|
Nehmen wir einen „Lebensauftrag“ an und arbeiten wir ihn ab, bis wir sterben? Sind wir eine kleine Schraube im Getriebe eines großen Räderwerks? Ist alles was wir tun nur Mittel zum Zweck? Oder empfinden wir uns als Auftraggeber unseres Lebens, der mit allen Sinnen die Optionen wahrnimmt, die sich uns tagtäglich bieten? Ist jede Sekunde unseres Daseins sinnvoll, liebens- und lebenswert?
Das was wir denken und über Jahrzehnte als Weltbilder in uns aufgebaut haben, schafft den Rahmen für unseren Lebensentwurf. Die Empfindungen und Vorstellungen im Kopf machen unser Leben lebenswert, bestimmen Erfüllung, Verzicht oder Genuss und schaffen Zufriedenheit oder Enttäuschung. Es lohnt sich, genauer hinzusehen und nachzuspüren! Prinzipiell können zwei Lebensausrichtungen unterschieden werden: Zweckorientierung: Der Mensch ist Teil eines großen Ganzen, und hat einem vorbestimmten Zweck zu dienen. Diese Bestimmung muss erfüllt werden, damit das Ganze davon profitieren kann. Werte gelten als Wegweiser, die von allen akzeptiert und entsprechend eingefordert werden müssen damit das Zusammenleben klappt. Die Welt (auch die religiöse) hat hier deutliche Strukturen vorzugeben.
Sinnorientierung: Der Mensch hat Wert an sich und er erkennt ihn auch bei anderen. Er ist mit allen Sinnen in diese Welt gestellt, damit er sich sinnvoll in die vorgefundene Situation einbringen kann. Jeder Einzelne hat es in der Hand das Beste aus seinem Leben zu machen und dabei die anderen zu beteiligen bzw. sich beteiligen zu lassen. Die Welt (auch die spirituelle) ist offen und gestaltbar!
Diese zwei Lebensausrichtungen sind wie Pole, die unser Streben nach Sinn bzw. Zweck anziehen. Dabei ist von Interesse, wie wir enden wollen und welche Tendenz unsere Perspektive hat, die wir uns als Menschen setzen. Sind wir am Lebensende einem Lebensziel mehr oder weniger gerecht geworden oder haben wir unsere Ziele im Lauf des Lebens weiterentwickelt? Sind wir passiver oder aktiver Teil eines größeren Ganzen? Diese Tendenzen können wir uns nicht als Einbahnstraßen vorstellen, sondern als spiralförmige, sich permanent zwischen beiden Polen hin und her pendelnde Bewegung. Diese Bewegung wird im Verlauf des Lebens eine Richtung bevorzugen und dann sprechen wir von Lebensperspektive. Da wir uns zu unterschiedlichen Zeitpunkten in beide Richtungen bewegen können, entstehen dabei vielerlei Widersprüchlichkeiten: gerne arbeiten und mit Freizeit nichts anfangen können und dennoch vom Arbeitsstress reden unter großen Belastungen viel Geld verdienen, damit es zur Entlastung (z.B. Freizeit, Wellness) dienen kann von der Glückseeligkeit Gottes schwärmen, jedoch schrecklich unter dem Joch des Lebens leiden...

Ein erfülltes Leben leben… wie geht das? Was können wir lernen von jenen Menschen, die noch im hohen Alter trotz der zunehmenden körperlichen Gebrechen nicht verlernt haben zu genießen und Lebensfreude auszustrahlen? Was können wir aber auch von den Kindern lernen, die noch viel flexibler und damit direkter auf die Bedingungen des Lebens reagieren und das Beste daraus machen? Authentizität und Unmittelbarkeit nennt die Psychologie eine Lebenshaltung, die der inneren Stimme, den eigenen Gefühlen, Einsichten und körperlichen Reaktionen Vorrang gegenüber äußerlichen Einflüssen einräumt. Das Selbst ist Gradmesser für relevantes und sinnvolles Denken und Handeln. Orientierungshilfe können hier die Hilfsverben sein: Wenn ich häufig die Vokabeln „müssen“, „dürfen“ und „sollen“ verwende, bei mir wie bei anderen, dann überwiegt die „Zweckorientierung“. Spreche ich dagegen häufiger von „können“, „mögen“ und „wollen“, so tendiert die Lebensperspektive Richtung „Sinnorientierung“. Dabei sind ja nicht die Worte alleine entscheidend, sondern das Lebenskonzept, das dahinter steht: Gemeinschaft und Mensch sind „von außen motiviert, fremdbestimmt und zweckorientiert“ oder im Umkehrschluss „von innen motiviert, selbstbestimmt und sinnorientiert“. „Haben“ und „Sein“ sind weitere zentralere Orientierungen um das Leben zu beschreiben. Habe ich Glück oder bin ich glücklich? Habe ich eine Partnerin oder einen Partner oder bin ich Partnerin bzw. Partner? Haben wir etwas zum Essen oder sind wir satt? 
Mit diesen Gedanken zu essenziellen Fragen des Lebens eine sinnerfüllte Weihnachtszeit! Wolfgang Fänderl
Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
Nur angemeldete Besucher können Kommentare verfassen. Bitte melden Sie sich an oder erstellen Sie sich ein neues Benutzerkonto. Powered by AkoComment 2.0! |