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Welche methodischen Formen der Unterstützung können über das Begleitnetzwerk bezogen werden? Welche Konzepte werden verwendet?
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Beratung
Serviceleistungen in längerfristigen, komplexen und viele Menschen betreffenden Projekten fallen sind professionell anzugehen. Sie fallen früher oder später sowieso an, werden im Projektverfahren Gemeinsinn-Werkstätten allerdings rechtzeitiger und optional mitgedacht. Dabei werden die Ressourcen der Menschen vor Ort vernetzt und weitergebildet, damit sich die externe Beratung letztlich überflüssig machen kann.
Beratung wird von unterschiedlich großen Gruppen angefragt. Je nach Situation werden sie von Beratenden oder Beratungsteams durchgeführt, die sich mit der Gemeinsinn-Werkstätten intensiv vertraut gemacht haben und möglichst viele Erfahrungen mit Großgruppenprozessen allgemein und Gemeinsinn-Prozessen im Besonderen einbringen können.
- Verfahrensberatung: Der Einstieg in einen Beteiligungs- und Vernetzungsprozess ist der heikelste Punkt. "Strategische Fehler macht man früh, merkt sie jedoch erst spät!" meint Prozessexperte Helmut Volkmann. Diesbezüglich können Kosten und Mühen gespart werden, wenn Methodenexperten die Situation, Zielsetzungen und Rahmenbedingungen frühzeitig analysieren und passende Ansätze empfehlen oder entwickeln. Verfahrensberater des Begleitnetzwerks kennen deshalb nicht nur den Ansatz der Gemeinsinn-Werkstatt - der ja in sich schon auf eine Reihe weiterer Verfahren, Techniken und Methoden zurückgreift - sondern haben darüber hinaus fundiertes Methodenknowhow und entsprechende Kontakte an die vermittelt werden kann. So kommt es zu einer optimalen Beratung und Weitervermittlung je nach Bedarf der Beteiligten (3 Std. bis 1 Tag).
- Vernetzungsberatung: Bei sich entwickelnden bzw. bereits bestehenden Institutionen, Netzwerken und Kooperationen kann Vernetzungsberatung im Sinne von Gemeinsinn-Werkstätten in Frage kommen. Insb. zur Aktivierung freiwilligen Engagements, bei der Gewinnung und Integration neuer Partner sowie bei der Flexibilisierung und Optimierung der Zusammenarbeit von etablierten Strukturen sind Gemeinsinn-Werkstätten zu empfehlen (je nach Bedarf, aber mindestens 3 Tage)
- Projektberatung: Der Einsatz eines kompletten Projektverfahrens entscheidet sich bei Gemeinsinn-Werkstätten erst relativ spät, nachdem viele Schlüsselpersonen und Projektpartner einbezogen wurden. Die Beratung hat dann die Aufgabe, von der Aktivierungs- bis zur Integrationsphase die richtigen Weichen für die Nachhaltigkeit eines Projektes zu stellen. Prozessberatung kann als Gruppen- und Einzelberatung angelegt sein, und wie sich zeigt, sind es vor allem die im Alltag Verantwortlichen (Vorstände, Leiter, Politiker, Rektoren etc.), die „Coaching und Supervision“ nutzen, um sich in partizipativen Prozessen noch sicherer bewegen zu können (je nach Bedarf, aber mindestens 9 Tage).
- 3-W-Beratung: Die Fragen nach dem WAS, WER und WIE eines Prozesses lassen sich in allen Stadien einer Gemeinsinn-Werkstatt wiederfinden. Insbesondere im Kontaktgespräch und beim Übergang von Initiativ- zu Projektgruppe wird diese Art der Öffnung und Konzentration von komplexen Entscheidungen geschätzt, da Essenzielles nicht aus dem Auge verloren wird und dennoch jeder potenziell Interessierte sich einbringen kann (3 Stunden bis 1 Tag Vorbereitungsabsprachen, 6 Stunden bis 2 Tage Koordinationsworkshop).
- Projekt-Workshop: Zur Etablierung eines Basisprojektplans, der von allen Projektpartnern verabschiedet und verantwortet wird, braucht es einen Austauschrahmen und eine methodisch-beratende Unterstützung. Die Besonderheit der Gemeinsinn-Werkstatt Workshops liegt im Fokus auf die innere Motivation und ein Delegationsprinzip, das auf Freiwilligkeit baut. (3 Tage am Stück oder einzelne Termine).
- Finanzberatung: Um die Versorgung von Gemeinsinn-Werkstätten abzusichern können die unterschiedlichsten Finanzierungsmodelle angewandt werden. Fundraising- und Finanzberater der Gemeinsinn-Werkstatt kennen sich nicht nur mit partnerschaftlichen Vereinbarungen (z.B. institutionellen Partnern) aus, sondern kennen Fördermaßnahmen, staatliche wie private Fördertöpfe, rechtliche und finanztechnische Hürden und deren Überwindung (3 Stunden bis 3 Tage).
