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Was verstehen wir eigentlich unter einem aktiven Gemeinwesen? Welche Rahmenbedingungen braucht bürgerschaftliches Engagement? Was kann politische Bildung zu Stärkung zivilgesellschaftlicher Strukturen beitragen? Von 9. bis 12. Mai 2006 fand zu diesen Fragen eine bundesweite Fachtagung im Umweltforum Berlin statt und auch die Gemeinsinn-Werkstatt wurde im Rahmen eines Praxisforums und einer zweitägigen Fortbildung vermittelt. (Mit Detailbericht)
WAS?Tagungsbeschreibung: Die Fachtagung „Demokratiepotentiale im Gemeinwesen“ zeigte eine Vielzahl der Projekte des Aktionsprogramms „Jugend für Toleranz und Demokratie - gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus“... und darüber hinaus. Schwerpunkt der Tagung war die Frage, wie diese Programme nachhaltige Effekte auf kommunaler Ebene erwirken können. Eine aktive Kommune, die Demokratie und Toleranz stärkt, entsteht vor allem durch bürgerschaftliches Engagement. Übergreifendes Ziel der Tagung war es daher, Interessierte und Engagierte aus Initiativen und Verbänden, Jugendarbeit, Kommunalpolitik und Kirche zusammen zu führen und theoretisches Wissen sinnvoll mit praktischen Erfahrungen zu verknüpfen.
Diskutiert wurden der Einfluss und die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen bürgerschaftlichen Engagements beim Aufbau demokratischer Strukturen in lokalen Zusammenhängen. Es gilt, sich den aktuellen Herausforderungen wie sozialen und wirtschaftlichen Problemlagen, demografischem Wandel und einem sich zunehmend bürgernah profilierenden Rechtsextremismus zu stellen. Neben Fach- und Praxisdiskussionen an den ersten beiden Tagen gab es die Möglichkeit, sich am dritten und vierten Tag der Veranstaltung im Rahmen eines umfassenden Weiterbildungsangebots zu praxisrelevanten Themen fortzubilden. Die zweitägigen Weiterbildungen konnten Kompetenzen vermitteln, um engagementfördernde Prozesse im Gemeinwesen zu initiieren und zu unterstützen und demokratische Bildung im lokalen Kontext zu fördern. 
Schwerpunkt Gemeinsinn-Werkstatt: „Toleranz in Frankfurt Oder: TOLL statt ranzig“ war eines von fünf Modellprojekten, in denen das neue Beratungs-, Moderations- und Evaluationsverfahren erfolgreich ausprobiert wurde. Für die beteiligten Institutionen und Interessierten entstand bei der Erstellung des gemeinsamen Projektrahmens und bei der Zusammenarbeit in selbstorganisierten Einzelprojekten echter Mehrwert. In einem vierjährigen Forschungsprojekt von Universität München (C·A·P) und Bertelsmann-Stiftung wurden seit 2000 hierzu Handbuch, Baukasten und Webportal veröffentlicht (www.gemeinsinn-werkstatt.de), das seit 2004 von einem gemeinnützigen bundesweiten Begleitnetzwerk getragen wird. Anhand praktischer Beispiele und theoretischer Hinweise wurden Methodenansatz und Nutzungsmöglichkeiten durch Koordinatoren der Methodenentwicklung veranschaulicht. Ziele waren: Verdeutlichung der Notwendigkeiten und Möglichkeiten bürgerschaftlichen Engagements (Gemeinwesenaktivierung) Darstellung gelungerner Projektansätze zum Thema (Modelle und Methoden) Herausarbeiten der Anforderungen für die Zukunft (mit Bezug auf demografische Entwicklungen und Infrastruktur): Handlungsansätze für bestimmte Problemlagen im Gemeinwesen Zusammenfassung von notwendigen Rahmenbedingungen für die Entwicklung und Verstärkung demokratiefördernder Gemeinwesenprojekte (Praxisimpulse für die Zukunft) Fortbildungsangebote für Projektträger und weitere Tagungsteilnehmer/innen (3. und 4. Tag)

Kontext:CIVITAS fördert Maßnahmen zur Stärkung der demokratischen Kultur und zur Bekämpfung des Rechtsextremismus in den neuen Bundesländern. Unterstützt wird die Entwicklung örtlicher zivilgesellschaftlicher Projekte und Initiativen, deren zentrale Elemente auf den Werten von Pluralität, Humanität, Gerechtigkeit und Gleichberechtigung basieren. WER?Zielgruppen:Die Veranstaltung richtete sich an Mitarbeiter/innen aus den drei großen Bundesmodellprogrammen »CIVITAS«, »Entimon« und »Xenos«, sowie Interessierte der Mitgliederorganisationen des Bundesnetzwerkes Bürgerschaftliches Engagement (BBE) und Engagierte aus Initiativen, Verbänden, Jugendarbeit, Kommunalpolitik und Kirche. InitiatorInnen:
Das CIVITAS-Programm war Teil des Aktionsprogramms der Bundesregierung "Jugend für Toleranz und Demokratie - gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus". CIVITAS wurde umgesetzt von der Stiftung Demokratische Jugend und die Tagung wurde organi siert von der Servicestelle CIVITAS (Koordination: Ines Große) in Kooperation mit dem Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE). 
