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Nov 13 2005
Wikis, Weblogs und Webportale: Möglichkeiten zur webgestützten Projektbegleitung Drucken E-Mail
Geschrieben von Andreas Bärnreuther & Wolfgang Fänderl   
Sonntag, 13. November 2005

reload_logo_klein.gifWeb-Technologien sind heutzutage aus einer sinnvollen gemeinsamen Projektkommunikation nicht mehr wegzudenken. E-Mail und Mailinglisten waren bislang wohl die bekanntesten Formen, die zum gegenseitigen Kommunizieren – losgelöst von Ort und Zeit – genutzt wurden. Andreas Bärnreuther, Webadministrator von Netzwerk Gemeinsinn e.V., stelle am 28.11.05 beim Münchner Regionaltreffen des Netzwerk Gemeinsinn e.V. drei der bekanntesten technischen Grundlagen aus dem Open Source-Bereich vor.

WAS

Online-Systeme sind für die Projektbegleitung und zur Unterstützung von Netzwerken ein wichtiges Element zur gegenseitigen Kommunikation. Mailinglisten sowie E-Mailkommunikation verlaufen meist im Verborgenen und ihnen sind bei der Beteiligung neuer Ideen und Personen oft Grenzen gesetzt. So ist der Zugang zu einer Mailingliste meist gepflastert mit zahlreichen Steuerkommandos, die der potentielle Benutzer beherrschen muss, um sich einer Gruppe anzuschließen.

Inzwischen finden sich vor allem aus dem Open Source Bereich einige nützliche und sinnvolle Tools, die dabei helfen können, Kommunikationsprozesse innerhalb von Projekten transparenter zu gestalten und gleichzeitig nach außen hin zu öffnen.

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Informationen zur virtuellen Beteiligung durch Andreas Bärnreuther beim Münchner Regionaltreffen LeMoMo 28.11.05

Kommunikation ins Netz bringen

Um Beteiligung zu ermöglichen, müssen Strukturen und Prozesse transparent dargestellt werden. Damit dies ermöglicht werden kann, ist es sinnvoll, Gedankenzusammenhänge, Ideen und Entscheidungen nachvollziehbar online zu stellen. Zur Präsentation wurden darum bewusst drei Technologien ausgewählt, die unterschiedlicher kaum sein können: Wikis, Weblogs und Webportale.

Alle Systeme, die vorgestellt wurden, wurden während der Entwicklung der Gemeinsinn-Werkstatt genutzt und haben einen erheblichen Teil des gegenseitigen Austauschs gestützt. Mit der Verlagerung ins Netz konnte zudem völlig ungebunden von Zeit und Raum kommuniziert werden. Der Datenbestand ist weltweit abrufbar – einzige Voraussetzung hierzu ist der Netzzugang.

Webportale

„Der Begriff Webportal ist nicht fest zu definieren; allen Definitionsversuchen gemein ist lediglich, dass es sich um eine Website handelt, die versucht, verschiedene regelmäßig benötigte Dienste zu bündeln oder eine Übersicht für den Einstieg in einen Themenkomplex zu schaffen.“

Webportale bieten eine zentrale Anlauf- und Sammelstelle für einen bestimmten Themenbereich, begleitet von eigenen „Redakteuren“ oder einer Community. Zudem gibt es – zur Integration fremder Inhalte – Technologien zur Vernetzung (RSS-Feed).

