|
Beim
Regionaltreffen LeMoMo am 25. September 2006 in München konnten sich
die Beteiligten mit einem neuen Verständnis von Arbeit auseinander
setzen. Eigene Überlegungen zu Beginn des Treffens, der Vortrag des
inspirierenden Ansatzes von Frithjof Bergmann und die handfeste
Projektidee zu einem Münchner Zentrum von Karin Ortner-Willnecker
und Ditz Schroer, luden zum Nachdenken und Diskutieren ein. Hier ein
kurzer Bericht.
WAS?
Der Arbeitsbegriff steckt voller facettenreicher Assoziationen. Von der
Sklavenarbeit über die Arbeit als Identitätsfaktor bis hin zur
freiwilligen Arbeit gibt es die verschiedensten Bedeutungen. Was
bedeutet uns unserer Arbeit? Welche Bedeutung geben wir ihr? Welche
verschiedenen Formen von Arbeit leben wir bereits ...?
Beim Regionaltreffen standen zunächst die persönlichen Definitionen von
Arbeit im Mittelpunkt. Wie Arbeiten wir bzw. wie haben wir bisher in
unserem Leben gearbeitet? Welche Faktoren haben unser Leben
bereichert? Was gehört zu erfüllender Arbeit.
Anschließend
wurde durch Karin Ortner-Willnecker und Ditz Schroer der Ansatz Prof.
Dr. Frithjof Bergmanns dargestellt. Geboren am 24. Dezember 1930 in
Sachsen studierte Frithjof Bergmann Philosophie und wurde zum Begründer
der internationalen New-Work-Bewegung. Seit 1978 ist er Inhaber
eines Lehrstuhls für Philosophie, später auch für Anthropologie an der
University of Michigan in Ann Arbor. Außerdem ist er Gastdozent an der
Universität Kassel. Weitere Informationen im Wiki.
Frithjof Bergmann hat ein Konzept entwickelt, wie wir mit dem
weltweiten Rückgang der Industriearbeit umgehen können. Sein Ansatz:
Ein
Drittel Erwerbsarbeit, ein Drittel Arbeit die wir wirklich wollen und
ein Drittel Community Arbeit unter Nutzung neuester Technologien. Oder
anders formuliert: Erwerbsarbeit, um Dinge kaufen zu können,
die wir nicht selbst herstellen können, Selbstversorgung bzw.
Selbstproduktion, die insbesondere die Zuhilfenahme modernster
Technologien („Personal Fabricator") einbezieht und als dritten Bereich
das Tätigsein, ein Bereich in dem ich das tue, was ich, mit Bergmann
gesprochen, „wirklich wirklich will".
Die Vision „Neuer Arbeit" erfordert einen Umbau der bestehenden
Arbeitsgesellschaft, die nach wie vor an der Prämisse
„Vollbeschäftigung" festhält. Selbstproduktion, Comunityarbeit oder
„wirklich wirklich wollen" haben noch wenig Raum in der
Arbeitsgesellschaft.
Mit der Darstellung der Projektidee eines Zentrums für „Neue Arbeit -
Neue Kultur" hat Karin Ortner-Willnecker aufgezeigt, dass es auch
in München Ansätze „Neuer Arbeit" gibt. Details zum Projekt sind auf
diesem Webportal beschrieben.
Für weitere Informationen zum Zentrum "Neue Arbeit
- Neue Kultur" steht Fr. Karin Ortner-Willneker gerne zur Verfügung:
Telefonnummer 08106/305961 oder unter der Email-Adresse
\n
Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
WER?
Beteiligte: Nach der Sommerpause konnten wir 11 Kolleginnen
und Kollegen aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern von Beratung,
Sozialer Arbeit, Wirtschaft und Forschung begrüßen. Die Gruppe bildete
ein weites Spektrum von unterschiedlich gelebter und erlebter
Arbeitswelt: Voll- und Teilzeitbeschäftigte, Angestellte, Freiberufler,
Arbeitssuchende ...
Referentin: Karin Ortner-Willnecker ist Therapeutin aus
Vaterstetten und seit Jahren in einem Arbeitskreis zu diesem Ansatz von
Frithjof Bergmann tätig.
Gastgeber: Das Regionaltreffen veranstaltet der Netzwerk
Gemeinsinn e.V. in Kooperation mit dem Ökologischen Bildungszentrum
München. Als Gastgeber stellen sie Räume und Basis-Catering zur
Verfügung. Hubert Schiefer moderierte die Veranstaltung und stellte mit
Unterstützung durch Kollegen die Ergebnisse für die Webseite zusammen.
WIE?
Ablauf: Das diesmalige Regionaltreffen begann gegen 18.30
Uhr bei einem Mitbringbuffet. Um 19.00 Uhr stieg die Gruppe mit einer
themenbezogenen Vorstellungsrunde ins Thema ein. Der Leitgedanke für
den Einstieg war, persönliche Faktoren für ein erfüllendes Arbeitsleben
zu benennen.
Das Brainstroming zeigte, dass sich viele Perspektiven um die Begriffe
„Arbeiten wollen, nicht müssen", „sinnstiftende Arbeite tun",
„gemeinsames Tun" und „Arbeit als Herausforderung und Lernen"
gruppieren. Bereits im Austausch verschiedener persönlicher
„Arbeitswelten" hatte sich eine angeregte Diskussion entwickelt.
Mit dem Impulsreferat von Karin Ortner-Willnecker in dem zentrale
Gedanken Frithjof Bergmanns entfaltet wurden und mit der Darstellung
einer möglichen Umsetzung der Ideen Bergmanns in einem Zentrum für
„Neue Arbeit - Neue Kultur" im Raum München, wurde die Diskussion um
den Aspekt des „wirklich-wirklich-wollen" erweitert.
Weitere Informationen
Hubert Schiefer: 089/ 2180-1333 oder
Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
Nur angemeldete Besucher können Kommentare verfassen. Bitte melden Sie sich an oder erstellen Sie sich ein neues Benutzerkonto. Powered by AkoComment 2.0! |