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Die Zeit nach Tschernobyl war geprägt vom Wort GAU (größter anzunehmender Unfall). Es gibt aber neben Unfällen und Naturkatastrophen noch andere Worst-Case-Szenarios (Völkerwanderung, Wirtschaftszusammenbruch, [Bürger-]Krieg, Verlust demokratischer Grundlagen…) und am 29.05.2006 entschieden wir uns für ein recht naheliegendes Thema: "Jugend ohne Zukunft" mit Bezug zu unseren eigenen Ängsten und Lösungserfahrungen (Bericht und Ergebnisse!)
WAS?Gemeinsinn-Werkstatt und der zugrunde liegende Ansatz des Appreciative Inquiry (Wertschätzende Erkundung) fördert Maßnahmen die eine erstrebenswerte Zukunft als Ausgangspunkt haben. Ausgehend von der Selffulfilling Prophecy (sich selbst erfüllende Prophezeiung) – nach der die Auseinandersetzung mit Visionen diese auch real bewirken kann – fragt sich, warum wir uns mit negativen Szenarios beschäftigen? Gemeinsinn-Werkstätten arbeiten mit einer erstrebenswerten Zukunft im Rahmen von bestehenden Rahmenbedingungen. Verändern sich die Rahmenbedingungen, werden plötzlich neue Themen wichtig, auf die man mehr oder weniger gut vorbereitet sein kann. 
Was wäre wenn… - …uns eine Ölkrise in Atem hält?
- …die Wachstumsspirale der Wirtschaft in sich zusammenfällt?
- …der Terror auch in Deutschland größere Ausmaße annimmt als bisher?
- …die Glaubenskriege von Fanatikern und Fundamentalisten zunehmen?
- …ein atomarer Super-GAU uns und unsere Umwelt ruiniert?
- …das Ökosystem weltweit umkippt und der Kampf um Ressourcen zunimmt?
- …die Armut im eigenen Land bürgerkriegsähnliche Zustände heraufbeschwört?
- …das Volk demokratisch nach einer Führerpersönlichkeit verlangt um es zu erretten?
- …andere Länder aus Armut oder Machtgier auf deutsches / europäisches Territorium eindringen wollen?
- …
WAS WÜRDEN WIR TUN? 
Mit etwas Abstand lassen sich die Fragen leichter besprechen und es kann Vorsorge getroffen werden! Deshalb suchten wir im Wonnemonat Mai nach Antworten, die sowohl aus eigener Erfahrung als auch der Best-Practice anderer Menschen gespeist sein konnte. Es waren aber letztlich unsere eigenen möglichen Antworten! WER?Zielgruppe: Diesmal war die Beteiligung von acht Kolleginnen und Kollegen aus Beratung, Bildung, Psychologie und Forschung recht überschaubar, weswegen auch keine Kleingruppenaufteilung notwendig schien. Gastgeber: Das Regionaltreffen veranstaltete der Netzwerk Gemeinsinn e.V. in Kooperation mit dem Ökologischen Bildungszentrum München. Wolfgang Fänderl von der Akademie Führung & Kompetenz am CAP begleitete die Veranstaltung methodisch und Karin Ortner-Willnecker stellte die Ergebnisse für die Webseite zusammen. 
WIE?Ablauf: Das diesmalige Regionaltreffen hatte keine Referenten, sondern arbeitete mit Metaplan-Karten im Plenum. Eine Folge von Fragestellungen wurde gemeinsam beantwortet. Wir begannen nach dem innoffiziellen Teil am Buffet (alles andere als ein Worst Case!) mit einer Einstiegsrunde. Danach wurden die möglichen Worst Cases (schlimmstens anzunehmender Fälle) zusammengetragen, die wir uns vorstellen konnten. Schon allein die Gedanken an Krisen ließ in uns ein gewisses Unbehagen aufkommen. Eigentlich wollten wir so etwas gar nicht denken und schon gar nicht fühlen. Trotzdem begannen wir zu sammeln und fanden in einer zweiten Phase auch übergeordnete Begriffe: kippende politische Ordnung totales Medienmonopol - Krieg
- Bürger wählen einen Diktator
- Terrorismus (war im Gespräch doch nicht auf Kärtchen)
kippende Gesellschaftsordnung Reich-Arm-Konflikt (Bürgerkrieg) Massenpsychose Amokläufer Pöbel/Rowdys ziehen durch Wohnviertel Jugend ohne Zukunft/ohne Werte überalterte Gesellschaft
kippende Ökonomie Reich – Arm - Verteilungskämpfe um Geld/Arbeit
- Völkerwanderung Süd-Nord
- galoppierende Inflation
- überschuldete Kommune / überschuldeter Staat
- Weltwirtschaftskrise
kippende Ökologie Das Wort „kippend“ fiel uns ein, weil es offensichtlich einen Umschlagpunkt gibt, an dem etwas „Gewohntes“ oder bereits „Bekanntes“ von der Ordung ins Chaos umschlägt und damit unerträglich und zur Katastrophe wird. 
Um einen Worst Case auszuwählen, den wir an diesem Arbeit näher betrachten wollten, wurden Punkte verteilt. Überraschenderweise erhielt das Thema „Jugend ohne Zukunft / ohne Werte“ den höchsten Punktewert, dann kamen der Reich-Arm-Konflikt, die Verteilungskämpfe um Geld, Arbeit ... etc. Das Thema lag unserer Alltagserfahrung wohl am nächsten und so stellten wir uns die Frage, wie sich schon heute diese Jugend ohne Zukunft/ohne Werte zeigt? Ein Überpunkt wurde bei der Reflexion besonders deutlich: Vereinzelung: kein Bezug zum Rest der Welt kein Know-how für Zusammenarbeit Mangel an Fähigkeiten (bzw. „Wissen um die eigenen Fähigkeiten“) Überforderung durch Vielfalt Vernachlässigung von Seiten der Erwachsenen Arbeitslosigkeit schon in der 2. Generation hohes Aggressionspotential als flächendeckendes Problem

Dann gingen wir weg von allgemeinen Aussagen und stellten die Frage, was an dem Szenario uns selbst Angst macht? 
Die Frage nach der eigenen Betroffenheit (die Ich-Formulierung, zu der die Moderation immer wieder zurückführte) erwies sich als besonders wertvoll, um nicht nur über das Thema zu reden, sondern mit der Thematik wirklich in Kontakt zu kommen! Das Herstellen einer Beziehung zu unserem eigenen, ganz persönlichen Empfinden führte uns mehr und mehr weg vom Urteil (von der Beurteilung) hin zu der Frage: Was kann und möchte jeder einzelne von uns tun? Was nehmen wir uns also konkret für den Lebensalltag vor? Wir wollen:  weniger über Jugendliche sprechen, sondern mit ihnen ihnen mehr Wertschätzung entgegenbringen selbst so handeln, wie wir es uns von den anderen wünschen, daß wir behandelt werden uns mehr Klarheit über unser eigenes Auftreten verschaffen mehr Klarheit über die eigenen Motive gewinnen Methoden weitergeben eigenen Projekte entwickeln und vorstellen Fokus auf Erwachsenenarbeit legen und das Bewußtsein der Erwachsenen schärfen, soziale Fähigkeiten weiter zu entwickeln der Jugendarbeit mehr Wertschätzung entgegenbringen
Allgemein zeigte sich als Tendenz, sich mehr um Prävention zu kümmern und sich an Hoffnungen und positiven Bildern zu orientieren (Weiß-Malerei) als an Katastrophenszenarien. Weitere Informationen Wolfgang Fänderl: 089/ 2180-1333 oder
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