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Screenshot vom Beteiligungsportal www.projekt-gemeinsinn.net -
jetzt: www.gemeinsinn-werkstatt.de

www.gemeinsinn-werkstatt.de basiert zum Beispiel auf einer Open Source Webanwendung. Diese Anwendungen sind unter Berücksichtigung der „GNU / General Public License“ kostenlos im Netz verfügbar. In der Präambel der Lizenzvereinbarung steht:

„Die meisten Softwarelizenzen sind daraufhin entworfen worden, Ihnen die Freiheit zu nehmen, die Software weiterzugeben und zu verändern. Im Gegensatz dazu soll Ihnen die GNU General Public License, die Allgemeine Öffentliche GNU-Lizenz, ebendiese Freiheit garantieren. Sie soll sicherstellen, daß die Software für alle Benutzer frei ist“

[Q http://www.gnu.de/gpl-ger.html - deutsche Übersetzung]

Beteiligte können eigene Artikel verfassen, Kommentare zu bereits bestehenden Artikeln hinzufügen, Termine bekannt geben und Links zurückmelden. Diese Informationen können helfen Informationen attraktiv aufzubereiten und einer größeren Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Seit Anfang 2005 sind im Info-Markt des Webportals 73 Artikel von 37 Beteiligten in Unterstützung durch die Gemeinsinn-Werkstatt-Redaktion verfasst worden.

Blogs

„Ein Weblog (engl. Kontamination aus Web und Logbuch), üblicherweise einfach nur Blog genannt, ist eine Webseite, die periodisch neue Einträge enthält. Neue Einträge stehen an oberster Stelle, ältere folgen in umgekehrt chronologischer Reihenfolge.“

blogger.jpgZu einem Blog gehört mehr, als nur die systematische Sortierung der Inhalte auf einer Webseite. Der Blogger – also Betreiber eines Blogs – dokumentiert z.B. seine einzelnen „Surferlebnisse“ im Netz, protokolliert seinen Link und einen kurzen Einblick zu dem, was einen hinter dem Link erwartet. Blogs gleichen sich hierbei mit großen Blogservern ab, melden neue Einträge und ermöglichen es, dadurch ein Netzwerk aus Bloggern zu spinnen.

Blogs finden sich in nahezu allen denkbaren Themenfeldern: sei es das private Tagebuch, welches nur dazu da ist, Belangloses des Alltags zu dokumentieren, oder thematische Blogs zum Beispiel aus dem Bereich der Politik, der Wissenschaft und so weiter. Blogger.com bietet einen kostenlosen Blog im Netz an. Blogs lassen sich auch sehr gut im Projektkontext verwenden.

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Das Gemeinsinn-Werkstatt Atelier: auch ein Weblog

Das Gemeinsinn-Werkstatt Atelier – die Plattform zur gemeinsamen Entwicklung der Methoden- und Verfahrensbausteine – ist ebenfalls ein Blog-System. Die adaptierte Anwendung hat sich als ein geeignetes Verfahren zur Entwicklung des Gemeinsinn-Werkstatt Baukastens bewährt.

Wikis

„Ein Wiki, auch WikiWiki und WikiWeb genannt, ist eine im World Wide Web verfügbare Seitensammlung, die von den Benutzern nicht nur gelesen, sondern auch online geändert werden kann. Wikis ähneln damit Content Management Systemen. Der Name stammt von wikiwiki, dem hawaiianischen Wort für "schnell". Wie bei Hypertexten üblich, sind die einzelnen Seiten und Artikel eines Wikis durch Querverweise (Links) miteinander verbunden. Dazu gibt es in der Regel eine Bearbeitungsfunktion, die ein Eingabefenster öffnet, in dem der Text des Artikels bearbeitet werden kann.“

Über eine spezielle Webanwendung können Besucher von Wiki-Webseiten den angezeigten Inhalt der Seite modifizieren, ergänzen aber auch entfernen. Zu jedem Dokument wird innerhalb der Anwendung Protokoll geführt, so dass frühere Versionen des Dokumentes einsehbar bleiben und dadurch die Entwicklung des jeweiligen Dokumentes nachvollziehbar ist.