Referent/innen Gemeinsinn-Werkstatt: Wolfgang Fänderl (Vernetungsberater, Großgruppenbegleitung, Forscher und Entwickler der Gemeinsinn-Werkstatt am C·A·P) und Monia Ben-Larbi (Mediatorin, Initiatorin der Gemeinsinn-Werkstatt in Frankfurt Oder, Begleiterin weiterer Gemeinsinn-Werkstätten und Entwicklerin Fortbildungskonzept) WIE?
Gesamtablauf:Tagung 9. und 10. Mai 2006 Umweltforum Berlin Auferstehungskirche Pufendorfstr. 11 10249 Berlin Friedrichshain 10.05.2006: 14.00 Begrüßung, Dr. Hermann Kues (BMFSFJ), Thomas Heppener (Stiftung Demokratische Jugend), Dr. Ansgar Klein (BBE) 14.30 Themeneinstieg durch Impulsreferate: Prof. Dr. Wilhelm Heitmeyer, Prof. Dr. Thomas Olk, Dr. Alexander Thumfart
16.00 Kaffeepause 17.00 Gesprächsrunde mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft und Praxis (Moderation: Dr. Thomas Leif) 18.30 Musik zum Abendbuffet und Projektmesse 
10.05.2006: 10.00 Begrüßung und Einführung 10.30 Fachforen zu den Themen: Fachexpert/innen aus Wissenschaft und Praxis setzen sich in den Fachforen mit praxisrelevanten Themen auseinander Demokratie fördern - Aufgabe für die Gemeinwesenaktivierung (Oliver Fehren, Wolfram Hülsemann) Engagement im Aufwind - Rahmenbedingungen für bürgerschaftliches Engagement im Gemeinwesen (Olaf Ebert, Dr. Karsten Speck) Netze und Nischen - Partizipation, Engagement und Demokratiepotenziale in Ostdeutschland (Dr. Babette Scurrell, Dr. Wolfgang Vortkamp) Zukunft: Entleerte Regionen? - Auswirkungen von Abwanderung auf Demokratiepotenziale und demokratische Entwicklungsprozesse im Gemeinwesen (Susanne Thies, Bernd Moses) Kompetenzen stärken - politische Bildung im Gemeinwesen (Martin Ziegenhagen, Roman Ronneberg)
12.30 Mittagessen 14.00 Praxisforen: Vorstellung von je zwei Projekten aus dem Förderbereich des Aktionsprogramms sowie anderen Projektzusammenhängen Möglichkeiten und Ansätze der Gemeinwesenaktivierung: Was motiviert Bürger/innen sich gemeinwesenorientiert aktiv zu engagieren? (Gunther Jancke, Anke Silzer) Engagementförderung im Gemeinwesen: Welche Voraussetzungen und Rahmenbedingungen braucht freiwilliges bürgerorientiertes Engagement? (Daniela Koch, Martin Kühn) Lokale Netzwerke im Gemeinwesen: Welche Chancen, Potenziale und Grenzen bieten lokale Netzwerke für die Entwicklung bürgerschaftlichen Engagements im Gemeinwesen (Kerstin Dickhoff, Michael Böttcher, Gudrun Nickel)  Selbstorganisation und Vernetzung als Strategie auf lokaler Ebene: Welche Möglichkeiten für Perspektiventwicklung und Vernetzung bieten lokale Selbstorganisation und Vernetzung in von Strukturwandel betroffenen Regionen? (Juliane Hecht-Pautzke, Wolfgang Fänderl) Demokratisch Handeln-Lernen - neue Anforderungen an die politische Bildung? (Tanja Berg, Björn Malycha)
