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Dass mit Theatermethoden nicht nur professionelle Schauspieler umgehen können und nicht nur Unterhaltung bewirkt werden kann, zeigt Augusto Boals Forumtheater. Der konflikthafte Alltag wird durch die spielerische Darstellung persönlicher und gemeinschaftlicher Alternativen zu neuen kreativen Konfliktlösungen geführt. Wie das geht, wurde von Fritz Letsch, Theaterpädagoge und langjährigem Wegbegleiter von Boal, beim Regionaltreffen LeMoMo am 30.01.06 im ÖBZ München gezeigt.
WAS?Kommunikation ist die Grundlage unseres Zusammenlebens. Wir bewegen uns tagtäglich in sozialen Zusammenhängen und nehmen darin verschiedene Rollen ein. Manchmal treten Situationen oder Konflikte auf, bei denen wir nicht angemessen handeln können. Wie sind die Machtverhältnisse? Was gibt es für Handlungsalternativen und -möglichkeiten? Wo ist Raum für Bewegung und Veränderung? 
Durch die kreative Bearbeitung von Konflikten mit Forumtheater wurde an diesem Abend ein Raum geschaffen, unser Tun zu reflektieren, Grenzen bewusst wahrzunehmen, Neues auszuprobieren und Handlungsmöglichkeiten auszuweiten. Ein Konflikt des Alltags wird dargestellt und in Handlungsalternativen erprobt mit dem Ziel, Potentiale für das eigene Handlungsspektrum zu erkennen und auszuschöpfen. Ziel war es, konflikthafte Situationen mit dem Forumtheater nach Augusto Boal zu erstellen, anzuerkennen und zu verändern. Inhalte:  Eine alltägliche Erfahrung mittels Theater darstellen und reflektieren Bildertheater nach Augusto Boal Erleben und reflektieren von Raum, Macht und Status Einführung in das Forumtheater nach Augusto Boal (Joker)
WER?Zielgruppe: Die 12 Anwesenden kamen aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern der Beratung, Moderation und Forschung (Bildung, Sozialarbeit, Politik, Unternehmen, Medien…) um unterschiedliche Lösungsansätze und einen Mehrwert für alle zu erzielen. Referent: Fritz Letsch (http://fritz-letsch.de) *1954, rel päd grad, Schauspieler, seit 1981 Theaterpädagoge mit dem Schwerpunkt Theater der Unterdrückten, Zukunftswerkstatt-Moderationen. Ausbildung in Gestalt-Therapie im Arbeitskreis Kritische Gestalt München, Praxis und Supervision. Aufbau von zahlreichen Projekten, wie Kultur auf Rädern, Theater in sozialen Einrichtungen und mit Psychiatrie-Erfahrenen, Paulo-Freire-Gesellschaft e.V., Lehraufträge Sozialwesen und Lehrerfortbildung, internationale Konferenzen und Projekte, derzeit tätig für Yad Vashem, Holocaustforschung. Gastgeber: Die Regionaltreffen veranstaltete der Netzwerk Gemeinsinn e.V. in Kooperation mit dem Ökologischen Bildungszentrum München. Als Gastgeber stellten sie Räume und Basis-Catering zur Verfügung. Wolfgang Fänderl von der Akademie Führung & Kompetenz am CAP hat die Veranstaltung methodisch begleitet und dokumentiert. WIE? Ablauf: Das Münchner Regionaltreffen des Gemeinsinn-Begleitnetzwerks fand am 30.01.2006 im Ökologischen Bildungszentrum München (Engelschalkinger Str. 166/ U4 Arabellapark) statt. Um 18.30 Uhr wurde ein Mitbringbuffet eröffnet und um 19.00 Uhr gab es eine Einstiegsrunde, in der zunächst die eigenen Erwartungen an den Abend geklärt wurden und erste Infos zu Folgeveranstaltungen weitergegeben wurden.
Fritz Letsch stellte den Ansatz "Theater der Unterdrückten" vor und zeigte ein paar hilfreiche Einstiegsübungen mit "Statuenbau". Die Herausforderung war durch eine blinde Teilnehmende gegeben, die beim Aufstellen der Statuen eigene Techniken als sonst üblich an die Hand bekam und gut nutzen konnte. Die Weiterarbeit an Theaterthemen bis hin zur Vorführung im Forum wurde dann aus Erzählungen von Fritz Letsch und Wolfgang Fänderl deutlich. Als Literaturhinweis wurde das neu aufgelegte und überarbeitete Buch von Simone Odierna und Fritz Letsch (Hg.) "Theater macht Politik - Forumtheater nach Augusto Boal" weitergegeben. Das Werkstatt-Buch wird von der AG Spak herausgegeben (ISBN 3-930-830-38-8; 210 Seiten, 19€, www.leibi.de/spak-buecher) Eine Feedbackrunde standen am Schluss der Sitzung gegen 21.30 Uhr: Für mich war es das 1. Mal dass ich die Methode ausprobiert habe, und weiß jetzt was darunter zu verstehen ist. Mehr machen und nicht so viel reden, das war klasse. Manchmal war es schwer sich in die andere Rolle hineinzuversetzen... und die Zeit war insgesamt zu kurz. Ich musste gut nachspüren und das viel mir schwer. Beim Theaterspiel hatte ich viel Spaß und es war gut, dass die Sachen wiederholt wurden. Dadurch konnte man sich besser in Rollen hineinversetzen und Alternativen kennenlernen. Ich kann mir gut vorstellen bei mir in der Gemeinde die Methode einzusetzen. Wie wäre es denn mit einer VHS-Fortbildung in Forumtheater? Zunächst hatte ich Angst total baden zu gehen, fand es aber dann sehr spannend und könnte mir vorstellen mit Fritz in meinem Umfeld die Methode einzusetzen. Es war spannend und bereichernd. Ich kann mir vorstellen, Forumtheater in andere Methoden einzubauen. Ich konnte mich auch mit meinem beruflichen Hintergrund dort einbringen und kann die Methode jetzt gut einordnen. Ich würde mich auf einen Methodenmix zwischen Talkshow, Kabarett und Theater freuen, das wir gemeinsam gestalten!
Weitere Besonderheiten: - Das Mitbring-Buffet (Pot-Luck) wurde durch Gaumenfreuden aus dem Kreis der Beteiligten angereichert.
- Im Vorfeld gab es ab 17.00 Uhr von Seiten der Münchner VHS und des Netzwerk-Gemeinsinn e.V. ein kostenfreies Beratungsangebot für zwei Initiativen, die freiwilliges Engagement in ihrem Verband bzw. in ihrer Kommune gezielt fördern wollten.
Weitere Informationen Wolfgang Fänderl: 089/ 2180-1333 oder
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www.gemeinsinn-werkstatt.de
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