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Wikipedia.org - das wohl bekannteste Wiki im Netz

„Die Wikipedia ist eine Enzyklopädie, die nicht von einer festen, bezahlten Redaktion, sondern von freiwilligen Autoren verfasst wird.“ – und das mit großem Erfolg. Inzwischen ist Wikipedia in mehr als 100 Sprachen verfügbar, die deutsche Version zählt inzwischen 316675 Artikel. [ Q: http://de.wikipedia.org/wiki/Hauptseite ]

In Projekt Gemeinsinn wird seit 2004 mit einem Wiki gearbeitet, immer dann, wenn es sich um aktualisierbare oder gemeinsam zu entwickelnde Texte geht. So entstand u.a. die Bad Boller Erklärung, die von unterschiedlichen Partnern des Netzwerks gemeinsam formuliert und verabschiedet wurde. 

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Andreas Bärnreuther (rechts) in Diskussion mit Journalist (Peter Pfaff), Methodenexperte (Dr. Helmut Volkmann) u.a.

WER?

Beteiligt waren 12 Interessierte aus den Bereichen Beratung, Bildung, Sozialbereich, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien, die sich zum Teil schon sehr gut mit virtuellen Angeboten auskannten, und zum Teil noch nicht einmal einen eigenen Internet-Zugang besaßen. Dadurch war es nicht einfach es allen recht zu machen. 

Gastgeber: LeMoMo, das Regionaltreffen von Netzwerk Gemeinsinn e.V wurde in Zusammenarbeit mit der Akademie Führung & Kompetenz am CAP (LMU) und der Münchner VHS organisiert. Wolfgang Fänderl war Gastgeber und verantwortlich für die Rahmengestaltung von LeMoMo.

Schwerpunkt-Referent: Andreas Bärnreuther ist im Abschlusssemester als Medienpädagoge an der Universität Augsburg und betreut seit 2002 die Webseiten der Gemeinsinn-Werkstatt, sowie ein Netzwerkportal zur Politischen Bildung in Schwaben.

WIE?

Ablauf: Das Münchner Regionaltreffen des Gemeinsinn-Begleitnetzwerks fand am 28.11.2005 im Ökologischen Bildungszentrum München (Engelschalkinger Str. 166/ U4 Arabellapark) statt.

Gegen 18.40 Uhr wurde das Mitbringbuffet eröffnet, und um 19.10 Uhr gab es eine Kennenlernrunde, bei der die Erwartungen an den Abend formuliert werden konnten. Anschließend wurden kurze Hinweise und Informationen aus dem Gemeinsinn-Begleitnetzwerk weitergegeben (u.a. Vorstandswahl, weitere Termine) und es kam zu einem Brainstorming zu weiteren Themen im kommenden Halbjahr.

Die vorbereitete Powerpointpräsentation wurde durch direkte Erläuterungen und praktische Anregungen ergänzt. Das Internet stand dabei zur Verfügung und damit konnten Webseiten und Handgriffe besser nachvollzogen werden.

Die unterschiedlichen Vorkenntnisse wurden durch einen geduldigen und kompetenten Administrator ausgeglichen, wobei es damit für die Fachleute eher wieder zu Geduldsproben kam. Eine ähnliche Konstellation könnte in Zukunft mit anderen Methoden angegangen werden. So hätten nach ein paar Grundinformationen über Ziel und Zweck der Veranstaltung Kleingruppen gebildet werden können, in denen entweder Peer to Peer die wichtigsten Fragen kollegial geklärt oder auch Themenfelder erarbeitet hätten werden können.

Dass die Veranstaltung sich diesmal für die letzten Diskutanten bis 23.00 Uhr hinzog, lässt jedoch auf das Interesse schließen, das mit dem Regionaltreffen ausgelöst wurde. 

Autor und weitere Informationen:

Andreas Bärnreuther
Netzwerk Gemeinsinn e.V.
Meister-Veits-Gäßchen 32
86152 AugsburgE-Mail: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
Web: http://www.baernreuther.com

Kurzbericht

Wolfgang Fänderl
Netzwerk Gemeinsinn e.V.
c/o Centrum für angewandte Politikforschung
Maria-Theresia-Str. 21
81675 München
Tel: +49 89 2180-1333
Web.: www.gemeinsinn-werkstatt.de
E-Mail: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

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