18.00 - 18.30 Abschlussrunde 20.00 Abendveranstaltung (Theatersport Berlin "Impro-Show") Fortbildungsveranstaltungen 11. und 12. Mai 2006 Tagungszentrum Neue Mälzerei Friedensstr. 91 10249 Berlin Friedrichshain 11.05.2006: 10.00 - 18.00 12.05.2006: 10.00 - 15.00 Community Organizing (Prof. Dr. Leo J. Penta): Mehrdimensionaler Ansatz zum lokalen und regionalen Aufbau einer handlungsorientierten, proaktiven Zivilgesellschaft auf breiter gesellschaftlicher Basis. Praktisches Management von Freiwilligen in Projekten (Carola und Oliver Reifenhäuser): Schüssel für erfolgreiche Projekte mit Freiwilligen, um auf Unvorhergesehenes angemessen reagieren zu können. Eigenmittelerwirtschaftung. Strategien nachhaltiger Finanzierung (Andreas Knoth, Nicola Kriesel): Wichtiges Handwerkszeug gemeinnützig verankerter Existenzgründungen wird anhand eines Leitfadens vermittelt und durch ausgewählte Praxisbeispiele illustriert Organisations- und Projektentwicklung - Lernende Organisationen als Demokratiepotenziale im Gemeinwesen (Uwe Bobsin): Geeignete und flexibel reagierende Strukturen der im Gemeinwesen agierenden Organisationen. 
Gemeinsinn-Werkstatt: Projektverfahren für thematische Vernetzung Was fördert demokratische Strukturen und freiwilliges Engagement bei brisanten Themen? Welche Methodenansätze helfen Motivation und Selbstorganisation aufrecht zu halten? Wie entsteht nachhaltige Zusammenarbeit und Vernetzung zwischen Institutionen und Menschen? Die erfolgreichen Projekterfahrungen der Workshopbeteiligten schafften den Einstieg. Dabei lernten sie ressourcenorientierte und wertschätzende Methoden kennen und im zweiten Schritt einen komplexen, aber dennoch überschaubaren Orientierungsrahmen: die Gemeinsinn-Werkstatt. Der fachliche Austausch wurde angereichert durch anschauliche Beispiele, theoretische Impulse und die Rückkopplung mit der eigenen Praxiserfahrung der Beteiligten. Ergebnisse können jetzt eine Vielzahl konkreter Hinweise für Projektarbeit sein. Die Workshopbegleitung verfolgte das Ziel, daraus wesentliche Module für eine modellhafte Fortbildung für Gemeinsinn-Werkstatt-Begleitende im folgenden Jahr abzuleiten. 
weitere Informationen über das Tagungs-PDF und den Bericht als PDF (1MB) zum Ablauf und den Ergebnissen des Gemeinsinn-Werkstatt-Praxisforums und der -Fortbildung. Ansprechpartner:Veranstaltung allgemein: Ines Große Stellvertretende Projektleiterin Tagungsorganisation Servicestelle CIVITAS c/o Stiftung Demokratische Jugend Grünberger Strasse 54 10245 Berlin Tel. 030 - 20078934 Fax 030 - 20078939 Email:
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Schwerpunkt Gemeinsinn-Werkstatt: Wolfgang Fänderl Akademie Führung & Kompetenz am CAP Maria-Theresia-Str. 21 81675 München Tel. 089 - 21801333 Fax 089 - 21805850 Email:
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