirtschaft... und nutzten die Gelegenheit des kollegialen interdisziplinären Austauschs.
Moderation: Wolfgang Fänderl, Vernetzungsberater, Großgruppenmoderator, Methodenentwickler und Lehrbeauftragter der Universität München.
Gastgeber: Das Regionaltreffen veranstaltete der Netzwerk Gemeinsinn e.V. in Kooperation mit dem Ökologischen Bildungszentrum München. Als Gastgeber stellten sie Räume und Basis-Catering zur Verfügung. Hubert Schiefer lud als 1. Vorsitzender des Vereins zum Jahresabschluss ein und die Dokumentation der Ergebnisse für die Webseite unterstützte Wolfgang Fänderl.
WIE?
Ablauf: Das Regionaltreffen am letzten Montag im Monat (LeMoMo) wurde wie gewohnt gegen 18.30 Uhr bei einem Mitbringbuffet eröffnet, Namenskärtchen wurden verteilt und um 19.00 Uhr ging es im Sitzkreis los. Nach einem Zweiergespräch wurden auf längs halbierte A-4-Blätter (Tanzkarte) zum eigenen Namen das Angebot bzw. die Suchanfrage geschrieben, welche Partnerinnen oder Partner zur entsprechenden Aktion benötigt werden.
Die Vorstellungsrunde im Anschluss führte zu einer zeitlichen Einteilung gefolgt von ein paar Erläuterungen durch die Moderation. Von Vernetzung, Tanzschritten und Tanzformen war die Rede und dann spielte auch schon die Musik. Interessierte trugen sich in die Tanzkarten ein.
In drei Zeiteinheiten gab es mit jeweils 30 Minuten die Möglichkeit den eigenen Rhythmus im Paar- oder Gruppentanz zu finden und weitere Dates zu vereinbaren. Erste Ergebnisse wurden auf einer zweiten Karte festgehalten und in der Sammelrunde um 21.00 Uhr eingebracht.
Immer wieder bestand die Möglichkeit, sich als Interessent zu melden und einzutragen. Die Kontaktliste wurde mit den eingescannten Ergebnissen noch am selben Abend per Mail verschickt.
Hier ein paar Bildimpressionen vom Abend:
Feedback der Beteiligten:
"Klasse "Mini-Open-Space" (vgl. Artikel "Kurzworkshops im Sinne des Open Space")", "ein tolles Format um Freiraum zu schaffen und sich schrittweise zu nähern"
"viel gelernt", "Erwartungen übertroffen", "spannende Themen", "tolle Anregungen der Tanzpartnerin"...
"es sind interessante Beziehungen entstanden" bzw. "wir haben uns nach langer Zeit wieder getroffen"
"Der Tanz ist ein wunderbares Bild für das Geben und Nehmen, Individualismus und Gemeinsinn in Balance"
aber: "die Schwellenangst nehmen... es wird ja nicht wirklich getanzt"
"Vom 'Tanzmeister' wird mehr Strenge in der Reglementierung und im Setzen der Übergänge verlangt"
"die Musik beim nächsten Mal in den Pausen lauter und während der Tanzrunden leiser machen".
"Lust, mal das "Speed Dating" aus der Partnervermittlung auf den Vernetzungskontext zu übertragen" (kurze Zweiergespräche Mann-Frau mit 5-Minuten-Wechseln im Kreis, so dass jeder jeden kennenlernt und anschließend der Partnervermittlung geheim einen Wunschpartner / eine Wunschpartnerin angeben kann. So wird dann Passendes zusammengeführt und werden unrealisitische Erwartungen frühzeitig gebremst)
Weitere Informationen
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089/ 2180-1333
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