- Webberatung: Bei regionalen wie überregionalen Prozessen können Webmodule sehr hilfreich sein. Angebote aus dem Gemeinsinn-Werkstatt-Kontext sind erprobt bauen auf kostenfreier Open-Source-Software auf. Sie können für Interessierte aufbereitet und betreut bzw. in Kurzworkshops an Anwender und Programmierer vermittelt werden (1 bis 3 Tage; bei Bedarf Installations- und Betriebsservice).
- Konfliktberatung: Gemeinsinn-Werkstätten können nicht nur Konflikte auflösen sondern auch zu Konflikten führen. Hier rechtzeitig zu klären oder zu vermitteln kann einer Konflikteskalation vorbeugen. Hier können Coaching- und Supervisionstechniken, Mediations- und Streitschlichter-Ansätze zusammen mit Methoden der systemischen Konfliktvermittlung, Forumtheater oder Psychodrama eingesetzt werden (nach Bedarf).
Evaluation
Gemeinsinn-Werkstätten legen Wert auf Transparenz und Reflexion von Prozessen und bieten dazu „Partizipative Evaluation“ (vgl. Uhl/Wenzel/Ulrich 2004) bzw. eine spezifische Form des „Partnerschaftlichen Monitorings“ an. Dabei werden die Beteiligten frühzeitig in die Fragestellungen wie in die Auswertungen des Evaluationsprozesses einbezogen und fühlen sich dadurch nicht beobachtet sondern während des gesamten Prozesses partnerschaftlich unterstützt und aktiviert.
- Evaluationsbegleitung: Die Art der Evaluation für die entsprechende Gemeinsinn-Werkstatt hat Ausschlag auf die Akzeptanz und Offenheit der Beteiligten, die Unterstützung und Nachhaltigkeit des Prozesses sowie auf die Zeitnähe, Realisierbarkeit und Nützlichkeit für die laufende Reflexion. Die direkte Konzeptionierung, Durchführung, Auswertung und Präsentation eines Evaluationsprozesses braucht qualifiziertes Basiswissen und methodisches Zusatzknowhow um z.B. eine kontinuierliche Unterstützung durch Freiwillige zu gewährleisten (mind. 9 Tage).
- Evaluationsberatung: Wenn sich im Rahmen des Gemeinsinn-Projekts qualifizierte Mitwirkende bereiterklären dieses Aufgabenfeld zu übernehmen, aber zur Umsetzung in einer Gemeinsinn-Werkstatt noch wenig Erfahrung haben, kann eine Fortbildung bzw. kontinuierliche Evaluationsberatung Impulse und Rückhalt geben (1 bis 3 Tage).
- Evaluationsworkshop: Partizipative Evaluation bezieht in die Generierung von Fragen sowie in die Darstellung und Auswertung von Antworten Vertreter der Beteiligtengruppen mit ein. Die Auseinandersetzung mit Fragen der Evaluation ist ein Prozess im Prozess und wird durch Workshops unterstützt, die sowohl über den Hintergrund der Methode informieren als auch inhaltliche Fragen zur Abstimmung bringen (mind. 3 Tage).
Moderation
Die methodische Anleitung von Gruppenprozessen braucht eine Person bzw. Personengruppe, die sich inhaltlich ‚zurückhaltend’ (moderat) verhält und damit volle Konzentration auf Rahmenbedingungen und Methoden des Prozesses besitzt. Moderation kann auch mit zwischenmenschlichen, gruppendynamischen und emotionalen Aspekten der Beteiligten gut umgehen und Veranstaltungen zu einem konstruktiven Ablauf verhelfen. Moderatoren von Gemeinsinn-Werkstätten stehen unterschiedliche Verfahren zur Verfügung, die je nach Anlass eingesetzt werden können. Für Gemeinsinn-Werkstätten gehören neben Moderationsverfahren für kleine und mittlere Gruppen (Metaplan, ToP, TZI, Satori etc.) vor allem die Großgruppen-Verfahren zum Repertoire (Open Space, Zukunftskonferenz, Worldcafé, AI-Summit etc.). Gerade bei größeren Gruppen wird versucht, die Zusammensetzung der Moderationsteams (ModeratorIn und AssistentInnen) spiegelbildlich den Beteiligten vorzunehmen (pro Veranstaltung 1 bis 5 Tage).
Infrastruktur
Zur Begleitung von Prozessen können noch weitere Dienstleistungen und Materialbeschaffungsmaßnahmen zählen. So können für die Dokumentation (Video, Foto), für die optimale Öffentlichkeitsarbeit (PR), für die Logistik von Transport, Raumelemente, Technik, Erste Hilfe, Beherbergung oder Verköstigung etc. auf Anfrage Materialien und Spezialisten im Begleitnetzwerk gesucht und gefunden werden. Auch hier gilt der Grundsatz „Eigenengagement vor Fremdunterstützung“ (je nach Bedarf).
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